© Norbert Bangert

Am 5. Juli 2026, erlebten die Evangelischen Kirchengemeinden des Kooperationsraums 3 (Lüdinghausen, Mirjam (Ascheberg und Drensteinfurt), Olfen und Senden) einen ganz besonderen und zukunftsweisenden Tag. In der fast bis auf den letzten Platz gefüllten Evangelischen Kirche an der Klosterstraße in Lüdinghausen stellte sich Pfarrerin Katrin Hirschberg-Sonnemann im Rahmen eines Probegottesdienstes als Kandidatin für die erste gemeinsame Pfarrstelle vor.

Eine Atmosphäre des Willkommenseins

Schon beim Betreten des historischen Kirchenraums war eine besondere Atmosphäre spürbar. Die Besucher wurden gleichsam „von drei Seiten“ begrüßt: von vorne durch das historische Wappen der Stifterfamilie von Bodelschwingh-Plettenberg aus dem Jahr 1858, von den Seiten durch das stimmungsvolle Licht, das durch die farbenprächtigen Fenster des belgischen Künstlers Joost Caen fiel, und von hinten durch das erwartungsvolle Murmeln der vielen Menschen, die in die Kirche strömten.

Auch die digitale Gemeinschaft feierte kräftig mit: Um Gemeindegliedern mit längerer Anreise die Teilnahme zu ermöglichen, wurde der Gottesdienst live per Zoom übertragen. In der Spitze schalteten sich bis zu 50 Zuhörerinnen und Zuhörer von zu Hause aus oder unterwegs dazu.

© Norbert Bangert

Lebendiger Gottesdienst und persönlicher Austausch

Die 57-jährige Theologin, die seit Februar 2022 als Pfarrerin in Selm (Kreis Unna) tätig ist, führte einfühlsam durch die Liturgie. Begleitet von festlichem Orgelspiel und den sangesfreudigen Gemeindegliedern entstand ein lebendiges Miteinander.

Im Anschluss an den Gottesdienst verlagerte sich das Geschehen auf den Vorplatz der Kirche. Während in der unmittelbaren Nachbarschaft ein Mittelalterspektakel auf einer Wiese bei Burg Vischering abgehalten wurde, nutzten viele die Gelegenheit für erste persönliche Begegnungen und Gespräche bei einer gemütlichen Kaffeepause mit Gebäck und Süßigkeiten.

Impulse für die Zukunft: Zeit für Seelsorge und Mut zu Neuem

Ab 11:00 Uhr stand ein vertiefendes Kennenlernen mittels eines besonderen Formats auf dem Programm. Pfarrer Stefan Schafflick (Mirjam Gemeinde (Ascheberg Drensteinfurt) und Wiebke Böhmer führten souverän und professionell ein sogenanntes „beobachtbares Gespräch“ mit der Kandidatin, in dem sie ihr mit ein paar Fragen auf den Zahn fühlte. Dem voraus ging ein kleiner Impulsvortrag. Dabei gab Pfarrerin Hirschberg-Sonnemann tiefere Einblicke in ihr Amtsverständnis und ihre persönlichen Beweggründe. Sie betonte, dass sie reichhaltige Erfahrungen aus einem geistlichen und privaten Leben mit Höhen und Tiefen einbringen kann. Zu ihren zentralen Anliegen für die Arbeit im Kooperationsraum gehören:

  • Zeit für die Menschen: Sie möchte sich bewusst viel Zeit für die Seelsorge und die persönliche Begleitung der Gemeindeglieder nehmen.
  • Veränderung mit Augenmaß: Es gilt, mutig Neues zu beginnen, ohne Bewährtes und Altes einfach über Bord zu werfen.

Und, wenn dann später drei Presbyterien und ein Bevollmächtigenausschuss grünes Licht geben und die Pfarrerin ins Amt wählen sollte, gibt es vielleicht, so deutete sie einen kleinen Herzenswunsch an, ein großes gemeinsames Fest.

Zum Abschluss bedankte sich Pfarrerin Katrin Hirschberg-Sonnemann herzlich für die überaus warme und offene Aufnahme der vier Gemeinden. Es war – auch dank der guten Organisation der gastgebenden Gemeinde Lüdinghausen – ein ermutigender Sonntag, der Vorfreude auf die kommenden Schritte auf unserem gemeinsamen Weg im Kooperationsraum macht.

Autor: Norbert Bangert, Mirjam-Gemeinde

Evangelische Kirchengemeinden gestalten gemeinsam die Zukunft

Vier Gemeinden bündeln ihre Kräfte

Münsterland, 2. Juni 2026

Die evangelischen Kirchengemeinden Mirjam (Ascheberg/Drensteinfurt), Lüdinghausen, Olfen und Senden planen, sich zum 1. Januar 2028 zu einer gemeinsamen evangelischen Kirchengemeinde zu vereinen. Mit diesem Schritt reagieren die Gemeinden auf veränderte gesellschaftliche und kirchliche Rahmenbedingungen und wollen zugleich die Weichen für eine starke und lebendige Kirche in der Region stellen.

Weniger Kirchenmitglieder, sinkende Kirchensteuereinnahmen, steigende Kosten sowie Veränderungen im haupt- und ehrenamtlichen Engagement stellen die Gemeinden vor Herausforderungen. Die Verantwortlichen sehen in einer Vereinigung jedoch vor allem Chancen: Kräfte können gebündelt, Verantwortung gemeinsam getragen und kirchliches Leben langfristig gesichert werden.

„Wir wollen die Zukunft der evangelischen Kirche in unserer Region aktiv gestalten. Eine Vereinigung ermöglicht es uns, unsere Kräfte zu bündeln und gleichzeitig in allen Orten präsent zu bleiben. Gemeinsam können wir vieles besser erreichen als jede Gemeinde für sich allein“, betont Pfarrer Stefan Schafflick, Sprecher des Kooperationsrates.

Zusammenarbeit hat bereits begonnen
Die vier Kirchengemeinden arbeiten schon heute eng zusammen. 2025 schlossen sie sich zu einem Kooperationsraum zusammen, zum 1. Mai 2026 folgte ein weiterer wichtiger Schritt: Die Pfarrerinnen und Pfarrer sowie die Diakone der vier Gemeinden bilden nun gemeinsam ein Interprofessionelles Pastorales Team. Dieses Team organisiert seine Arbeit für den gesamten Kooperationsraum. Dadurch wird die pastorale Versorgung in allen Orten langfristig gesichert – etwa bei Gottesdiensten, Seelsorge, Taufen, Trauungen und Bestattungen.

Gemeinsame Wurzeln, gemeinsame Zukunft
Die geplante Vereinigung knüpft zugleich an die Geschichte der evangelischen Kirche in der Region an. 1847 entstand mit der „Großgemeinde Lüdinghausen“ die erste evangelische Kirchengemeinde in der Region. Die damals festgelegten Gemeindegrenzen umfassten Lüdinghausen, Olfen, Ascheberg, Bork, Selm, Nordkirchen, Senden, Ottmarsbocholt, Capelle und Werne.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Zahl der Gemeindeglieder durch die Aufnahme vieler Flüchtlinge und Vertriebener stark an. Um die Menschen vor Ort besser begleiten zu können, entstanden weitere Pfarrstellen und schließlich eigenständige Kirchengemeinden. 1958 wurde die große Gemeinde in mehrere selbstständige Gemeinden aufgeteilt.
Rund 70 Jahre später schließen sich die Gemeinden nun wieder enger zusammen und verbinden dabei ihre gemeinsame Geschichte mit einem zukunftsorientierten Modell kirchlichen Lebens.
„Die Vereinigung ist mehr als eine organisatorische Entscheidung. Sie bietet die Chance, voneinander zu lernen, Ideen zusammenzubringen und Kirche gemeinsam weiterzuentwickeln. Dabei bleiben die Menschen und das Gemeindeleben vor Ort weiterhin von zentraler Bedeutung“, erklärt Gudrun Schlaphorst, Presbyterin in Olfen und Sprecherin des Kooperationsrates.

Nächste Schritte bis 2028
Bis zur geplanten Vereinigung werden die Gemeinden ihre Leitungs- und Verwaltungsstrukturen weiterentwickeln. Ziel ist es, bis Pfingsten 2027 ein klares Bild der künftigen Organisationsstruktur zu erarbeiten. Der Prozess wird vom Kooperationsrat, den Presbyterien sowie haupt- und ehrenamtlich Engagierten gemeinsam gestaltet.

Gemeindemitglieder können den Prozess mitgestalten
Die Verantwortlichen möchten die Gemeindemitglieder aktiv in den Vereinigungsprozess einbeziehen. Dabei geht es nicht nur um organisatorische Fragen, sondern auch um die Entwicklung einer gemeinsamen Identität für die neue Kirchengemeinde.
Deshalb informieren die Gemeinden im Juni auf vier Gemeindeversammlungen über die geplante Vereinigung:

  • Senden: 3. Juni 2026, 19.30 Uhr (Steverstraße 3)
  • Olfen: 19. Juni 2026, 17 Uhr (Von-Vincke-Str. 21)
  • Lüdinghausen: 19. Juni 2026, 19 Uhr (Stephanusweg 7)
  • Mirjam (Drensteinfurt): 21. Juni 2026, 11 Uhr (Bahnhofstraße 12)

Interessierte Gemeindemitglieder sind eingeladen, Ideen, Anregungen und Fragen in den Prozess einzubringen.



Pressekontakt
Maleen Knorr
Ev. Kirchenkreis Steinfurt-Coesfeld-Borken / Ev. Kirchenkreis Münster
Öffentlichkeitsreferat
Bohlenstiege 34
48565 Steinfurt
Mobil: 0151 16142482
maleen.knorr@ekvw.de

Samstag, 02.05.2026
14.00 Uhr – Taufgottesdienst, Gnadenkirche Ascheberg

Sonntag, 03.05.2026 (Kantate)
09.30 Uhr – Abendmahlsgottesdienst, Martinskirche Drensteinfurt

Sonntag, 10.05.2026 (Rogate)
09.30 Uhr – Abendmahlsgottesdienst, Gnadenkirche Ascheberg
14:30 Uhr – Godly Play (Gott im Spiel), Gemeindehaus Ascheberg

Sonntag, 17.05.2026 (Exaudi)
09.30 Uhr – Gottesdienst mit Kinderkirche, Martinskirche Drensteinfurt

Sonntag, 24.05.2025 (Pfingstsonntag)
09.30 Uhr – Gottesdienst, Gnadenkirche Ascheberg

Montag, 25.05.2026 (Pfingstmontag)
12.00 Uhr – Ökumenischer Gottesdienst, Domplatz Münster

Sonntag, 31.05.2025 (Trinitatis)
11.30 Uhr – Gemeinsammer Gottesdienst im Kooperationsraum, Forstmannshof Böcker Lüdinghausen

Donnerstag, 02.04.2026 (Gründonnerstag)
18.00 Uhr – Tischabendmahl, Gnadenkirche Ascheberg

Freitag, 03.04.2026 (Karfreitag)
09.30 Uhr – Gottesdienst, Gnadenkirche Ascheberg
14:30 Uhr – Musikalische Andacht zur Sterbestunde, Martinskirche Drensteinfurt

Sonntag, 05.04.2026 (Ostersonntag)
09.30 Uhr – Abendmahlsgottesdienst, Martinskirche Drensteinfurt

Montag, 06.04.2026 (Ostermontag)
11.30 Uhr – Singegottesdienst, Friedenskirche Senden
15.00 Uhr – Osterspaziergang, Hof Bracht

Sonntag, 12.04.2025 (Quasimodogeniti)
09.30 Uhr – Abendmahlsgottesdienst, Gnadenkirche Ascheberg
14:30 Uhr – Godly Play (Gott im Spiel), Gemeindehaus Ascheberg

Sonntag, 19.04.2026 (Misericordias Domini)
09.30 Uhr – Gottesdienst mit Kinderkirche, im Anschluss Gemeindeversammlung, Martinskirche Drensteinfurt

Samstag, 25.04.2026
11.30 Uhr – Konfirmationsgottesdienst, Gnadenkirche Ascheberg
14:00 Uhr – Konfirmationsgottesdienst, Martinskirche Drensteinfurt

Sonntag, 26.04.2026 (Jubilate)
09:30 Uhr – Gottesdienst, Gnadenkirche Ascheberg
11.30 Uhr – Konfirmationsgottesdienst, Martinskirche Drensteinfurt

Weltgebetstag 2026 aus Nigeria
Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas – vielfältig, dynamisch und voller Kontraste. Mit über 230 Millionen Menschen vereint der „afrikanische Riese“ über 250 Ethnien mit mehr als 500 gesprochenen Sprachen. Die drei größten Ethnien sind Yoruba, Igbo und Hausa, aufgeteilt in den muslimisch geprägten Norden und den christlichen Süden. Außerdem hat Nigeria eine der jüngsten Bevölkerungen weltweit, nur 3% sind über 65 Jahre alt. Dank der Öl-Industrie ist das Land wirtschaftlich stark, mit boomender Film- und Musikindustrie. Reichtum und Macht sind jedoch sehr ungleich verteilt.

Am Freitag, den 6. März 2026, feiern Menschen in über 150 Ländern der Erde den Weltgebetstag der Frauen aus Nigeria. „Kommt! Bringt eure Last.“ lautet ihr hoffnungsverheißendes Motto, angelehnt an Matthäus 11,28-30.

So wollen wir auch in unserer Gemeinde mit euch zusammen folgende Gottesdienste feiern:
15.00 Uhr – St. Lambertus Ascheberg, Ökumenischer Gottesdienst zum Weltgebetstag anschließend gemeinsames Kaffeetrinken im Kath. Pfarrheim
17.00 Uhr – St. Regina Drensteinfurt, Ökumenischer Gottesdienst zum Weltgebetstag anschließend gemeinsames Essen mit landestypischen Speisen

In Nigeria werden Lasten von Männern, Kindern vor allem aber von Frauen auf dem Kopf transportiert. Doch es gibt auch unsichtbare Lasten wie Armut und Gewalt. Das facettenreiche Land ist geprägt von sozialen, ethnischen und religiösen Spannungen. Islamistische Terrorgruppen wie Boko Haram verbreiten Angst und Schrecken. Die korrupten Regierungen kommen weder dagegen an, noch sorgen sie für verlässliche Infrastruktur. Umweltverschmutzung durch die Ölindustrie und Klimawandel führen zu Hunger. Armut, Perspektivlosigkeit und Gewalt sind die Folgen all dieser Katastrophen.

Hoffnung schenkt vielen Menschen in dieser existenzbedrohenden Situation ihr Glaube. Diese Hoffnung teilen uns christliche Frauen aus Nigeria mit – in Gebeten, Liedern und berührenden Lebensgeschichten. Sie berichten vom Mut alleinerziehender Mütter, von Stärke durch Gemeinschaft, vom Glauben inmitten der Angst und von der Kraft, selbst unter schwersten Bedingungen durchzuhalten und weiterzumachen.

Über Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg engagieren sich Frauen seit gut 100 Jahren für den Weltgebetstag. Rund um den 6. März 2026 werden allein in Deutschland hunderttausende Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder die Gottesdienste und Veranstaltungen zum Weltgebetstag besuchen: Gemeinsam mit Christ*innen auf der ganzen Welt feiern wir diesen besonderen Tag. Wir hören die Stimmen aus Nigeria, lassen uns von ihrer Stärke inspirieren und bringen unsere eigenen Lasten vor Gott. Es ist eine Einladung zur Solidarität, zum Gebet und zur Hoffnung. Seid willkommen, wie ihr seid.

Kommt! Bringt eure Last.

Laura Forster, Weltgebetstag der Frauen – Deutsches Komitee e. V