Begrüßung

Der Herr ist auferstanden!
Er ist wahrhaftig auferstanden!

Mit diesem Ostergruß begrüße ich Sie heute Morgen.
Dieser Ostergruß begleitet uns nicht nur am Ostersonntag, sondern durch die ganze Osterzeit, die vor uns liegt.

Der Predigttext nimmt uns heute mit hinein in diese nachösterliche Zeit.
Ein paar Tage nach der Auferstehung Jesu haben es die Jüngerinnen und Jünger um Jesu langsam verstanden: Jesus ist nicht tot. Er ist auferstanden. Er lebt. Das hat ihr Leben verändert.

In diese Gewissheit nimmt uns auch der Spruch für die heute beginnende Woche mit hinein:
Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. (1. Petr 1, 3)

Dieser Zuspruch gibt und Zuversicht in dieser schweren Zeit, in der wir uns im Gebet verbunden wissen.

So feiern wir diesen Gottesdienst

P.:     Im Namen Gottesn
          des Vaters  und des Sohnes
          und des Heiligen Geistes.
G.:     Amen.
P.:     Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
G.:     der Himmel und Erde gemacht hat.

Lied: EG 116 – Er ist erstanden Halleluja!

Psalm
Die Bibel hat uns Worte von Menschen überliefert, die wie wir die Vielfalt des Lebens kennen gelernt haben.
Lob und Dank, Klage und Bitte, Jubel und Verzweiflung, Gewissheit und Vertrauen, Traurigkeit und Hoffnung:
Sie alle haben erfahren:
Gott begleitet uns und hält uns mit seiner Hand.

Wir beten mit Worten aus Psalm 116:
(EG 750.1  oder Psalm 116,1-10 hier in einer Übertragung)

I        Ich liebe meinen Gott, denn Gott hört mir zu,
         wenn ich mit ihm rede.
II       Ein offenes Ohr hat er mir geschenkt.
         Deshalb will ich mein Leben lang mit ihm reden.
I        Manchmal habe ich Angst, bin traurig oder in Not.
II       Dann rufe ich Gott beim Namen: Gott, bitte hilf mir!
I        Wie gnädig ist Gott! Was er verspricht, das hält er auch.
         Unser Gott ist voller Erbarmen.
II       Gott beschützt alle, die seine Hilfe brauchen.
         Er nimmt meinen Kummer
         und schenkt mir neuen Mut.
         Denn Gott kümmert sich um mich.
I        Er hat mir geholfen.
         Ich höre auf zu weinen.
         Ich spüre wieder festen Boden unter den Füßen.
II       So kann ich meinen Weg gehen im Vertrauen auf Gott.
I        Auch wenn ich nicht mehr weiter weiß,
         kann ich Gott Vertrauen.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.


Kyrie-Gebet

Ostern ist eine Woche her.
Jesus, wie jedes Jahr haben wir von deiner Auferstehung gehört.
Doch manchmal fällt es uns schwer daran zu glauben.
Es gibt so viel in der Welt, bei dem wir nichts vom Schein deiner Auferstehung sehen:
Viele Menschen sind vom Corona-Virus betroffen.
Viele Menschen sterben,
die Situation in vielen Krankenhäusern dieser Welt sind katastrophal.
Immer noch gibt es Krieg und Gewalt.
Menschen müssen auch in dieser schweren Zeit ihre Heimat verlassen müssen.
Die Zustände in den Flüchtlingslagern sind in Corona-Zeiten noch unzumutbarer als sie es sowieso schon sind.
Manchmal trifft uns die Angst, dass wir in diesen Zeiten allein im Krankenhaus sein müssen.
Manchmal verlieren wir den Mut.
Manchmal zweifeln wir an dem Licht,
dass deine Osterbotschaft in die Welt bringt.
Dann fällt es uns schwer für andere Menschen Licht zu sein.
Lass uns nicht allein mit unseren Fragen!
Mach unserer Mutlosigkeit ein Ende.

Herr, erbarme dich.
Christus, erbarme dich.
Herr, erbarme dich.

Hören Sie als Kyrie-Lied: Euer Herz erschrecke nicht!

 

Gnadenzuspruch
Der auferstandene Christus erbarmt sicher über uns und ruft uns zu: »Ich lebe, und ihr sollt auch leben.«

Der Herr ist auferstanden.
Er ist wahrhaftig auferstanden.

Hören Sie: Osterlied (Keith Green / Heizmann)

Tagesgebet
Guter Gott, wir erinnern uns noch gut an das Osterfest am vergangenen Sonntag.
Gott, wir haben Jesus nicht mit eigenen Augen gesehen, wir konnten ihn nicht anfassen. Aber doch wagen wir an ihn zu glauben.
Hilf, dass die österliche Freude in Erinnerung bleibt und wir etwas von dieser Freude in die ganze Welt ausstrahlen können.
Wir bitten dich schenke uns dazu deine Kraft, wenn wir heute auf dein Wort hören und uns noch einmal an Ostern erinnern. Amen.

Lied: EG 100 Wir wollen alle fröhlich sein

Lesung aus dem Evangelium (Joh 20,19–29) 

19 Es war am Abend jenes ersten Tages der neuen Woche. Die Jünger hatten solche Angst vor den Juden, dass sie die Türen des Raumes, in dem sie beisammen waren, verschlossen hielten. Mit einem Mal kam Jesus, trat in ihre Mitte und grüßte sie mit den Worten: »Friede sei mit euch!« 20 Dann zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Als die Jünger den Herrn sahen, wurden sie froh. 21 »Friede sei mit euch!«, sagte Jesus noch einmal zu ihnen. »Wie der Vater mich gesandt hat, so sende ich jetzt euch.« 22 Und er hauchte sie an und sagte: »Empfangt ´den` Heiligen Geist! 23 Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr sie nicht vergebt, dem sind sie nicht vergeben.« 24 Thomas, auch Didymus genannt, einer der Zwölf, war nicht dabei gewesen, als Jesus zu den Jüngern gekommen war. 25 Die anderen erzählten ihm: »Wir haben den Herrn gesehen!« Thomas erwiderte: »Erst muss ich seine von den Nägeln durchbohrten Hände sehen; ich muss meinen Finger auf die durchbohrten Stellen und meine Hand in seine durchbohrte Seite legen. Vorher glaube ich es nicht.« 26 Acht Tage später waren die Jünger wieder beisammen; diesmal war auch Thomas dabei. Mit einem Mal kam Jesus, obwohl die Türen verschlossen waren, zu ihnen herein. Er trat in ihre Mitte und grüßte sie mit den Worten: »Friede sei mit euch!« 27 Dann wandte er sich Thomas zu. »Leg deinen Finger auf diese Stelle hier und sieh dir meine Hände an!«, forderte er ihn auf. »Reich deine Hand her und leg sie in meine Seite! Und sei nicht mehr ungläubig, sondern glaube!« 28 Thomas sagte zu ihm: »Mein Herr und mein Gott!« 29 Jesus erwiderte: »Jetzt, wo du mich gesehen hast, glaubst du. Glücklich zu nennen sind die, die nicht sehen und trotzdem glauben.«
(Bibeltext der Neuen Genfer Übersetzung – Neues Testament und Psalmen)

Halleluja.
Der Herr hat Großes an uns getan, des sind wir fröhlich.
Halleluja.    (Ps 126.3)
Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden.
Halleluja.

Apostolisches Glaubensbekenntnis

Lied: EG 117 – Der schöne Ostertag

Predigt

Schalom! Friede sei mit euch!“
Diese Worte klangen am Karfreitag in meiner Predigt schon kurz an.

Karfreitag haben wir auf die Worte des Propheten Jesaja gehört, der uns verheißen hat:
Fürwahr, er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen … auf dass wir Frieden hätten … und durch seine Wunden sind wir geheilt.

Heute spricht uns Jesus selbst zu: Friede sei mit euch.

Johannes nimmt uns in seinem Evangelium, das wir gerade als Lesung gehört haben mit hinein in die nachösterliche Zeit der Jünger Jesu.
Die Jünger trafen sich hinter verschlossenen Türen und fragten sich, wie es jetzt wohl weiter gehen soll.

Wie oft haben wir uns diese Frage im vergangenen Jahr wohl angesichts der Corona-Pandemie gestellt.

Natürlich ist die Situation der Jünger nicht eins zu eins mit unserer Situation heute vergleichbar.
Aber was uns mit den Jüngern von damals verbindet, ist die Angst vor dem, was vor uns liegt. Der Ausblick auf die Zukunft ist verstellt, Hoffnungen und Pläne sind zerstört. Gewohnheiten, Selbstverständlichkeiten, vieles, was einfach ganz alltäglich zu uns und unserem Lebensalltag gehörte, ist uns genommen.
Sicherheiten sind zerbrochen. Was wir noch nie erlebt haben und uns auch nicht wirklich ausdenken konnten, ist bei uns und weltweit hereineingebrochen.

Die Jünger: Aus Furcht und Angst vor der ungewissen Zukunft, ohne Jesus an ihrer Seite, haben sie sich eingeschlossen.
Sie befürchteten, dass sie möglicherweise dasselbe Schicksal erleiden müssten wie er: Ablehnung, Verspottung, Verurteilung und schließlich der Tod.
Sie erlebten eine tiefe Krise, auch eine Glaubenskrise: Jesus auf den sie sich verlassen hatten, auf den sie ihr Leben ihr Leben in den zurückliegenden Jahren aufgebaut hatten war ihnen genommen worden.
Sie hatten die Türen geschlossen, lebten zurückgezogen.
Sie fühlten sich schwach und ohnmächtig.
Mitten in die verzweifelte und hoffnungslose Situation hinein wurde den Jüngern eine Erfahrung zuteil, die sie verwandelte und befreite.
Jesus kam noch einmal zu ihnen und sprach zu ihnen: Friede sei mit Euch! Ich bin und bleibe bei euch.
Wie tröstlich wäre es auch für uns heute, wenn Jesus selbst plötzlich vor uns stünde und uns zusagen würde: Friede sei mit euch. Ich bin und bleibe bei euch.

Die Jünger hatten so ihre Schwierigkeiten damit, an etwas zu glauben, was sie nicht sehen konnten. Jesu Auferstehung.
Das fällt auch heute immer mehr Menschen schwer. Diese wunderbare Osterbotschaft, die Leben verändern kann und die in letzter Konsequenz unsere Welt verändern und verbessern könnte, wird in einer Zeit in der wissenschaftliche Erkenntnisse zum Maßstab gemacht werden immer öfter angezweifelt.

Wie überzeugend wäre es auch für uns heute, wenn Jesus selbst plötzlich vor uns stünde und uns zurufen würde: Schalom! Friede sei mit euch.
Aber wir können nur auf das vertrauen und glauben, was die Jünger in Jesu Auftrag weitererzählt haben und nach ihnen noch viele andere Menschen – bis heute.

Schalom! Friede sei mit euch.
Diese Zusage kann gerade in der Pandemie-Situation so tröstlich sein.

Aber das hebräische Wort Schalom entspricht nicht unbedingt dem deutschen Wort Friede.

In seiner Urbedeutung meint das hebräische Wort Schalom >Vervollständigung.<
Wo Schalom ist, finden sich nicht nur Sicherheit und Ruhe, sondern auch Gesundheit und Freude.
Im Hebräischen fragt man einen Menschen, wenn man ihn trifft: Ma schlomech – was ist dein Schalom?
Man erkundigt sich nach dem Wohlbefinden der Person und wünscht ihr, was für sie wertvoll ist.
Schalom ist mehr als Friede, es ist Zufriedenheit – Zu-Frieden-heit.
Und es ist nicht der Zustand der Zufriedenheit, sondern der Weg dahin.
Aber in der jüdischen Tradition, in der ja Jesus mit seinem Schalom stand, weiß man auch, dass Friede oft nur einen Augenblick dauert und labil ist, sowohl bei jedem einzelnen Menschen als auch in der Gesellschaft.
Es ist wichtig immer wieder zu schauen: was braucht der einzelne, was braucht die Gemeinschaft zum Schalom?
Denn Schalom ist nicht mit Konfliktvermeidung zu verwechseln. Das weiß man aus den alttestamentlichen Rechtstexten.Das weiß auch Jesus, dass es in der Gemeinschaft immer wieder Konflikte gibt. Das ist menschlich.
Und das Alte Testament lässt keinen Zweifel daran, dass wir uns selbst immer wieder um den Frieden bemühen müssen.
Schalom kommt nicht von selber. Wir müssen uns ständig aktiv um ihn bemühen.
Leider ist der Weg, um den Schalom zu erreichen nicht immer klar und eindeutig.
Das ist gleichzeitig Risiko und Chance. Das Risiko Fehler auf dem Weg zu machen und die Chance diese Welt zu gestalten und zu ändern.
Jeder Mensch soll etwas in der Welt anders machen, schöner machen. Das ist die Idee des Schalom. Jeder Erwachsene und auch jedes Kind.

Friede sei mit euch!
Wie klingt das nun? Zuspruch oder Auftrag?
Beides!

In dem Zuspruch klingt auch ein Auftrag mit: Geht den Weg, der Schalom schafft. Auch in einer so schweren Zeit, wie in einer Pandemie, schaut was jede und jeder einzelne braucht, schaut, was die Gesellschaft braucht. Aber es ist auch klar: es gibt nicht den einen richtigen Weg, Es ist immer wieder ein Ringen darum, was der richtige Weg ist.

Das kann uns gnädig stimmen mit den manchmal schwer auszuhaltenden immer wieder neuen Corona-Regeln.
Das zeigt aber auch: wir müssen selbst aktiv alles tun, um zu helfen, dass wir wieder Hoffnung auf eine Zukunft mit mehr Freiheit und mehr Möglichkeiten haben.
Wir alle müssen mithelfen am Schalom.
Denn Jesus möchte uns Mut machen. Er wünscht uns Schalom!

Für uns als Christen ist das die Motivation zu den Menschen zugewandtem Handeln.
Wir werden getragen Geist des Auferstandenen, der der Anwalt des Gottes ist, der alles Leben begründet.
Es ist der Geist der Geschwisterlichkeit, der Geist der Versöhnung und der Gerechtigkeit, der Geist des Trostes, des Vergebens und des Heilens, der Geist des Teilens und des Helfens.
Es ist eine geistliche Kraft, geschenkt von Gott und übertragen von Mensch zu Mensch.

Als christliche Gemeinde sind wir eine Erinnerungs-und Erzählgemeinschaft. Wir sind eine Gebetsgemeinschaft und Hilfsgemeinschaft.

Als getaufte Christen haben wir den Auftrag an Gottes Schalom zu arbeiten. Gottes Nähe, Zuwendung und Liebe auch dann verkünden, wenn die eigene Glaubenskraft vielleicht einmal nicht ausreicht.
Denn Jesus Zusage gilt uns bis heute: Ich bin bei euch alle Tage.
Geht mit mir an die Orte, an die ich gegangen bin, wo Menschen in Leid und Not, Hoffnungs- und Trostlosigkeit leben. Begleitet sie, steht ihnen bei und helft ihnen.
So kann sich Gottes Schalom unter den Menschen ausbreiten.
Amen!

Lied: EG 560, 4+5 – O herrlicher Tag


Fürbittengebet

Ostern – mit der Osterkerze kommt Licht in die Dunkelheit.

Trotzdem stehen manche Menschen in Dunkelheit und Traurigkeit.
Sie können das Licht deiner Auferstehung nicht sehen oder fühlen.

Gott wir denken vor dir an die Trauernden.
Schenke ihnen Trost, damit sie weiter leben können.

Gott wir denken an die Menschen an die Menschen, die an und durch das Corona-Virus leiden; durch Erkrankung und Tod, durch existentielle Sorgen, durch psychische Belastungen und Ängste.
Schenke ihnen Menschen, die ihnen beistehen und ihnen Kraft und Hoffnung zum Durchhalten geben.

Gott wir denken an Menschen, die Krieg, Gewalt oder Terror erleben mussten,
Schenke ihnen wir ihnen Zuversicht ohne Angst weiterleben zu können.

Gott wir denken an die Christen in der Welt, die ihren Glauben nicht in Freiheit leben können.
Schenke ihnen immer wieder die Kraft ihren Glauben in der österlichen Freude leben zu können.

Gott wir denken an die Menschen, die Verantwortung tragen in Politik, Gesellschaft und Kirche.
Schenke ihnen in diesen schweren Zeiten, die Weisheit gute Entscheidungen zu treffen.

Gott wir denken an die Menschen, denen es schwer fällt zu glauben, was sie nicht sehen können:
Hilf ihnen und uns zu begreifen, dass die Auferstehung für jede und jeden von uns ganz persönlich geschehen ist und schenke ihnen deinen Frieden.

Hilf uns die Botschaft der Auferstehung mutig in die Welt zu tragen, damit die Welt sich verändern kann.

In dieser Hoffnung stimmen wir in in das Gebet, das Jesus uns gegeben hat:


Vater unser
      Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.
      Dein Reich komme.
      Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
      Unser tägliches Brot gib uns heute.
      Und vergib uns unsere Schuld,
             wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
      Und führe uns nicht in Versuchung;
             sondern erlöse uns von dem Bösen.
      Denn dein ist das Reich und die Kraft,
             und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
                                                                       Amen.

SEGEN
Der Herr, Jesus Christus, der Auferstandene, segnet dich.
Er segnet dich mit seiner Gegenwart und mit seinem Frieden.
Er segnet dich mit neuer Gewissheit und mit neuer Freude.
Er ist mit dir auf deinem Weg.
Amen!

Lied: EG 99 – Christ ist erstanden


Der Gottesdienst wurde zusammengestellt von Pfarrerin Angelika Ludwig
© 2021 Evangelische Mirjam-Kirchengemeinde Ascheberg Drensteinfurt

Ostergruß
Der Herr ist auferstanden.
Er ist wahrhaftig auferstanden!

Begrüßung                                    

Ich begrüße Sie ganz herzlich zu diesem Lesegottesdienst.
Im vergangenen Jahr durften wir keine Ostergottesdienste feiern.
In diesem Jahr dürfen und werden wir – unter Einhaltung der Corona-Regeln – nach einer langen Winterpause wieder Gottesdienste am Osterfest feiern.
In unserer Kirchengemeinde werden wir Open Air feiern.
Zumindest ist das der Stand der Dinge am Tag, an dem dieser Lesegottesdienst gedruckt wird.
Aber die Situation in der Pandemie ist immer noch so, dass Abstand und Kontaktreduktion wichtig sind. Deshalb möchte ich auch an diesem Osterfest für alle, die Ostern lieber noch zu Hause bleiben diesen Lesegottesdienst für Sie gestalten, der mit der Ostertüte und der Osterkerze zu Ihnen kommt.

Vorab einige Anmerkungen zum Gottesdienst und die Abkündigungen, heute zu Beginn des Gottesdienstes.

Die Predigt bezieht sich auf die beiliegende Geschichte: Wie aus dem Ei ein Osterei wurde.
Sie können die Geschichte im Rahmen des Gottesdienstes lesen.
Sie werden der Predigt aber auch folgen können, wenn Sie diese Geschichte nicht gelesen haben.

Konfirmationen:
Ende April, Anfang Mai werden in unserer Kirchengemeinde die Jugendlichen konfirmiert, die eigentlich letztes Jahr konfirmiert worden wären.
Einige Jugendliche möchten auf eigenen Wunsch ihre Konfirmation noch einmal verschieben, in den Sommer oder ins nächste Jahr, damit z.B. die Großeltern mitfeiern können. Diesem Wunsch werde ich aufgrund der aktuellen Situation entsprechen. Wie das genau organisiert werden kann, muss ich mir noch überlegen.
Wir werden im Frühjahr 6 Konfirmationsgottesdienste haben.
Ab Mitte Mai mache ich dann erst einmal Urlaub.

Für die Lesegottesdienste bedeutet das:
Von Ende April – Anfang Juni werden die Lesegottesdienste in unregelmäßigen Abständen, nicht wöchentlich, erscheinen.

Wenn Sie einen Lesegottesdienst haben möchten und ihn bis jetzt noch nicht von irgendjemand nach Hause gebracht bekommen, dann können Sie entweder: eine Mail an das Drensteinfurter Gemeindebüro (drensteinfurt@mirjam-kirche.de) schreiben und bekommen die Lesegottesdienste dann nach Erscheinen gemailt, oder: Sie rufen im Drensteinfurter Gemeindebüro an (02508-984014), dass Sie informiert werden möchten, wenn ein neuer Lesegottesdienst erscheint, aber keine Mail-Adresse haben.
So kommen Sie nicht umsonst zur Kirche, um nachzusehen, ob ein Lesegottesdienst ausliegt.
Auf unserer Homepage (hier) werden die Lesegottesdienste auch weiterhin erscheinen.

Kollekte
Durch die Corona-Pandemie sind viele Menschen auch finanziell in große Notlagen gekommen. Viele Spenden sind weggebrochen – auch weil Kollekten fehlen.
Die Bahnhofsmission hat durch den Rückgang der Reisenden auch weniger Unterstützung bekommen, ist aber gerade auch in dieser Zeit eine wesentliche diakonische Einrichtung, weil viele Obdachlose, die nun im Winter keine Unterkünfte hatten, dort eine warmes Getränk, ein tröstendes Wort oder auch mal ein paar Stunden in der Wärme bekommen konnten.

Deshalb ist die heutige Kollekte für die Bahnhofsmission gedacht.

Kontonummer:
Verein zur Förderung der Bahnhofsmissionen in Deutschland e.V.
IBAN: DE58 5206 0410 0005 0159 95
BIC:   GENODEF1EK1

Nun wollen wir uns einstimmen lassen in diesen Ostergottesdienst:

Der Herr ist auferstanden.
Er ist wahrhaftig auferstanden.

Dieser schon sehr alte Ostergruß ist auch ein ganz kurzes Glaubensbekenntnis, das unseren Glauben und unsere Hoffnung ausdrückt. Damit beginnen wir das älteste Fest der Christenheit.

Jesus spricht: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. (Joh 8,12)

Die Osterkerze erinnert uns an das Licht, das mit Jesus in unsere Welt gekommen ist.
Gerade in einer Zeit der Krise ist Ostern das Fest, das uns Hoffnung und Zuversicht schenkt.

In dieser Hoffnung feiern wir
Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

 Lied: EG 560 – O herrlicher Tag

Psalm 118, 14-24
Jedes Jahr am Osterfest stimmen wir ein in das Gebet des Psalmbeters,
das uns in Psalm 118 überliefert wird:

14Der Herr ist meine Macht und mein Psalm und ist mein Heil.
15Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten: Die Rechte des Herrn behält den Sieg!
16Die Rechte des Herrn ist erhöht; die Rechte des Herrn behält den Sieg!
17Ich werde nicht sterben, sondern leben und des Herrn Werke verkündigen.
18Der Herr züchtigt mich schwer; aber er gibt mich dem Tode nicht preis.
19Tut mir auf die Tore der Gerechtigkeit, dass ich durch sie einziehe und dem Herrn danke.
20Das ist das Tor des Herrn; die Gerechten werden dort einziehen.
21Ich danke dir, dass du mich erhört hast und hast mir geholfen.
22Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden.
23Das ist vom Herrn geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen.
24Dies ist der Tag, den der Herr macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,
wie es war im Anfang,
jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.

Kyrie-Gebet      
Christus, du bist das Licht der Welt. 
Wir sind berufen, weiterzugeben
die Wärme und die Helligkeit, die von dir ausgeht. 
Aber gemessen an dieser Aufgabe
erscheinen unsere Arme zu kurz,
unsere Füße zu schwerfällig,
unsere Worte zu gedankenlos
und unsere Gedanken zu festgefahren. 
Weil wir uns ändern wollen, rufen wir:

Herr, erbarme dich!
Christus, erbarme dich!
Herr, erbarme dich über uns!

Gnadenzusage
Der auferstandene Christus verspricht uns:
»Ich lebe, und ihr sollt auch leben.«
Amen!

Lied: EG 103  -Gelobt sei Gott im höchsten Thron

Tagesgebet
Du Gott des Lichts,

du hast die Dunkelheit unserer Welt
 durchbrochen
an jenem Ostermorgen.

Du hast einen neuen Anfang gemacht
als alle nur auf das Ende blickten.

Versteinertes hast du ins Rollen gebracht,
Erstarrtes in Bewegung.
Schatten der Angst hast du weggewischt
.
Lass dein Licht an diesem Ostermorgen

auch unser Herz ergreifen und unsere Welt erleuchten.
Schenke uns Mut, das Unfassbare zu glauben,
dass auch wir dereinst auferstehen.

Amen.


Lesung
     Evangelium des Johannes Kapitel 20,11-18

11Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, beugte sie sich in das Grab hinein 12und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen zu Häupten und den andern zu den Füßen, wo der Leichnam Jesu gelegen hatte. 13Und die sprachen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.
14Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, dass es Jesus ist. 15Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir: Wo hast du ihn hingelegt? Dann will ich ihn holen. 16Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf Hebräisch: Rabbuni!, das heißt: Meister!
17Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und eurem Vater, zu meinem Gott und eurem Gott. 18Maria Magdalena geht und verkündigt den Jüngern: »Ich habe den Herrn gesehen«, und was er zu ihr gesagt habe. Amen!

Halleluja.
Dies ist der Tag, den der Herr macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.
Halleluja.
Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.
Halleluja.


Glaubensbekenntnis
(von Kurt Marti)

Ich glaube an Gott,
der die Liebe ist,
den Schöpfer des Himmels und der Erde

Ich glaube an Jesus
sein menschgewordenes Wort
den Messias der Bedrängten und Unterdrückten
der das Reich Gottes verkündet hat
und gekreuzigt wurde,
ausgeliefert wie wir der Macht des Todes
aber am dritten Tag auferstanden,
um weiterzuwirken für unsere Befreiung
bis dass Gott alles in allem sein wird.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
der uns zu Mitstreitern des Auferstandenen macht,
zu Brüdern und Schwestern derer
die für Gerechtigkeit kämpfen und leiden

Ich glaube an die Gemeinschaft der weltweiten Kirche,
an die Vergebung der Sünden,
an den Frieden auf Erden,
für den zu arbeiten Sinn hat,
und an eine Erfüllung des Lebens
über unser Leben hinaus.

Aus: Kurt Marti, Werkauswahl in 5 Bänden,
Namenszug mit Mond. Gedichte, © 1996 Verlag Nagel & Kimche AG, Zürich)


Lied: EG 116

 

Geschichte: “Wie aus dem Ei das Osterei wurde”

Die Geschichte hier als Download.

 Lied: EG 116 (Posaunenchor)


Predigt
Gnade sei mit Euch und Friede von Gott unserm Vater und dem Herrn Jesus Christus! [Phil 1,2]   Amen!

Die Geschichte, die Sie vielleicht gerade gelesen haben, ist eine Legende, die der Autor Willi Fährmann geschrieben hat. Eine Legende – ein Versuch etwas Unerklärliches doch zu erklären; etwas was man nicht sehen kann, doch anschaulich zu machen.

Um zwei Aspekte geht es uns bei dieser Legende.

  1. Wie aus dem Ei das Osterei wurde oder vielmehr: warum am Osterfest die Kinder Ostereier suchen und auch für uns Erwachsene Ostereier, gekocht und gefärbt oder aus Schokolade zum Osterfest dazu gehören.

Diese Legende ist eine der schönsten Legenden, die ich kenne, um uns den Brauch der Ostereier zu erklären. Die Geschichte stellt eine Verbindung der Ostereiersuche mit dem christlichen Osterfest her – auch wenn diese Geschichte sicher nicht historisch, nicht wirklich stattgefunden hat.

  1. Wie aus dem Ei das Osterei wurde, das ist auch der Versuch, uns Menschen das unbegreifliche, unfassbare Wunder der Auferstehung Jesu nahe zu bringen.

Nicht nur der Kaiser Maxentius (eine der Hauptfiguren der Geschichte) hatte zunächst seine Schwierigkeiten mit dem Glauben an die Auferstehung. Gerade in unserer heutigen Zeit, die voll ist von Erfolgen der Wissenschaft und Technik, in der es immer wieder neue archäologische Funde gibt, fällt es den Menschen schwer, an die Auferstehung Jesu Christi zu glauben und auf unsere eigene Auferstehung zu vertrauen.

Und wenn wir ehrlich zu uns sind – wer hat nicht schon einmal an der Güte Gottes gezweifelt, wen hat nicht schon einmal der Zweifel gepackt, ob das mit Jesus von Nazareth alles wirklich so war wie es in der Bibel steht!?

Heutzutage, wo wir alles erklären, alles sehen, anfassen und begreifen können und wollen, wie soll da die Auferstehung, die wir nicht sehen, nicht beweisen, sondern eben nur glauben können, verstehbar werden.

Die Geschichte von Katharina, dem Kaiser Maxentius und dem Osterei ist da ein guter Versuch das neue Leben, das nach dem Tod sein wird, anschaulich zu machen. Denn der Zweifel an der Auferstehung Christi ist so alt wie die Auferstehung selbst.
Erinnern wir uns noch einmal an das Evangelium, das wir heute gehört haben.
Maria Magdalena steht vor dem Grab Jesu und ist sehr traurig, denn Jesus ist nicht mehr da. Sie weiß nicht wo er ist. Sie kann es sich nicht anders erklären, als dass jemand Jesus weggebracht hat, an einen Ort, den sie nicht kennt. Sie ist traurig, denn sie kann nun nicht mehr zu Jesu Grab gehen und dort, wo er begraben ist, um ihn trauern.
Doch als sie sich umdreht, sieht sie plötzlich Jesus vor sich. Sie erkennt ihn erst nicht. Sie hält ihn für den Gärtner.
Erst als Jesus sie anspricht, erkennt sie ihn. Sie sieht ihn als den Auferstandenen. Nun ist sie von ihrer Traurigkeit befreit und kann zu den Jüngern Jesu laufen und ihnen erzählen was sie gesehen hat.

Heute, fast 2000 Jahre später, können wir Jesus nicht mehr sehen. Nicht lebend und nicht auferstanden. Aber er kann uns noch in unseren Herzen ansprechen.
Wir können nur auf die Erzählungen der Evangelisten vertrauen, auf die Zusage Jesu, dass er bei uns bleiben wird bis an der Welt Ende und an seine Verheißung, dass er in Wort und Sakrament, d.h. in Taufe und Abendmahl, immer bei uns sein wird.

Aber oft möchten wir doch fragen: was geschah denn wirklich? Wir haben nur die Berichte der Evangelien, in denen in unterschiedlicher Weise aufgeschrieben wurde, was die Frauen damals erlebt und erzählt haben.
Wir kennen das. Bitten Sie 5 Personen, die gemeinsam etwas erlebt haben, Ihnen davon zu berichten.
Sie werden 5 unterschiedliche Geschichten über ein und dasselbe Ereignis bekommen. Jede und jeder erzählt ein bisschen anders, weil anderes wichtig war, weil unterschiedliche Gefühle ausgelöst wurden. Und doch erzählt jede Geschichte wahrheitsgemäß das Erlebte.
So war das auch bei den Evangelisten.

Wenn wir also fragen, was wirklich geschah, fragen wir nach der Wahrheit der Auferstehung Jesu Christi. Und darin sind sich alle Evangelisten einig: Das was die Frauen erlebt haben, weist über sie selbst hinaus:

„Gehet hin und verkündigt es meinen Brüdern (und Schwestern), dass sie nach Galiläa gehen, dort werden sie mich sehen“ (28, 10).
Zu Zeugen werden die Jünger in der Begegnung mit dem Auferstandenen selbst. Aus der Gemeinschaft der Osterzeugen, Frauen und Männern, entsteht die Kirche.

Und im Mittelpunkt steht ein Auftrag: Die Sendung! Die Frauen, die das leere Grab entdeckt haben werden von Jesus zu den Jüngern gesandt. Sie sollen den Jüngern sagen, dass sie nach Galiläa gehen sollen. Das machen die Jünger. Voller Hoffnung, vielleicht aber auch unsicher oder sogar skeptisch, machen sich auf den Weg. Dort sehen sie tatsächlich noch einmal den Auferstandenen Jesus Christus- Sie bekommen einen Auftrag und werden in die Welt gesandt: „Gehet hin in alle Welt. Lehrt die Menschen halten, was ich gesagt habe und tauft sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes.“

Die Auferstehung Jesu Christi sprengt unsere Erfahrungen und Weltbilder auf. Sie ist eine Wahrheit des Glaubens. Sicher hängt dieser Glaube am Zeugnis der ersten Zeugen. Es geht um den Glauben der Kirche. Und es geht auch um meinen Glauben.

Um die Wahrheit zu sehen, muss Gott uns die Augen öffnen. Begegnung mit dem Auferstandenen: sie ereignet sich heute für uns anders als für die Frauen, für Petrus, alle Jünger.
Aber im Glauben weiß ich, dass er der Auferstandene, unser Herr ist, der für uns und unsere Schuld gestorben ist. In dieser Gewissheit ist Jesus selbst anwesend.
So hat es gerade Martin Luther gelehrt. Glaube ist Begegnung mit Jesus. Sie kann mir plötzlich geschenkt werden, sie kann langsam wachsen und reifen. Vielleicht geht das Einstimmen in den Glauben der Kirche der eigenen Gewissheit voraus. Aber immer wird auch heute zum Glauben gehören, dass ich erfahre, Christus hat mir einen Auftrag gegeben. Auch ich bin gerufen, Zeuge des Wunders der Auferstehung in unserer Welt zu sein.

Christus ist auferstanden! – Er ist wahrhaftig auferstanden!

Der Friede Gottes, welcher höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.      Amen!


Lied: EG 117 – Der schöne Ostertag


Fürbittengebet

Gott, wir danken dir für die Zeichen und Wunder der Auferstehung deines Sohnes Jesus Christus – überall um uns her.

Besonders der Frühling erinnert uns an das Neue Leben, das du uns schenkst:     
das Singen der Vögel, Sonnenstrahlen, die gut tun
und eine Luft, die aufatmen lässt.
Wir bitten dich für diese Erde,
öffne uns die Augen dafür,
dass wir deine Schöpfung bewahren und schützen,
damit die Auferstehung wahr wird
und wir bewahren, was das Leben so schön macht.

Aber in diesem Frühling denken wir auch in besonderer Weise an das Leid in der Welt.
Die Corona-Pandemie bestimmt immer noch unser Leben.
Das Osterfest erinnert uns daran: Du begleitest uns auch in den schweren Zeiten des Lebens.
Wir bitten dich, schenke uns die Kraft weiter durchzuhalten, um die Pandemie zu stoppen und den Menschen zu helfen, die an die Grenze ihrer Kraft kommen.

In besonderer Weise denken wir an Menschen,
die Angehörige, Freundinnen oder Freunde im Zusammenhang der Corona-Pandemie  oder durch andere Erkrankungen oder Unfälle verloren haben und darum traurig sind.

Lass uns ihnen zur Seite stehen und ihnen helfen neue Lebensfreude zu entdecken.
Öffne uns die Augen dafür,
wo unsere Hilfe gebraucht wird,
damit die Auferstehung wahr wird
und wir bewahren, was das Leben so schön macht.

Wir denken an die Menschen, die durch die Pandemie in existentielle Nöte gekommen sind.
Wir denken an die Menschen, die arbeitslos sind, hier bei uns und in vielen Ländern dieser Erde.
In vielen Ländern müssen Menschen verhungern, obwohl es genug zu essen gibt und bei uns Nahrung sogar vernichtet wird.
Wir bitten dich für das Miteinander in unserem Land und auf der Erde.
Öffne uns die Augen für die Ungerechtigkeit in unserer Welt und hilf uns diese Ungerechtigkeit zu verringern,
damit die Auferstehung wahr wird
und wir bewahren, was das Leben so schön macht.

Lass uns heute, an dem Tag,
an dem wir die Auferstehung Christi feiern,
in besonderer Weise begreifen,
wie du Leben behütest und bewahrst.
Und hilf uns zu erkennen, wo es auf uns und
unsere Mitverantwortung ankommt,
damit wir Zeichen und Wunder deiner Auferstehung in unserem täglichen Leben wahrnehmen.
AMEN!


Vater unser
      Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.
      Dein Reich komme.
      Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
      Unser tägliches Brot gib uns heute.
      Und vergib uns unsere Schuld,
             wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
      Und führe uns nicht in Versuchung;
             sondern erlöse uns von dem Bösen.
      Denn dein ist das Reich und die Kraft,
             und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
                                                                       Amen.


Segen

Gottes Segen leuchte Dir
wie das Licht am Ostermorgen.
Gottes Friede begleite Dich.
Gottes Liebe begleite Dich.
Gottes Freude tröste Dich.
Gottes Geist erfülle Dich.
Gottes Segen stärke Dich.

Der Herr ist auferstanden.
Er ist wahrhaftig auferstanden!

Lied: EG 99

Mirjam´s Online-Ostereisuche: Ostereisuche mal anders, suchen Sie auf unseren Webseiten die goldenen Ostereier. Hier geht es zur Anleitung.


Der Gottesdienst wurde zusammengestellt von Pfarrerin Angelika Ludwig
© 2021 Evangelische Mirjam-Kirchengemeinde Ascheberg Drensteinfurt

Wir können unsere Kar- und Ostergottesdienste wie geplant durchführen: Open-Air-Gottesdiente, dank einer Leihgabe haben wir nun einige wenige Stühle.

Karfreitag:
10.00 Uhr vor der Gnadenkirche Ascheberg
15.00 Uhr vor der Martinskirche Drensteinfurt

Ostersonntag: FAMILIENGOTTESDIENST
10.00 Uhr vor der Gnadenkirche Ascheberg
11.15 Uhr vor der Martinskirche Drensteinfurt
Für die Ostergottesdienste muss man sich telefonisch anmelden unter 02508-1239 und dort seinen Namen angeben und an welchem Ort man zum Gottesdienst gehen möchte.

Um die Tage von Gründonnerstag bis Ostersonntag zu Hause zu gestalten sind noch einige Ostertüten für Erwachsene und Ostertüten für Familien vorhanden. Sie können zu den üblichen Bürozeiten in Drensteinfurt und Ascheberg abgeholt werden.
Darüber hinaus gibt es Angebote für Jugendliche, Kinder und Erwachsene auf unserer Internetseite, z.B. auch eine digitale Ostereiersuche.

Pfarrerin
Angelika Ludwig

Vorbemerkung:

Diese Andacht richtet sich in erster Linie an Familien mit Kindern. Deshalb benutze ich für die direkte Anrede „Du“. „Du“ und „Sie“ immer zu kombinieren stört den Sprachfluss. Bitte formuliere / formulieren Sie, wie es am besten in Deine / Ihre Situation passt.

Du kannst / Sie können auch nur einzelne Teile dieser Lesegottesdienst auswählen und als Andacht feiern.

Vorbereitung:

Ein Tisch wird mit Blumen und einem Osterlicht (siehe Bastelanleitung, Kerze noch nicht angezündet) geschmückt. In der zweiten Datei finden Sie den Liederzettel zum Ausdrucken.

Bastelanleitung Osterlicht.
Liederzettel für den Oster Lese-Gottesdienst 2020

 

Gottesdienst

Der Gottesdienst beginnt und wir werden für einen Moment still. Vielleicht lassen wir uns von der Musik auf diesen Gottesdienst einstimmen.

 

Wir singen oder hören:
Wir feiern heut ein Fest (Edelkötter, leider mit Werbung- Beginn bei 0:29)

 

Begrüßung

Am Osterfest begrüßen wir uns in der Kirche mit dem Ostergruß. Dieser Ostergruß wird mehrmals im Gottesdienst wiederholt. Das könnt Ihr auch zu Hause machen (oder über die Sozialen Netzwerke).

Eine/r:               Der Herr ist auferstanden.
Alle:                    Er ist wahrhaftig auferstanden!

Die Kerze wird angezündet.

 

Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Eine/r:               Der Herr ist auferstanden.
Alle:                   Er ist wahrhaftig auferstanden!

 

Wir singen oder hören:
EG 456 / Kindergesangbuch Nr. 169 – Vom Aufgang der Sonne

https://www.lieder-vom-glauben.de/player/?key=23a3e3226442609c3249b054c4b6c3ec

 

Gebet                                                   

Gott, in diesem Jahr ist alles anders.
Wir feiern einen Gottesdienst zu Hause statt in der Kirche.
Viele von uns müssen ohne ihre Großeltern Ostern feiern.
Wir können uns auch nicht mit anderen Familien treffen.
Das macht uns traurig.
Trotzdem wollen wir die Freude über Ostern nicht vergessen.
Denn das Osterfest ist ein Fest, das Hoffnung schenkt.
Wir freuen uns auch in diesen Tagen über
das Osterfrühstück heute Morgen,
über Ostereier und Osterhasen.
Wir freuen uns über den Frühling,
die ersten blühenden Sträucher.
Wir sind in Gedanken mit allen Christinnen und Christen verbunden,
die heute Morgen, so wie wir, zu Hause einen Ostergottesdienst feiern.
Wir bitten Dich, schenke uns Geduld in dieser Zeit durchzuhalten
Und gib uns Mut und Hoffnung,
dass wir uns bald wieder mit Freunden und Freundinnen treffen dürfen.

 

Wir singen oder hören:
Kindergesangbuch Nr. 198 – Du verwandelst meine Trauer in Freude

https://www.evangeliums.net/lieder/lied_du_verwandelst_meine_trauer_in_freude_kanon.html


 

Evangelium

Einleitung

Die Evangelisten erzählen uns viele Geschichten über die Auferstehung Jesu. In allen Erzählungen kommt das leere Grab vor. Zuerst erschrickt sich Maria. Das erzählt uns jetzt der Evangelist Markus.
Danach werden wir hören und sehen, dass Maria aber dann noch ganz fröhlich wird.

Wir lesen das Evangelium bei Markus im 16. Kapitel:

1 Als der Sabbat vorbei war,
kauften Maria aus Magdala,
Maria, die Mutter von Jakobus,
und Salome duftende Öle.
Sie wollten die Totensalbung vornehmen.

2 Ganz früh am ersten Wochentag kamen sie zum Grab.
Die Sonne ging gerade auf.

3 Unterwegs fragten sie sich:
»Wer kann uns den Stein vom Grabeingang wegrollen?«

4 Doch als sie zum Grab aufblickten, sahen sie,
dass der große, schwere Stein schon weggerollt war.

5 Sie gingen in die Grabkammer hinein.
Dort sahen sie einen jungen Mann auf der rechten Seite sitzen,
der ein weißes Gewand trug.
Die Frauen erschraken sehr.

6 Aber er sagte zu ihnen:
»Ihr braucht nicht zu erschrecken.
Ihr sucht Jesus aus Nazaret, der gekreuzigt worden ist.
Gott hat ihn vom Tod auferweckt,
er ist nicht hier.
Seht, da ist die Stelle, wo sie ihn hingelegt hatten.

7 Macht euch auf!
Sagt es seinen Jüngern und besonders Petrus:
Jesus geht euch nach Galiläa voraus.
Dort werdet ihr ihn sehen,
wie er es euch gesagt hat.«

8 Da flohen die Frauen aus dem Grab
und liefen davon.
Sie zitterten vor Angst
und sagten niemandem etwas,
so sehr fürchteten sie sich.

 

Halleluja.
Dies ist der Tag, den der Herr macht,
lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.
Halleluja.

Eine/r:               Der Herr ist auferstanden.
Alle:                   Er ist wahrhaftig auferstanden!

 

Wir singen oder hören:
Kindergesangbuch Nr. 193 – Hallelu, hallelu, halleluja, Preiset den Herrn

 Kleines Glaubensbekenntnis (Kindergesangbuch S. 331)

 

Wir hören:
Heizmann: Halleluja, Gott ist allmächtig

oder

Wir singen:
EG 100 / Kindergesangbuch Nr. 65: Wir wollen alle fröhlich sein

 

Eine Ostererzählung:

Jakob hört die Osterbotschaft von Maria Magdalena
von Andrea Moritz aus: Die Osterzeit Kindern erklärt. Gütersloher Verlagshaus

Jakob sitzt mit Mirjam unter dem Küchentisch und spielt. “Wann dürfen wir endlich wieder nach draußen?”, fragt er ungeduldig seine Mutter.

Rut, seine Mutter, steht am Herd und ist dabei, das Essen zu kochen. “Wenn Vater meint, dass sich die Aufregung gelegt hat. Wir wissen ja jetzt alle nicht, wie es nach Jesu Tod weitergehen soll”, antwortet Rut traurig ihren Kindern. Mirjam fängt sofort wieder  an zu weinen. Sie begreift noch gar nicht so recht, was geschehen ist. Alle sind sie nur traurig. Keiner ist mehr fröhlich. Die Mutter singt keine Lieder mehr mit ihr.

Der Vater schmeißt sie nicht wie sonst lachend in die Luft. Und Jesus, ihr Freund, würde sie nicht mehr mit seiner Hand über ihren Kopf streicheln. Er war so lieb zu ihr im Tempel gewesen. Rut nimmt die kleine Mirjam auf den Arm und streicht ihr über den Rücken. „Wein nur, mein Kind. Ich fange deine Tränen auf. Traurig sein braucht Tränen. Irgendwann werden wir auch wieder fröhlich sein und lachen können. Ich glaube nicht, dass Gott uns ganz vergessen hat.“

Während Ruth Mirjam auf ihrem Arm wiegt, klopft es plötzlich heftig an der Haustür.

“Macht mir auf! Ich bin es, Maria Magdalena!“, ruft von draußen eine Stimme. „Schnell, ich habe eine freudige Nachricht für euch!”

Jakob rennt zur Tür und öffnet.

“Ich habe Jesus gesehen“, ruft Maria und tritt ein. „Gott hat ihn auferweckt!“

Die Kinder und Rut hören gespannt zu, was Maria erzählt. „Heute Morgen, beim Aufgang der Sonne, hielt ich es nicht mehr aus, so traurig war ich. Ich habe mich angezogen und bin zu dem Garten geschlichen, in dem wir Jesus begraben haben. Ich wollte ihm noch einmal ganz nah sein. Als ich dort ankam, war der Stein vor dem Eingang zum Grab weg!“

„Was?“, ruft Jakob dazwischen. „Der muss doch riesengroß gewesen sein!“

„Und trotzdem war er weggewälzt“, erzählt Maria weiter. „Ich war furchtbar erschrocken und bin so schnell ich konnte zu Petrus gelaufen. Ihm und Johannes habe ich berichtet, dass jemand unseren Jesus gestohlen hat. Da rannten sie los, die beiden, einer schneller als der andere. Als ich schließlich am Grab ankam, kamen die beiden aus dem leeren Grab heraus, nickten mir kurz zu und verschwanden, ohne noch ein Wort zu sagen.

Jesus war verschwunden. So stand ich da am leeren Grab und musste weinen.“

„Und dann?“, fragt Jakob gespannt.

„Plötzlich hatte ich das Gefühl, nicht alleine am Grab zu sein. Ich drehte mich um. Stellt euch vor! Jemand steht zwischen den Sträuchern. Ein Mann tritt zwischen den Büschen hervor und fragt mich:  >Warum weinst du?< Zuerst denke ich: >Das wird der Gärtner von diesem Garten sein. Der weiß Bescheid. Der kann mir weiterhelfen.<

Ich frage ihn also, ob er Jesus weggetragen hat und wo ich ihn finden kann. Der Fremde steht da und schaut mich an. Als ich anfange ihm die Geschichte  zu erzählen, kommt er näher und sagt zu mir: >Maria!<

Und da erkenne ich ihn. >Es ist Jesus<, jubelt es in meinem Herzen. >Er ist nicht  mehr tot. Er ist wieder lebendig geworden. Jetzt ist alles wieder gut! Jetzt bleiben wir wieder zusammen! Jetzt ist es wieder so, wie es  war.< Vor Freude rufe ich: >Herr, du bist es!< – und will ihn umarmen, so glücklich bin ich. Er aber erlaubt es mir nicht. Jesus sagt zu mir: >Wie immer kann es nicht mehr sein, Maria! Ich kann nicht mehr bei euch auf der Erde bleiben. Ich gehe zu Gott, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Das erzähle allen Freundinnen und Freunden. Geh und lauf los, sage die gute Nachricht weiter, dass ich nicht im Tod geblieben bin.<

Meine Traurigkeit war wie weggeblasen. Jesus hat sie in Freude verwandelt.

Den Jüngern habe ich die Nachricht schon gebracht und der nächste Weg war zu euch, meine Freunde. Jesus lebt!”

Für einen Moment sitzen Jakob, Mirjam, Rut und Maria still da. Dann springt Jakob auf.

„Wohin willst du?“ fragt Rut.

„Vater suchen und ihm die Geschichte erzählen!“, ruft Jakob und rennt zur Tür hinaus.

 

Wir singen oder hören:
EG 116 / Kindergesangbuch Nr. 66 Er ist erstanden, hallelujah:

https://www.lieder-vom-glauben.de/player/?fbclid=IwAR3A65NNvn101uHyDcaLu-y0GIQHgr42_7B56ZZoWHqJ1CHEbZEM-Zt-OJ0&key=771f3df7f2340d1c65e39a0f47b69c2e

 

Eine Predigt zum Lesen oder Vorlesen

“Wann dürfen wir endlich wieder nach draußen?”, fragt Jakob in der Erzählung ungeduldig seine Mutter.
„Wann dürfen wir endlich wieder nach draußen und uns mit unseren Freundinnen und Freunden zum Spielen treffen?“ Das habt ihr sicher in den vergangenen Wochen auch manchmal gefragt.
Vielleicht sogar: „Wann dürfen wir wieder in die Schule?“ Und auch die Eltern fragen sich das sicher manchmal.

Wir kennen das nicht, dass wir uns nicht frei bewegen dürfen, dass wir uns nicht mit anderen Menschen treffen können, ja dass wir noch nicht einmal gemeinsam an Ostern Gottesdienst in der Kirche feiern dürfen.
Für viele Menschen ist das ganz traurig.
Aber Ostern ist ein Fest, das Hoffnung und Fröhlichkeit zu uns in die Welt und in unsere Herzen bringt. So wie ihr es in der Geschichte von Jakob und Maria Magdalena gerade gelesen habt.

Erinnern wir uns mal an die Zeit vor fast 2000 Jahren.
Da waren die Freunde von Jesus ganz traurig, dass er gestorben ist.
Aber als sie dann erfahren haben, dass Jesus auferstanden ist, da sind sie vor lauter Freude aus ihren Häusern gelaufen und haben es allen ihren Freunden erzählt.

Die Reaktionen waren ganz unterschiedlich. Manche Menschen haben ihnen sofort geglaubt, andere aber haben es erst mal nicht geglaubt, dass das Grab leer ist und Jesus auferstanden ist. Kein Wunder! Es klingt ja auch erst mal unglaublich.

Nicht nur heute, auch die Menschen vor 2000 Jahren haben es mit der Botschaft der Auferstehung schon schwer gehabt. Im Grunde haben sie es genauso schwer gehabt wie wir heute. Irgendwie ist das doch auch tröstlich. Wir stehen mit unseren Fragen und Zweifeln nicht allein da.
Wir wissen, dass jeder von uns sterben muss. Das macht uns Angst. Gerade jetzt, wo wir das immer in den Nachrichten hören.
Das, was uns Angst macht ist die Ungewissheit: Wie ist das, wenn man stirbt?Was kommt danach!

Jesus hat eine Antwort darauf: Er sagt: „Ich lebe, und auch ihr sollt leben.“
Die Frauen waren mutig, ihm zu vertrauen. Sie werden die ersten Zeugen, die von der Auferstehung Jesu erzählen. Viele Christen nach ihnen taten dies auch. Sie riskierten und riskieren bis heute alles für diese Botschaft, um andere zu überzeugen, mit ihnen an den auferstandenen Christus zu glauben. Ihre Botschaft an uns heute ist dieselbe wie damals: „Der Tod ist besiegt. Nicht er hat das letzte Wort, sondern das Leben.“
Das ist die Hoffnung, die sie uns weitergeben und die wir weitersagen und bezeugen sollen.
Das schenkt uns Hoffnung, dass die Menschen, die wir lieben, die aber schon sterben mussten, jetzt bei Gott geborgen sind.
Wir dürfen hoffen, dass wir sie dort einmal wiedersehen.
Deshalb dürfen wir uns in unserer Trauer auch wieder über viele schöne Dinge freuen.
Auch über das Osterfest, das in diesem Jahr irgendwie anders wird als sonst.

Amen!

 

Wir singen oder hören:
Heizmann: Trau dich ran

 

Fürbittengebet      

Guter Gott, wir danken dir für das Wunder des Ostermorgens:
Für die wärmende Sonne, die aufgegangen ist nach einer langen Nacht.
Wir danken dir, dass du Jesus Christus auferweckt hast von den Toten.

Darum bitten wir dich:
Lass den Morgen der großen Verwandlung auch in uns aufgehen und mit uns weitergehen.

Richte uns auf.
Trockne unsere Tränen.
Verwandle unsere Ängste in Zuversicht.
Stärke den Glauben.
Hilf, dass der Glaube mit uns weitergeht.
Hilf uns, aufzustehen gegen Kälte, Gleichgültigkeit und Gewalt.
Hilf uns, denen beizustehen, die Not leiden.
Hilf uns und steh uns bei in unseren Leiden.
Lass Hass und Krieg ein Ende finden.
Lass Gewalt und Verletzungen ein Ende finden.
Lass Verleumdungen und Gerüchte ein Ende finden.
Zeige uns den Weg der Verwandlungen: der Vergebung, der Versöhnung, des Friedens.
Du, Gott, kannst neues Leben schaffen.
Jesus Christus lebt, und wir mit ihm.
Dafür loben und preisen wir dich – heute und in Ewigkeit,

mit den Worten die alle Christinnen und Christen auf der ganzen Welt verbinden:

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung;
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft,
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Segensbitte
Herr, wir bitten dich:
Segne uns.
Halte deine schützenden Hände über uns
Und gib uns deinen Frieden.
Amen!

Eine/r:    Der Herr ist auferstanden.
Alle:        Er ist wahrhaftig auferstanden!

Wir singen oder hören:
EG 171 / Kindergesangbuch Nr. 213: Bewahre uns Gott

 

Der Gottesdienst wurde zusammengestellt von Pfarrerin A. Ludwig.
© Evangelische Mirjam-Kirchengemeinde Ascheberg Drensteinfurt; A. Ludwig


Am Ostersonntag bietet der Evangelische Kirchenkreis Münster jeweils einen zentralen Online-Gottesdienst an.

https://kirchenkreis-muenster.ekvw.de/

Liebe Konfis aus Ascheberg, Davensberg, Ottmarsbocholt, Drensteinfurt und Rinkerode!

Ostern steht vor der Tür!
Genauer: An Gründonnerstag beginnen die Osterfeiern.
Aber dieses Jahr ist alles anders: Wir alle bleiben zuhause (#StayHome), kein Ostergottesdienst und ob es Ostereier zu finden gibt, ist auch nicht sicher.

Aber trotzdem ist doch Ostern!

Und Ostern ist nicht nur ein schwer zu glaubendes Fest, sondern auch das Fest der Hoffnung: Das Leid, das Schwere im Leben, die Schuld, die Fehler und sogar der Tod gehören zum Leben, aber sind nicht das Ende. Sie können uns nicht von Gott trennen. Der ist nämlich stärker als all das. Und das feiern wir an Ostern.

Ostern findet statt – auch ohne Kirche. Bei euch zuhause! Auf eure Art! Vielleicht zündet ihr gemeinsam eine Kerze an, lest die Ostergeschichte oder verschickt Ostergrüße.

 Damit ihr Ostern für euch oder in eurer Familie feiern könnte, kommen hier ein paar Ostervorschläge und -ideen.

 

Gründonnerstag, also heute, ist der Beginn des Osterfestes. Jesus feiert das berühmte letzte Abendmahl, das wir im Gottesdienst auch feiern. Er ist in Jerusalem eingezogen, sitzt mit den Jüngern zusammen und weiß genau, dass das sein letzter glücklicher Abend sein wird.
Nach dem Essen geht er in den Garten Gethsemane, um zu beten – und er hat Angst!  Schließlich wird er verraten und von den Römern abgeführt.  Eine gute Gelegenheit, um heute Abend darüber nachzudenken, was dir Angst macht. Wovor fürchtest du dich? Was belastet dich gerade?
Wenn du möchtest, kannst du das im Gebet Gott sagen oder es ihm schreiben – so wie Jesus damals im Garten.

 

Karfreitag ist ein ruhiger Tag – auch in nicht Coronazeiten wäre das so. Tanzverbot, keine Disco hat geöffnet, viele Restaurants haben geschlossen. Ein trauriger Tag. Wir denken an Jesus Kreuzigung. Jesus stirbt. Und zwar auf eine äußerst brutale Weise. Einige seiner Freunde und auch seine Mutter sind dabei. Schauen zu. Und haben Angst.
Aber trotz aller düsteren Stimmung ist da Hoffnung: Jesus spricht mit einem anderen Gekreuzigten: Heute Abend wirst du mit mir im Paradies sein!
Und ein römischer Hauptmann erkennt, dass dieser Jesus etwas ganz Besonderes ist. Mit dem Tod ist noch nicht alles vorbei – das hoffen wir an Karfreitag und sind doch traurig.

  

Eine gute Gelegenheit, um in aller Ruhe zu überlegen, was dir Hoffnung macht.

Ostersteine: Dazu könnt ihr euch einen möglichst runden (Kiesel-)Stein suchen (zur Not stehen auch welche an den Gemeindehäusern in Ascheberg und Drensteinfurt) und ihn mit Hoffnungszeichen bemalen. Foto machen und als Mail verschicken. Die Steine könnt ihr gut sichtbar in eurem Ort auslegen – und so jemandem Hoffnung machen, der ihn findet.

DOWNLOAD der Anleitung hier…

 

Am Ostersonntag dann feiern wir die Auferstehung Jesu. Zugegeben, das ist erstmal schwer zu verstehen.
Frauen gehen zum Grab und finden Jesus nicht, sind ganz aufgeregt und treffen auf einen Engel: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Sagt der.

An Ostern feiern wir, dass Gott viel stärker ist als der Tod und dass es Hoffnung gibt für uns alle: Selbst der Tod kann uns nicht von Gott trennen!    (und das Leben auch nicht). Wir gehören zu ihm!

Digitale Osternacht:

Um zuhause aber miteinander Ostern zu feiern, könnt ihr alle bei der digitalen Osternacht mitmachen:

https://www.instagram.com/digitaleosternacht/?igshid=drguym3qm5cw
oder
https://kirchenkreis-muenster.ekvw.de/junge-kirche/digitale-osternacht/

Zugegeben, die Zeiten sind eine Herausforderung, aber es wird eine tolle Sache! Extra für Jugendliche!

Und zuletzt noch ein Filmtipp: Sengelmann sucht Ostern! Klingt erstmal komisch, ist aber ein wirklich schönes Filmchen über Ostern und was wir da warum und wo und wie feiern. Sehenswert!

https://www.planet-schule.de/sf/php/sendungen.php?sendung=10974

 

Und jetzt wünschen wir euch frohe Ostern!

Bis hoffentlich bald und mit vielen Grüßen aus der Mirjam-Kirchengemeinde!

 Pfrin. Annika Hilker, Pfrin.  Angelika Ludwig, Daniela Bleicher und Jürgen Haase

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie ganz herzlich zu diesem Lesegottesdienst am Karfreitag. Diesen Gottesdienst hat unser Laienprediger Joachim Riemann für Sie vorbereitet.

An dieser Stelle ihm ein herzlicher Dank.

Mein Dank gilt auch besonders Herrn Christian Maaß, der die Lesegottesdienste regelmäßig auf unsere Homepage stellt und dafür sorgt, dass Sie dort auch so problemlos die Musik hören oder vielleicht sogar mitsingen können.

Deshalb stimmen Sie sich auch heute mit einer Musik, die Ihnen am heutigen Karfreitag gut tut ein, vielleicht von einer CD o.ä. oder hören Sie die Musik und die Lieder, die wir Ihnen als Anregung vorstellen.

Ich grüße Sie herzlich,

Ihre Pfarrerin Angelika Ludwig


Es folgt der Gottesdienst, gestaltet von J. Riemann

 

Musik zu Beginn
David Plüss: Jesu bleibet meine Freude

Begrüßung

„Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ Mit diesem Wochenspruch aus dem Johannesevangelium heiße ich Sie herzlich in diesem Gottesdienst, den Sie zu Hause feiern, willkommen. Karfreitag ist der Tiefpunkt, aber auch der Wendepunkt in der Geschichte der Menschheit. Gott scheint die Menschen zu verlassen, aber er bleibt doch bei uns und er ist es, der handelt, gegen den Augenschein, gegen alle Mutlosigkeit. Und so wollen wir Gott auch in der momentanen Krise an sein Wort erinnern und ihm danken, dass er bei uns bleibt.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
Amen!

 

Singen oder hören wir:
EG 85        O Haupt voll Blut und Wunden

 

Psalm – Wir beten mit Worten aus Psalm 22:
(hier in der Neuen Genfer Übersetzung oder schlagen Sie den Psalm in Bibel oder Gesangbuch auf, wenn Sie mit den vertrauten Worten beten möchten)

Mein Gott. Mein Gott, warum hast du mich verlasen?
Ich schreie, aber keine Rettung ist in Sicht,
ich rufe, aber jede Hilfe ist weit entfernt!
Mein Gott! Ich rufe am Tag, doch du antwortest nicht,
ich rufe in der Nacht und komme nicht zur Ruhe.
Du bist doch heilig,
du wohnst dort, wo dein Volk Israel dir Loblieder singt.
Unsere Väter setzten ihr Vertrauen auf dich.
Sie vertrauten dir, und du hast sie gerettet.
Zu dir schrien sie um Hilfe und wurden befreit,
sie vertrauten auf dich und wurden nicht enttäuscht.
Ich aber bin kein Mensch mehr, nur noch ein Wurm,
zum Spott der Leute bin ich geworden, das ganze Volk verabscheut mich.
Alle, die mich sehen, verhöhnen mich,
sie verziehen den Mund und schütteln den Kopf.
„Übergib deine Sache doch dem Herrn“, rufen sie.
„Ja, soll Gott ihn doch retten! Er soll ihm helfen – anscheinend
hat es ja Gefallen an ihm!“
Bleib mir doch jetzt nicht fern!
Die Not ist so bedrohlich nah,
und da ist niemand, der mir hilft!
Ich bin ohne Kraft, ausgetrocknet wie eine Tonscherbe.
Die Zunge klebt mir am Gaumen.
Du hast mich in den Staub gelegt, dahin, wo die Toten liegen.
Sie verteilen meine Kleider unter sich
und werfen das Los, wer mein Obergewand bekommen soll.
Du aber, Herr, bleib nicht fern von mir!
Du bist doch meine Kraft, schnell, komm mir zur Hilfe!
(Psalm 22, 2-9 12 16 19-20)

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war am Anfang, so auch jetzt und allezeit in Ewigkeit. Amen.

Kyrie-Gebet
Herr Jesus Christus,
wir staunen über deine grenzenlose Liebe.
Du erbarmst dich allen Menschen
und trägst ihre Schuld.
Wie arm ist dagegen unsere Liebe.
Wir machen Unterschiede
und richten Grenzen auf.
Wir sind gefangen in unserer Eigensucht.
Die Menschen neben uns kümmern uns wenig,
und über die Leiden anderer gehen wir hinweg.
Das tut uns leid.
Wir bitten dich:

Herr, erbarme dich.
Christus, erbarme dich.
Herr, erbarme dich .

Gnadenzuspruch
Gottes Erbarmen ist größer als unsere Schuld.
Also  hat Gott die Welt geliebt,
dass er seinen eingeborenen Sohn gab,
auf dass alle, die an ihn glauben,
nicht verloren werden,
sondern das ewige Leben haben.
(Joh. 3, 16)

 

Tagesgebet
Ewiger Gott, du gibst deinen Sohn hin in die Not der Welt,
in die Ratlosigkeit der Gläubigen,
in die harten Hände derer, die sich für gerecht halten:
Öffne unsere Herzen für die Tat seiner Liebe,
damit wir uns von ihr tragen lassen
und im Leben und im Sterben an dir festhalten.
Durch ihn, unsern Heiland und Erlöser,
der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert
von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.

 

Singen oder hören wir:
EG 87 Du großer Schmerzensmann

 

Evangelium
Lesen wir das Evangelium für den Karfreitag: Jesu Kreuzigung
Joh. 19, 16-30 (Neue Genfer Übersetzung)

Da gab Pilatus ihrer Forderung nach und befahl, Jesus zu kreuzigen. Jesus wurde abgeführt. Er trug sein Kreuz selbst aus der Stadt hinaus zu der so genannten Schädelstätte; auf hebräisch heißt sie Golgata. Dort kreuzigte man ihn und mit ihm zwei andere, einen auf jeder Seite; Jesus hingt in der Mitte.

Pilatus ließ ein Schild am Kreuz anbringen, das die Aufschrift trug: „Jesus von Nazaret, König der Juden.“ Dieses Schild wurde von vielen Juden gelesen; denn der Ort, an dem Jesus gekreuzigt wurde, war ganz in der Nähe der Stadt, und die Aufschrift war hebräisch, lateinisch und griechisch abgefasst. Die führenden Priester des jüdischen Volkes erhoben Einspruch: „Es darf nicht heißen: ‚König der Juden‘“, sagten sie zu Pilatus. „Schreibe: ‚Dieser Mann hat behauptet: Ich bin der König der Juden.‘“ Pilatus erwiderte: „Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.“

Die Soldaten, die Jesus gekreuzigt hatten, nahmen seine Kleider und teilten sie unter sich auf; sie waren zu viert. Beim Untergewand stellten sie fest, dass es von oben bis unten durchgehend gewebt war, ohne jede Naht. „Das zerschneiden wir nicht“, sagten sie zueinander. „Wir lassen das Los entscheiden, wer es bekommt.“ So sollte sich erfüllen, was in der Schrift vorausgesagt war:
„Sie haben meine Kleider unter sich verteilt; um mein Gewand haben sie das Los geworfen.“
Genau das taten die Soldaten.

Bei dem Kreuz, an dem Jesus hing, standen seine Mutter und ihre Schwester sowie Maria, die Frau von Klopas, und Maria aus Magdala. Als Jesus seine Mutter sah und neben ihr den Jünger, den er besonders geliebt hatte, sagte er zu seiner Mutter: „Liebe Frau, das ist jetzt dein Sohn!“ Dann wandte er sich zu dem Jünger und sagte: „Sieh, das ist jetzt deine Mutter!“ Da nahm der Jünger die Mutter Jesu zu sich und sorgte von da an für sie.

Jesu wusste, dass nun alles vollbracht war. Und weil sich das, was in der Schrift vorausgesagt war, bis ins Letzte erfüllen sollte, sagte er: „Ich habe Durst!“ Da tauchten die Soldaten einen Schwamm in ein Gefäß mit Weinessig, das dort stand, steckten ihn auf einen Ysopstängel und hielten ihn Jesus an den Mund. Nachdem er ein wenig von dem Essig genommen hatte, sagte er:
„Es ist vollbracht“. Dann neigte er den Kopf und starb.
Amen!

 

Singen oder hören wir:
EG 94 Das Kreuz ist aufgerichtet

 

PREDIGT zu 2. Korinther 5, (14a-18) 19-21

Liebe Gemeinde!

Lieber Täter sein als Opfer. Viele Gewaltorgien hängen mit diesem Motiv zusammen. Lieber Täter als Opfer. Wer sich in die Ecke gedrängt fühlt, abgehängt, machtlos, neigt schneller zu Gewalttätigkeit. „Schwere Kindheit“ heißt das dann vor Gericht. In den deutschen Parlamenten schlägt eine Partei um sich und stilisiert sich gleichzeitig als Opfer. Ganze Bevölkerungsgruppen werden als Opfer deklariert und zwischen den Zeilen aufgerufen, sich zu wehren. Ein Geschäftsmodell, eine Komm-aus-dem-Gefängnis-frei-Karte, ein Schimpfwort: Du Opfer. Was dann folgt, ist mal Oper, mal Operette, aber nicht selten eine ganz große Inszenierung, mit Empörung, Mitleid, Schadenfreude und so weiter, die ganze Palette starker und oft auch niederer Gefühle.

Opfer werden gefordert, Opfer werden gebracht. Ganz aktuell ist die deutsche Bevölkerung (wie weltweit fast alle) dazu aufgerufen, Opfer zu bringen, um Opfer zu vermeiden. Und da wird es brandgefährlich. Etwas aufgeben, um etwas anderes zu retten, mag in manchen Fällen funktionieren, oft genug geht es auch da schief, aber spätestens, wenn Menschenleben gegeneinander aufgerechnet werden, ist das zum Scheitern verurteilt. Opfer bringen, um Opfer zu vermeiden: Das hat in der ganzen Menschheitsgeschichte scheinbar nur einmal geklappt, am Karfreitag vor rund 2.000 Jahren.

Hier kommt das Denken an eine Grenze, und damit auch die Sprache. Warum musste Jesus am Kreuz sterben? Wurde er geopfert? Hat er sich geopfert? Die deutsche Sprache ist für ihre Präzision ebenso berühmt wie berüchtigt, aber im Fall von „Opfer“ fallen im Deutschen Dinge zusammen, für die es in anderen Sprachen unterschiedliche Wörter gibt, je nachdem, ob ich ein Opfer bringe oder zu einem werde. Denn es ist etwas ganz anderes, ob ich meinen Urlaub dafür opfere, um endlich mal den Keller aufzuräumen, oder Opfer eines Verkehrsunfalls werde.

Opfer bringen, Opfer sein: Bei Jesus am Kreuz an Karfreitag scheint beides zusammenzufallen. Jesus ist das Opfer eines Justizirrtums, von Verrat und von der Boshaftigkeit der Menschen und politischer Intrige. Und er opfert sich, indem er sich nicht wehrt, nicht flieht, seine göttliche Macht nicht dazu gebraucht, vom Kreuz herabzusteigen. Warum eigentlich nicht? „Er starb für unsere Sünden“ ist die Katechismus konforme Antwort, die Generationen von Konfirmanden/-innen auswendig lernen mussten. Manche von ihnen fragen nach: Warum musste er für unsere Sünden sterben? Hätte er nicht für unsere Sünden tanzen können oder etwas backen?
Das Denken und die Sprache kommen hier an Grenzen. Der Apostel Paulus versucht sie zu überschreiten und schreibt im 2. Brief an die Korinther im 5. Kapitel:

Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott! Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.

Hier ist die Grenze des Erträglichen und des Sagbaren. Schnelle Einordnungen und Erklärungen laufen ins Leere. Jesus ist nicht das Opfer von anderen oder von Umständen geworden: Gott ist der allein Handelnde. Ausgerechnet da, wo er schweigt, wenn selbst Jesus schreit „Warum hast du mich verlassen?“, handelt Gott. Und nur er. Niemand vermag es zu erkennen in dem Moment, nicht einmal sein eigener Sohn. Dort, wo nur Verlassenheit und unsägliches Leid sichtbar ist, handelt Gott im Verborgenen.

Auch die zweite Art Opfer wäre ein Missverständnis: Es geht nicht darum, dass Jesus ehrwürdig und erhaben mit seinem Leben dafür einsteht, was er zuvor gepredigt hat. Der Tod am Kreuz ist nicht ein Durchziehen von Überzeugungen bis zum bitteren Ende. Das wäre eine Verharmlosung, schon alleine deswegen, weil es immer mal wieder vorkommt, dass Menschen für ihre Überzeugungen sterben, weil sie hoffen, damit ihrer Sache zum endgültigen Durchbruch zu verhelfen. Jesus als Märtyrer: Das ist zu wenig. Denn durch seinen Tod entsteht eine völlig neue Situation, eine nie zuvor dagewesene. Es ist nicht die Einsicht der Menschen, die diese neue Situation schafft, es ist Gott, der die Situation verändert. Deswegen auch die Bitte des Paulus: Lasst euch versöhnen mit Gott!

Opfer würde heißen: Gott wurde versöhnt, oder – endgültig absurd – versöhnte sich mit sich selbst. Das wäre Operette. Theatralisch. Effekthascherisch. Stattdessen nimmt er sich selbst ernst und auch die Menschen. Sünde, also die Feindschaft des Menschen mit Gott, wird weder verharmlost, noch ignoriert. Das würde nur zur Verdrängung führen, und Verdrängtes bahnt sich seinen Weg und kommt umso schlimmer wieder. Gott ignoriert oder verharmlost die Sünde nicht, ganz im Gegenteil, er macht sie in ihrer ganzen Entsetzlichkeit sichtbar, wenn Jesus am Kreuz stirbt. Dort hält er sie auf größtmögliche Distanz. „Er warf unsere Sünden ins äußerste Meer“, heißt es beim Propheten Micha. Das war schon mal ein Anfang. Auf Golgatha geht er noch einen Schritt weiter.
„Lasst euch versöhnen mit Gott! Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.“ Angesichts des Karfreitags, angesichts des gefolterten, sterbenden Gottessohns kommt mir da kein fröhliches „Aber ja doch, gerne! Lass Frieden sein zwischen mir und Gott!“ über die Lippen. Zu beschämt sehe ich das unerträgliche Leid. Ich muss mir klarmachen, dass hier nicht ich handle, sondern Gott. Lasst euch versöhnen mit Gott ist kein Aufruf, in dem Sinne selber tätig zu werden, indem man einschlägt und den Friedensvertrag unterzeichnet. Er ist unterzeichnet. Es fühlt sich nur leider nicht immer so an. Gott handelt im Verborgenen ist eine Aussage, die gleichermaßen tröstlich wie beängstigend sein kann.
Ich halte (mich) daran fest, dass Gott mehr tut als ich erkennen kann. Gerade in Zeiten wie diesen, wenn Schreckensszenarien beschworen werden von überfüllten Krankenhäusern, die nicht genug Beatmungsplätze haben. Von Ärztinnen und Ärzten, die dann entscheiden müssen, wer behandelt wird und wer sterben gelassen, z.B. pauschal Menschen mit Down-Syndrom, weil sie ja eine kürzere Lebenserwartung haben (Die EU-Abgeordnete Katrin Langensiepen hat auf einen entsprechenden Fall aus Spanien hingewiesen.) Von Militär-LKWs, die Särge abtransportieren, weil sie sich stapeln. All das gab es in anderen Ländern, hier scheint mir die Lage im direkten Vergleich dann doch noch recht entspannt bisher.
Es wurde viel darüber geredet, wie wir sterben wollen. Offensichtlich mit möglichst vielen leeren Intensivbetten und unbenutzten Beatmungsgeräten zur rechten und zur linken. Dieser Wunsch wird in Deutschland momentan noch erfüllt. Aber je länger der momentane Zustand andauert, desto dringender ist darüber zu reden, wie wir leben wollen. Diese Diskussion wird zurzeit konsequent abgewürgt – mit dem Hinweis darauf, dass nun alle Opfer bringen müssen. Opfer bringen, um Opfer zu vermeiden, da werde ich hellhörig, wenn es um angeordnete und verordnete Opfer geht. Da bin ich schnell bei entlarvender Kriegsrhetorik nach dem Muster „Soldaten haben ihr Leben geopfert.“ Das dürfte in den wenigsten Fällen freiwillig gewesen sein.
Ich bin dankbar für alle, die sich freiwillig zurücknehmen und auf Liebgewonnenes verzichten, um andere zu schützen. Eine schöne christliche Tugend, nebenbei bemerkt. Ohne Freiwilligkeit andere Menschen zu opfern, schien noch im Januar diesen Jahres undenkbar. Drei Monate später sind wir weit gekommen. Die Politik hatte nun Zeit, die Frage zu beantworten, wie wir sterben wollen, sie hatte Zeit, sich darauf vorzubereiten und das so mild wie möglich zu gestalten. Je länger sie keine Antwort darauf geben kann, wie eine zweite, dritte, vierte usw. Welle an Ansteckungen verhindert werden kann und wir nicht in kürzester Zeit und Dauerschleife wieder da sind, wo wir vor vier Wochen waren, desto dringender wird die Frage, wie wir leben wollen. Wie viel häusliche Gewalt ist das wert, wie viele Suizide, wie viele Psychosen, wie viele unbegleitet Sterbende in Krankenhäusern, und Heimen, die niemand mehr betreten kann, wie viele Menschen, die Schwester oder Bruder nicht beerdigen dürfen, weil sie nicht zum engsten Familienkreis zählen, welche Schäden bei Kindern ohne Kontakt zu Gleichaltrigen und ohne Zugang zu Bildung, wenn die Familie beim Homeschooling nicht mitmachen kann oder will? Sie alle und noch viele mehr sind Opfer, sie bringen sie nicht. Sie tauchen in keiner Corona-Statistik auf, aber das müssten sie eigentlich. In der Abteilung „ohne Vorerkrankung“.
Schaue ich in die Bibel und in die christliche Geschichte, so sehe ich bei „Opfer bringen“ wechselnden Erfolg, mal ist es eine gute Idee, mal eine schlechte. Jemand zu Opfern machen hingegen ist immer schlecht. Karfreitag dreht sich augenscheinlich um den Tod. Ostern dann um das Leben. Es ist genug darüber geredet worden, wie wir sterben wollen. Wie wollen wir leben?
Amen.

 

Singen oder hören wir:
EG 97 Holz auf Jesu Schulter

 

Fürbittengebet

Ewiger Gott,
im Leben und im Sterben gehören wir uns nicht allein, sondern zu deinem Sohn Jesus Christus, der für uns gestorben ist. Wir treffen Entscheidungen für und über andere, obwohl wir das nicht einmal für uns selbst immer souverän hinbekommen.
Leite du unsere Erkenntnis und unser Handeln, vergib uns unsere Schuld, wenn wir anderen schaden, sei es aus Hochmut, sei es nach bestem Wissen und Gewissen. Oft ist das Leben für uns ein Kampf. Hilf uns, stattdessen auf deinen großen Frieden zu vertrauen, den du mit uns auf Golgatha geschlossen hast. Amen.

Zusammen beten wir mit den Worten Jesu:

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gebe uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung;
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft,
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Singen oder hören wir:
EG  98       Korn, das in die Erde

 

Segen

Der Friede Gottes, der alles Begreifen übersteigt, bewahre  eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus.
Das gewähre euch der dreieinige Gott: der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

 

Der Gottesdienst wurde zusammengestellt von Laienprediger Joachim Riemann.
© Evangelische Mirjam-Kirchengemeinde Ascheberg Drensteinfurt; LP Riemann


Am Karfreitag und am Ostersonntag bietet der Evangelische Kirchenkreis Münster jeweils einen zentralen Online-Gottesdienst an.

https://kirchenkreis-muenster.ekvw.de/

Liebe Kinder, liebe Eltern,

leider können wir in diesem Jahr am Ostersonntag keine gemeinsamen Gottesdienste in unseren Kirchen feiern. Wir können danach nicht gemeinsam frühstücken und keine Ostereier im Gemeindegarten suchen.

Für viele Menschen in unserer Kirchengemeinde ist das traurig.
Manche von Euch / von Ihnen waren vielleicht im vergangenen Jahr Ostern mit dabei und haben erlebt, wie schön der Ostergottesdienst mit anschließendem Frühstück und Ostereiersuche ist.
Manche von Euch und Ihnen haben diesen besonderen Gottesdienst noch gar nicht miterlebt.

Für Christinnen und Christen ist Ostern mit der Kar- und Osterzeit die wichtigste Zeit im Kirchenjahr und das wichtigste Fest.

Deshalb haben wir Euch / Ihnen für diese wichtige Zeit einen Lesegottesdienst für Sonntag (Ostersonntag ab 9:30 Uhr Online) und vielen Ideen, Bastelanleitungen, Anregungen und Texte rund um Ostern (siehe unten) zusammengestellt. Vielleicht hilft das ja auch ein bisschen gegen Langeweile!

Besonders wichtig ist aber, dass wir durch die Corona-Krise dieses wichtige Fest
nicht vergessen.

Denn gerade das Osterfest erinnert uns daran, dass es im Leben immer wieder Krisen gibt, die wir miteinander erleben und überstehen müssen.
Gerade in so einer traurigen Krisenzeit hat das Osterfest bereits vor fast 2000
Jahren den Menschen Hoffnung und Freude gebracht.
Die Menschen konnten und durften sich damals auch nicht öffentlich treffen. Nicht wegen einer Krankheit, sondern weil die Machthaber und Politiker nicht wollten, dass sich die Christinnen und Christen öffentlich zum Gottesdienst zusammenfanden.

Deshalb haben sie damals Gottesdienste im Familienkreis in ihren privaten Häusern gefeiert, wenn sie sich nicht gemeinsam treffen konnten.

Das könnt Ihr /können Sie in diesem Jahr vielleicht auch einmal ausprobieren – auch wenn das sehr ungewohnt und „komisch“ für uns heute ist.

Aber wir wollen auch in diesem Jahr die Osterbotschaft nicht vergessen:

Die Freude darüber, dass Jesus bei uns ist – immer, auch wenn wir ihn nicht sehen. Die Zuversicht, dass wir zu ihm beten, mit ihm und Gott sprechen dürfen, wenn wir traurig sind und Angst haben.
Die Hoffnung, dass wir Geduld und Mut haben, diese Zeit gemeinsam zu bestehen. Den Verstand, damit wir einsehen, dass die vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen ganz wichtig sind, um uns selbst und die anderen Menschen zu schützen.

Ihr findet/Sie finden hier nun die Anleitungen und Texte im PDF-Format (Klicken Sie auf das jeweilige PDF-Symbol):

1. Eine Bastelanleitung für ein Osterwindlicht.
2. Osterwindlicht: Vorlagen für Motive.
3. Anleitung für die Aktion „Ostersteine als Zeichen der Hoffnung“
4. Bastelanleitung für ein Passions- oder Ostergärtchen.
5. Ein Leporello „Warum wir Ostern feiern“
6. Nähanleitung für einfache Ostereier aus Stoff.
7. Faltanleitung für Osterhasen.
8. Die Ostergeschichte „Wie aus dem Ei das Osterei wurde“.
Obiger Einleitungstext als PDF zum Download/Ausdrucken.

und über diese Internetseite findet Ihr online-Kindergottesdienste:
https://kindergottesdienst-westfalen.ekvw.de

Herzliche Grüße,
seid gesegnet und behütet!

Heike Hartmann, Pfarrerin Angelika Ludwig, Britta Arntzen