Lesegottesdienst zu Karfreitag 10.04.2020

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie ganz herzlich zu diesem Lesegottesdienst am Karfreitag. Diesen Gottesdienst hat unser Laienprediger Joachim Riemann für Sie vorbereitet.

An dieser Stelle ihm ein herzlicher Dank.

Mein Dank gilt auch besonders Herrn Christian Maaß, der die Lesegottesdienste regelmäßig auf unsere Homepage stellt und dafür sorgt, dass Sie dort auch so problemlos die Musik hören oder vielleicht sogar mitsingen können.

Deshalb stimmen Sie sich auch heute mit einer Musik, die Ihnen am heutigen Karfreitag gut tut ein, vielleicht von einer CD o.ä. oder hören Sie die Musik und die Lieder, die wir Ihnen als Anregung vorstellen.

Ich grüße Sie herzlich,

Ihre Pfarrerin Angelika Ludwig


Es folgt der Gottesdienst, gestaltet von J. Riemann

 

Musik zu Beginn
David Plüss: Jesu bleibet meine Freude

Begrüßung

„Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“ Mit diesem Wochenspruch aus dem Johannesevangelium heiße ich Sie herzlich in diesem Gottesdienst, den Sie zu Hause feiern, willkommen. Karfreitag ist der Tiefpunkt, aber auch der Wendepunkt in der Geschichte der Menschheit. Gott scheint die Menschen zu verlassen, aber er bleibt doch bei uns und er ist es, der handelt, gegen den Augenschein, gegen alle Mutlosigkeit. Und so wollen wir Gott auch in der momentanen Krise an sein Wort erinnern und ihm danken, dass er bei uns bleibt.

Im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.
Amen!

 

Singen oder hören wir:
EG 85        O Haupt voll Blut und Wunden

 

Psalm – Wir beten mit Worten aus Psalm 22:
(hier in der Neuen Genfer Übersetzung oder schlagen Sie den Psalm in Bibel oder Gesangbuch auf, wenn Sie mit den vertrauten Worten beten möchten)

Mein Gott. Mein Gott, warum hast du mich verlasen?
Ich schreie, aber keine Rettung ist in Sicht,
ich rufe, aber jede Hilfe ist weit entfernt!
Mein Gott! Ich rufe am Tag, doch du antwortest nicht,
ich rufe in der Nacht und komme nicht zur Ruhe.
Du bist doch heilig,
du wohnst dort, wo dein Volk Israel dir Loblieder singt.
Unsere Väter setzten ihr Vertrauen auf dich.
Sie vertrauten dir, und du hast sie gerettet.
Zu dir schrien sie um Hilfe und wurden befreit,
sie vertrauten auf dich und wurden nicht enttäuscht.
Ich aber bin kein Mensch mehr, nur noch ein Wurm,
zum Spott der Leute bin ich geworden, das ganze Volk verabscheut mich.
Alle, die mich sehen, verhöhnen mich,
sie verziehen den Mund und schütteln den Kopf.
„Übergib deine Sache doch dem Herrn“, rufen sie.
„Ja, soll Gott ihn doch retten! Er soll ihm helfen – anscheinend
hat es ja Gefallen an ihm!“
Bleib mir doch jetzt nicht fern!
Die Not ist so bedrohlich nah,
und da ist niemand, der mir hilft!
Ich bin ohne Kraft, ausgetrocknet wie eine Tonscherbe.
Die Zunge klebt mir am Gaumen.
Du hast mich in den Staub gelegt, dahin, wo die Toten liegen.
Sie verteilen meine Kleider unter sich
und werfen das Los, wer mein Obergewand bekommen soll.
Du aber, Herr, bleib nicht fern von mir!
Du bist doch meine Kraft, schnell, komm mir zur Hilfe!
(Psalm 22, 2-9 12 16 19-20)

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war am Anfang, so auch jetzt und allezeit in Ewigkeit. Amen.

Kyrie-Gebet
Herr Jesus Christus,
wir staunen über deine grenzenlose Liebe.
Du erbarmst dich allen Menschen
und trägst ihre Schuld.
Wie arm ist dagegen unsere Liebe.
Wir machen Unterschiede
und richten Grenzen auf.
Wir sind gefangen in unserer Eigensucht.
Die Menschen neben uns kümmern uns wenig,
und über die Leiden anderer gehen wir hinweg.
Das tut uns leid.
Wir bitten dich:

Herr, erbarme dich.
Christus, erbarme dich.
Herr, erbarme dich .

Gnadenzuspruch
Gottes Erbarmen ist größer als unsere Schuld.
Also  hat Gott die Welt geliebt,
dass er seinen eingeborenen Sohn gab,
auf dass alle, die an ihn glauben,
nicht verloren werden,
sondern das ewige Leben haben.
(Joh. 3, 16)

 

Tagesgebet
Ewiger Gott, du gibst deinen Sohn hin in die Not der Welt,
in die Ratlosigkeit der Gläubigen,
in die harten Hände derer, die sich für gerecht halten:
Öffne unsere Herzen für die Tat seiner Liebe,
damit wir uns von ihr tragen lassen
und im Leben und im Sterben an dir festhalten.
Durch ihn, unsern Heiland und Erlöser,
der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert
von Ewigkeit zu Ewigkeit.
Amen.

 

Singen oder hören wir:
EG 87 Du großer Schmerzensmann

 

Evangelium
Lesen wir das Evangelium für den Karfreitag: Jesu Kreuzigung
Joh. 19, 16-30 (Neue Genfer Übersetzung)

Da gab Pilatus ihrer Forderung nach und befahl, Jesus zu kreuzigen. Jesus wurde abgeführt. Er trug sein Kreuz selbst aus der Stadt hinaus zu der so genannten Schädelstätte; auf hebräisch heißt sie Golgata. Dort kreuzigte man ihn und mit ihm zwei andere, einen auf jeder Seite; Jesus hingt in der Mitte.

Pilatus ließ ein Schild am Kreuz anbringen, das die Aufschrift trug: „Jesus von Nazaret, König der Juden.“ Dieses Schild wurde von vielen Juden gelesen; denn der Ort, an dem Jesus gekreuzigt wurde, war ganz in der Nähe der Stadt, und die Aufschrift war hebräisch, lateinisch und griechisch abgefasst. Die führenden Priester des jüdischen Volkes erhoben Einspruch: „Es darf nicht heißen: ‚König der Juden‘“, sagten sie zu Pilatus. „Schreibe: ‚Dieser Mann hat behauptet: Ich bin der König der Juden.‘“ Pilatus erwiderte: „Was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben.“

Die Soldaten, die Jesus gekreuzigt hatten, nahmen seine Kleider und teilten sie unter sich auf; sie waren zu viert. Beim Untergewand stellten sie fest, dass es von oben bis unten durchgehend gewebt war, ohne jede Naht. „Das zerschneiden wir nicht“, sagten sie zueinander. „Wir lassen das Los entscheiden, wer es bekommt.“ So sollte sich erfüllen, was in der Schrift vorausgesagt war:
„Sie haben meine Kleider unter sich verteilt; um mein Gewand haben sie das Los geworfen.“
Genau das taten die Soldaten.

Bei dem Kreuz, an dem Jesus hing, standen seine Mutter und ihre Schwester sowie Maria, die Frau von Klopas, und Maria aus Magdala. Als Jesus seine Mutter sah und neben ihr den Jünger, den er besonders geliebt hatte, sagte er zu seiner Mutter: „Liebe Frau, das ist jetzt dein Sohn!“ Dann wandte er sich zu dem Jünger und sagte: „Sieh, das ist jetzt deine Mutter!“ Da nahm der Jünger die Mutter Jesu zu sich und sorgte von da an für sie.

Jesu wusste, dass nun alles vollbracht war. Und weil sich das, was in der Schrift vorausgesagt war, bis ins Letzte erfüllen sollte, sagte er: „Ich habe Durst!“ Da tauchten die Soldaten einen Schwamm in ein Gefäß mit Weinessig, das dort stand, steckten ihn auf einen Ysopstängel und hielten ihn Jesus an den Mund. Nachdem er ein wenig von dem Essig genommen hatte, sagte er:
„Es ist vollbracht“. Dann neigte er den Kopf und starb.
Amen!

 

Singen oder hören wir:
EG 94 Das Kreuz ist aufgerichtet

 

PREDIGT zu 2. Korinther 5, (14a-18) 19-21

Liebe Gemeinde!

Lieber Täter sein als Opfer. Viele Gewaltorgien hängen mit diesem Motiv zusammen. Lieber Täter als Opfer. Wer sich in die Ecke gedrängt fühlt, abgehängt, machtlos, neigt schneller zu Gewalttätigkeit. „Schwere Kindheit“ heißt das dann vor Gericht. In den deutschen Parlamenten schlägt eine Partei um sich und stilisiert sich gleichzeitig als Opfer. Ganze Bevölkerungsgruppen werden als Opfer deklariert und zwischen den Zeilen aufgerufen, sich zu wehren. Ein Geschäftsmodell, eine Komm-aus-dem-Gefängnis-frei-Karte, ein Schimpfwort: Du Opfer. Was dann folgt, ist mal Oper, mal Operette, aber nicht selten eine ganz große Inszenierung, mit Empörung, Mitleid, Schadenfreude und so weiter, die ganze Palette starker und oft auch niederer Gefühle.

Opfer werden gefordert, Opfer werden gebracht. Ganz aktuell ist die deutsche Bevölkerung (wie weltweit fast alle) dazu aufgerufen, Opfer zu bringen, um Opfer zu vermeiden. Und da wird es brandgefährlich. Etwas aufgeben, um etwas anderes zu retten, mag in manchen Fällen funktionieren, oft genug geht es auch da schief, aber spätestens, wenn Menschenleben gegeneinander aufgerechnet werden, ist das zum Scheitern verurteilt. Opfer bringen, um Opfer zu vermeiden: Das hat in der ganzen Menschheitsgeschichte scheinbar nur einmal geklappt, am Karfreitag vor rund 2.000 Jahren.

Hier kommt das Denken an eine Grenze, und damit auch die Sprache. Warum musste Jesus am Kreuz sterben? Wurde er geopfert? Hat er sich geopfert? Die deutsche Sprache ist für ihre Präzision ebenso berühmt wie berüchtigt, aber im Fall von „Opfer“ fallen im Deutschen Dinge zusammen, für die es in anderen Sprachen unterschiedliche Wörter gibt, je nachdem, ob ich ein Opfer bringe oder zu einem werde. Denn es ist etwas ganz anderes, ob ich meinen Urlaub dafür opfere, um endlich mal den Keller aufzuräumen, oder Opfer eines Verkehrsunfalls werde.

Opfer bringen, Opfer sein: Bei Jesus am Kreuz an Karfreitag scheint beides zusammenzufallen. Jesus ist das Opfer eines Justizirrtums, von Verrat und von der Boshaftigkeit der Menschen und politischer Intrige. Und er opfert sich, indem er sich nicht wehrt, nicht flieht, seine göttliche Macht nicht dazu gebraucht, vom Kreuz herabzusteigen. Warum eigentlich nicht? „Er starb für unsere Sünden“ ist die Katechismus konforme Antwort, die Generationen von Konfirmanden/-innen auswendig lernen mussten. Manche von ihnen fragen nach: Warum musste er für unsere Sünden sterben? Hätte er nicht für unsere Sünden tanzen können oder etwas backen?
Das Denken und die Sprache kommen hier an Grenzen. Der Apostel Paulus versucht sie zu überschreiten und schreibt im 2. Brief an die Korinther im 5. Kapitel:

Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott! Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.

Hier ist die Grenze des Erträglichen und des Sagbaren. Schnelle Einordnungen und Erklärungen laufen ins Leere. Jesus ist nicht das Opfer von anderen oder von Umständen geworden: Gott ist der allein Handelnde. Ausgerechnet da, wo er schweigt, wenn selbst Jesus schreit „Warum hast du mich verlassen?“, handelt Gott. Und nur er. Niemand vermag es zu erkennen in dem Moment, nicht einmal sein eigener Sohn. Dort, wo nur Verlassenheit und unsägliches Leid sichtbar ist, handelt Gott im Verborgenen.

Auch die zweite Art Opfer wäre ein Missverständnis: Es geht nicht darum, dass Jesus ehrwürdig und erhaben mit seinem Leben dafür einsteht, was er zuvor gepredigt hat. Der Tod am Kreuz ist nicht ein Durchziehen von Überzeugungen bis zum bitteren Ende. Das wäre eine Verharmlosung, schon alleine deswegen, weil es immer mal wieder vorkommt, dass Menschen für ihre Überzeugungen sterben, weil sie hoffen, damit ihrer Sache zum endgültigen Durchbruch zu verhelfen. Jesus als Märtyrer: Das ist zu wenig. Denn durch seinen Tod entsteht eine völlig neue Situation, eine nie zuvor dagewesene. Es ist nicht die Einsicht der Menschen, die diese neue Situation schafft, es ist Gott, der die Situation verändert. Deswegen auch die Bitte des Paulus: Lasst euch versöhnen mit Gott!

Opfer würde heißen: Gott wurde versöhnt, oder – endgültig absurd – versöhnte sich mit sich selbst. Das wäre Operette. Theatralisch. Effekthascherisch. Stattdessen nimmt er sich selbst ernst und auch die Menschen. Sünde, also die Feindschaft des Menschen mit Gott, wird weder verharmlost, noch ignoriert. Das würde nur zur Verdrängung führen, und Verdrängtes bahnt sich seinen Weg und kommt umso schlimmer wieder. Gott ignoriert oder verharmlost die Sünde nicht, ganz im Gegenteil, er macht sie in ihrer ganzen Entsetzlichkeit sichtbar, wenn Jesus am Kreuz stirbt. Dort hält er sie auf größtmögliche Distanz. „Er warf unsere Sünden ins äußerste Meer“, heißt es beim Propheten Micha. Das war schon mal ein Anfang. Auf Golgatha geht er noch einen Schritt weiter.
„Lasst euch versöhnen mit Gott! Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, auf dass wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.“ Angesichts des Karfreitags, angesichts des gefolterten, sterbenden Gottessohns kommt mir da kein fröhliches „Aber ja doch, gerne! Lass Frieden sein zwischen mir und Gott!“ über die Lippen. Zu beschämt sehe ich das unerträgliche Leid. Ich muss mir klarmachen, dass hier nicht ich handle, sondern Gott. Lasst euch versöhnen mit Gott ist kein Aufruf, in dem Sinne selber tätig zu werden, indem man einschlägt und den Friedensvertrag unterzeichnet. Er ist unterzeichnet. Es fühlt sich nur leider nicht immer so an. Gott handelt im Verborgenen ist eine Aussage, die gleichermaßen tröstlich wie beängstigend sein kann.
Ich halte (mich) daran fest, dass Gott mehr tut als ich erkennen kann. Gerade in Zeiten wie diesen, wenn Schreckensszenarien beschworen werden von überfüllten Krankenhäusern, die nicht genug Beatmungsplätze haben. Von Ärztinnen und Ärzten, die dann entscheiden müssen, wer behandelt wird und wer sterben gelassen, z.B. pauschal Menschen mit Down-Syndrom, weil sie ja eine kürzere Lebenserwartung haben (Die EU-Abgeordnete Katrin Langensiepen hat auf einen entsprechenden Fall aus Spanien hingewiesen.) Von Militär-LKWs, die Särge abtransportieren, weil sie sich stapeln. All das gab es in anderen Ländern, hier scheint mir die Lage im direkten Vergleich dann doch noch recht entspannt bisher.
Es wurde viel darüber geredet, wie wir sterben wollen. Offensichtlich mit möglichst vielen leeren Intensivbetten und unbenutzten Beatmungsgeräten zur rechten und zur linken. Dieser Wunsch wird in Deutschland momentan noch erfüllt. Aber je länger der momentane Zustand andauert, desto dringender ist darüber zu reden, wie wir leben wollen. Diese Diskussion wird zurzeit konsequent abgewürgt – mit dem Hinweis darauf, dass nun alle Opfer bringen müssen. Opfer bringen, um Opfer zu vermeiden, da werde ich hellhörig, wenn es um angeordnete und verordnete Opfer geht. Da bin ich schnell bei entlarvender Kriegsrhetorik nach dem Muster „Soldaten haben ihr Leben geopfert.“ Das dürfte in den wenigsten Fällen freiwillig gewesen sein.
Ich bin dankbar für alle, die sich freiwillig zurücknehmen und auf Liebgewonnenes verzichten, um andere zu schützen. Eine schöne christliche Tugend, nebenbei bemerkt. Ohne Freiwilligkeit andere Menschen zu opfern, schien noch im Januar diesen Jahres undenkbar. Drei Monate später sind wir weit gekommen. Die Politik hatte nun Zeit, die Frage zu beantworten, wie wir sterben wollen, sie hatte Zeit, sich darauf vorzubereiten und das so mild wie möglich zu gestalten. Je länger sie keine Antwort darauf geben kann, wie eine zweite, dritte, vierte usw. Welle an Ansteckungen verhindert werden kann und wir nicht in kürzester Zeit und Dauerschleife wieder da sind, wo wir vor vier Wochen waren, desto dringender wird die Frage, wie wir leben wollen. Wie viel häusliche Gewalt ist das wert, wie viele Suizide, wie viele Psychosen, wie viele unbegleitet Sterbende in Krankenhäusern, und Heimen, die niemand mehr betreten kann, wie viele Menschen, die Schwester oder Bruder nicht beerdigen dürfen, weil sie nicht zum engsten Familienkreis zählen, welche Schäden bei Kindern ohne Kontakt zu Gleichaltrigen und ohne Zugang zu Bildung, wenn die Familie beim Homeschooling nicht mitmachen kann oder will? Sie alle und noch viele mehr sind Opfer, sie bringen sie nicht. Sie tauchen in keiner Corona-Statistik auf, aber das müssten sie eigentlich. In der Abteilung „ohne Vorerkrankung“.
Schaue ich in die Bibel und in die christliche Geschichte, so sehe ich bei „Opfer bringen“ wechselnden Erfolg, mal ist es eine gute Idee, mal eine schlechte. Jemand zu Opfern machen hingegen ist immer schlecht. Karfreitag dreht sich augenscheinlich um den Tod. Ostern dann um das Leben. Es ist genug darüber geredet worden, wie wir sterben wollen. Wie wollen wir leben?
Amen.

 

Singen oder hören wir:
EG 97 Holz auf Jesu Schulter

 

Fürbittengebet

Ewiger Gott,
im Leben und im Sterben gehören wir uns nicht allein, sondern zu deinem Sohn Jesus Christus, der für uns gestorben ist. Wir treffen Entscheidungen für und über andere, obwohl wir das nicht einmal für uns selbst immer souverän hinbekommen.
Leite du unsere Erkenntnis und unser Handeln, vergib uns unsere Schuld, wenn wir anderen schaden, sei es aus Hochmut, sei es nach bestem Wissen und Gewissen. Oft ist das Leben für uns ein Kampf. Hilf uns, stattdessen auf deinen großen Frieden zu vertrauen, den du mit uns auf Golgatha geschlossen hast. Amen.

Zusammen beten wir mit den Worten Jesu:

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gebe uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung;
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft,
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Singen oder hören wir:
EG  98       Korn, das in die Erde

 

Segen

Der Friede Gottes, der alles Begreifen übersteigt, bewahre  eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus.
Das gewähre euch der dreieinige Gott: der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Amen.

 

Der Gottesdienst wurde zusammengestellt von Laienprediger Joachim Riemann.
© Evangelische Mirjam-Kirchengemeinde Ascheberg Drensteinfurt; LP Riemann


Am Karfreitag und am Ostersonntag bietet der Evangelische Kirchenkreis Münster jeweils einen zentralen Online-Gottesdienst an.

https://kirchenkreis-muenster.ekvw.de/

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