Lesegottesdienst zu Ostersonntag 12.04.2020

Vorbemerkung:

Diese Andacht richtet sich in erster Linie an Familien mit Kindern. Deshalb benutze ich für die direkte Anrede „Du“. „Du“ und „Sie“ immer zu kombinieren stört den Sprachfluss. Bitte formuliere / formulieren Sie, wie es am besten in Deine / Ihre Situation passt.

Du kannst / Sie können auch nur einzelne Teile dieser Lesegottesdienst auswählen und als Andacht feiern.

Vorbereitung:

Ein Tisch wird mit Blumen und einem Osterlicht (siehe Bastelanleitung, Kerze noch nicht angezündet) geschmückt. In der zweiten Datei finden Sie den Liederzettel zum Ausdrucken.

Bastelanleitung Osterlicht.
Liederzettel für den Oster Lese-Gottesdienst 2020

 

Gottesdienst

Der Gottesdienst beginnt und wir werden für einen Moment still. Vielleicht lassen wir uns von der Musik auf diesen Gottesdienst einstimmen.

 

Wir singen oder hören:
Wir feiern heut ein Fest (Edelkötter, leider mit Werbung- Beginn bei 0:29)

 

Begrüßung

Am Osterfest begrüßen wir uns in der Kirche mit dem Ostergruß. Dieser Ostergruß wird mehrmals im Gottesdienst wiederholt. Das könnt Ihr auch zu Hause machen (oder über die Sozialen Netzwerke).

Eine/r:               Der Herr ist auferstanden.
Alle:                    Er ist wahrhaftig auferstanden!

Die Kerze wird angezündet.

 

Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Eine/r:               Der Herr ist auferstanden.
Alle:                   Er ist wahrhaftig auferstanden!

 

Wir singen oder hören:
EG 456 / Kindergesangbuch Nr. 169 – Vom Aufgang der Sonne

https://www.lieder-vom-glauben.de/player/?key=23a3e3226442609c3249b054c4b6c3ec

 

Gebet                                                   

Gott, in diesem Jahr ist alles anders.
Wir feiern einen Gottesdienst zu Hause statt in der Kirche.
Viele von uns müssen ohne ihre Großeltern Ostern feiern.
Wir können uns auch nicht mit anderen Familien treffen.
Das macht uns traurig.
Trotzdem wollen wir die Freude über Ostern nicht vergessen.
Denn das Osterfest ist ein Fest, das Hoffnung schenkt.
Wir freuen uns auch in diesen Tagen über
das Osterfrühstück heute Morgen,
über Ostereier und Osterhasen.
Wir freuen uns über den Frühling,
die ersten blühenden Sträucher.
Wir sind in Gedanken mit allen Christinnen und Christen verbunden,
die heute Morgen, so wie wir, zu Hause einen Ostergottesdienst feiern.
Wir bitten Dich, schenke uns Geduld in dieser Zeit durchzuhalten
Und gib uns Mut und Hoffnung,
dass wir uns bald wieder mit Freunden und Freundinnen treffen dürfen.

 

Wir singen oder hören:
Kindergesangbuch Nr. 198 – Du verwandelst meine Trauer in Freude

https://www.evangeliums.net/lieder/lied_du_verwandelst_meine_trauer_in_freude_kanon.html


 

Evangelium

Einleitung

Die Evangelisten erzählen uns viele Geschichten über die Auferstehung Jesu. In allen Erzählungen kommt das leere Grab vor. Zuerst erschrickt sich Maria. Das erzählt uns jetzt der Evangelist Markus.
Danach werden wir hören und sehen, dass Maria aber dann noch ganz fröhlich wird.

Wir lesen das Evangelium bei Markus im 16. Kapitel:

1 Als der Sabbat vorbei war,
kauften Maria aus Magdala,
Maria, die Mutter von Jakobus,
und Salome duftende Öle.
Sie wollten die Totensalbung vornehmen.

2 Ganz früh am ersten Wochentag kamen sie zum Grab.
Die Sonne ging gerade auf.

3 Unterwegs fragten sie sich:
»Wer kann uns den Stein vom Grabeingang wegrollen?«

4 Doch als sie zum Grab aufblickten, sahen sie,
dass der große, schwere Stein schon weggerollt war.

5 Sie gingen in die Grabkammer hinein.
Dort sahen sie einen jungen Mann auf der rechten Seite sitzen,
der ein weißes Gewand trug.
Die Frauen erschraken sehr.

6 Aber er sagte zu ihnen:
»Ihr braucht nicht zu erschrecken.
Ihr sucht Jesus aus Nazaret, der gekreuzigt worden ist.
Gott hat ihn vom Tod auferweckt,
er ist nicht hier.
Seht, da ist die Stelle, wo sie ihn hingelegt hatten.

7 Macht euch auf!
Sagt es seinen Jüngern und besonders Petrus:
Jesus geht euch nach Galiläa voraus.
Dort werdet ihr ihn sehen,
wie er es euch gesagt hat.«

8 Da flohen die Frauen aus dem Grab
und liefen davon.
Sie zitterten vor Angst
und sagten niemandem etwas,
so sehr fürchteten sie sich.

 

Halleluja.
Dies ist der Tag, den der Herr macht,
lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.
Halleluja.

Eine/r:               Der Herr ist auferstanden.
Alle:                   Er ist wahrhaftig auferstanden!

 

Wir singen oder hören:
Kindergesangbuch Nr. 193 – Hallelu, hallelu, halleluja, Preiset den Herrn

 Kleines Glaubensbekenntnis (Kindergesangbuch S. 331)

 

Wir hören:
Heizmann: Halleluja, Gott ist allmächtig

oder

Wir singen:
EG 100 / Kindergesangbuch Nr. 65: Wir wollen alle fröhlich sein

 

Eine Ostererzählung:

Jakob hört die Osterbotschaft von Maria Magdalena
von Andrea Moritz aus: Die Osterzeit Kindern erklärt. Gütersloher Verlagshaus

Jakob sitzt mit Mirjam unter dem Küchentisch und spielt. “Wann dürfen wir endlich wieder nach draußen?”, fragt er ungeduldig seine Mutter.

Rut, seine Mutter, steht am Herd und ist dabei, das Essen zu kochen. “Wenn Vater meint, dass sich die Aufregung gelegt hat. Wir wissen ja jetzt alle nicht, wie es nach Jesu Tod weitergehen soll”, antwortet Rut traurig ihren Kindern. Mirjam fängt sofort wieder  an zu weinen. Sie begreift noch gar nicht so recht, was geschehen ist. Alle sind sie nur traurig. Keiner ist mehr fröhlich. Die Mutter singt keine Lieder mehr mit ihr.

Der Vater schmeißt sie nicht wie sonst lachend in die Luft. Und Jesus, ihr Freund, würde sie nicht mehr mit seiner Hand über ihren Kopf streicheln. Er war so lieb zu ihr im Tempel gewesen. Rut nimmt die kleine Mirjam auf den Arm und streicht ihr über den Rücken. „Wein nur, mein Kind. Ich fange deine Tränen auf. Traurig sein braucht Tränen. Irgendwann werden wir auch wieder fröhlich sein und lachen können. Ich glaube nicht, dass Gott uns ganz vergessen hat.“

Während Ruth Mirjam auf ihrem Arm wiegt, klopft es plötzlich heftig an der Haustür.

“Macht mir auf! Ich bin es, Maria Magdalena!“, ruft von draußen eine Stimme. „Schnell, ich habe eine freudige Nachricht für euch!”

Jakob rennt zur Tür und öffnet.

“Ich habe Jesus gesehen“, ruft Maria und tritt ein. „Gott hat ihn auferweckt!“

Die Kinder und Rut hören gespannt zu, was Maria erzählt. „Heute Morgen, beim Aufgang der Sonne, hielt ich es nicht mehr aus, so traurig war ich. Ich habe mich angezogen und bin zu dem Garten geschlichen, in dem wir Jesus begraben haben. Ich wollte ihm noch einmal ganz nah sein. Als ich dort ankam, war der Stein vor dem Eingang zum Grab weg!“

„Was?“, ruft Jakob dazwischen. „Der muss doch riesengroß gewesen sein!“

„Und trotzdem war er weggewälzt“, erzählt Maria weiter. „Ich war furchtbar erschrocken und bin so schnell ich konnte zu Petrus gelaufen. Ihm und Johannes habe ich berichtet, dass jemand unseren Jesus gestohlen hat. Da rannten sie los, die beiden, einer schneller als der andere. Als ich schließlich am Grab ankam, kamen die beiden aus dem leeren Grab heraus, nickten mir kurz zu und verschwanden, ohne noch ein Wort zu sagen.

Jesus war verschwunden. So stand ich da am leeren Grab und musste weinen.“

„Und dann?“, fragt Jakob gespannt.

„Plötzlich hatte ich das Gefühl, nicht alleine am Grab zu sein. Ich drehte mich um. Stellt euch vor! Jemand steht zwischen den Sträuchern. Ein Mann tritt zwischen den Büschen hervor und fragt mich:  >Warum weinst du?< Zuerst denke ich: >Das wird der Gärtner von diesem Garten sein. Der weiß Bescheid. Der kann mir weiterhelfen.<

Ich frage ihn also, ob er Jesus weggetragen hat und wo ich ihn finden kann. Der Fremde steht da und schaut mich an. Als ich anfange ihm die Geschichte  zu erzählen, kommt er näher und sagt zu mir: >Maria!<

Und da erkenne ich ihn. >Es ist Jesus<, jubelt es in meinem Herzen. >Er ist nicht  mehr tot. Er ist wieder lebendig geworden. Jetzt ist alles wieder gut! Jetzt bleiben wir wieder zusammen! Jetzt ist es wieder so, wie es  war.< Vor Freude rufe ich: >Herr, du bist es!< – und will ihn umarmen, so glücklich bin ich. Er aber erlaubt es mir nicht. Jesus sagt zu mir: >Wie immer kann es nicht mehr sein, Maria! Ich kann nicht mehr bei euch auf der Erde bleiben. Ich gehe zu Gott, zu meinem Gott und zu eurem Gott. Das erzähle allen Freundinnen und Freunden. Geh und lauf los, sage die gute Nachricht weiter, dass ich nicht im Tod geblieben bin.<

Meine Traurigkeit war wie weggeblasen. Jesus hat sie in Freude verwandelt.

Den Jüngern habe ich die Nachricht schon gebracht und der nächste Weg war zu euch, meine Freunde. Jesus lebt!”

Für einen Moment sitzen Jakob, Mirjam, Rut und Maria still da. Dann springt Jakob auf.

„Wohin willst du?“ fragt Rut.

„Vater suchen und ihm die Geschichte erzählen!“, ruft Jakob und rennt zur Tür hinaus.

 

Wir singen oder hören:
EG 116 / Kindergesangbuch Nr. 66 Er ist erstanden, hallelujah:

https://www.lieder-vom-glauben.de/player/?fbclid=IwAR3A65NNvn101uHyDcaLu-y0GIQHgr42_7B56ZZoWHqJ1CHEbZEM-Zt-OJ0&key=771f3df7f2340d1c65e39a0f47b69c2e

 

Eine Predigt zum Lesen oder Vorlesen

“Wann dürfen wir endlich wieder nach draußen?”, fragt Jakob in der Erzählung ungeduldig seine Mutter.
„Wann dürfen wir endlich wieder nach draußen und uns mit unseren Freundinnen und Freunden zum Spielen treffen?“ Das habt ihr sicher in den vergangenen Wochen auch manchmal gefragt.
Vielleicht sogar: „Wann dürfen wir wieder in die Schule?“ Und auch die Eltern fragen sich das sicher manchmal.

Wir kennen das nicht, dass wir uns nicht frei bewegen dürfen, dass wir uns nicht mit anderen Menschen treffen können, ja dass wir noch nicht einmal gemeinsam an Ostern Gottesdienst in der Kirche feiern dürfen.
Für viele Menschen ist das ganz traurig.
Aber Ostern ist ein Fest, das Hoffnung und Fröhlichkeit zu uns in die Welt und in unsere Herzen bringt. So wie ihr es in der Geschichte von Jakob und Maria Magdalena gerade gelesen habt.

Erinnern wir uns mal an die Zeit vor fast 2000 Jahren.
Da waren die Freunde von Jesus ganz traurig, dass er gestorben ist.
Aber als sie dann erfahren haben, dass Jesus auferstanden ist, da sind sie vor lauter Freude aus ihren Häusern gelaufen und haben es allen ihren Freunden erzählt.

Die Reaktionen waren ganz unterschiedlich. Manche Menschen haben ihnen sofort geglaubt, andere aber haben es erst mal nicht geglaubt, dass das Grab leer ist und Jesus auferstanden ist. Kein Wunder! Es klingt ja auch erst mal unglaublich.

Nicht nur heute, auch die Menschen vor 2000 Jahren haben es mit der Botschaft der Auferstehung schon schwer gehabt. Im Grunde haben sie es genauso schwer gehabt wie wir heute. Irgendwie ist das doch auch tröstlich. Wir stehen mit unseren Fragen und Zweifeln nicht allein da.
Wir wissen, dass jeder von uns sterben muss. Das macht uns Angst. Gerade jetzt, wo wir das immer in den Nachrichten hören.
Das, was uns Angst macht ist die Ungewissheit: Wie ist das, wenn man stirbt?Was kommt danach!

Jesus hat eine Antwort darauf: Er sagt: „Ich lebe, und auch ihr sollt leben.“
Die Frauen waren mutig, ihm zu vertrauen. Sie werden die ersten Zeugen, die von der Auferstehung Jesu erzählen. Viele Christen nach ihnen taten dies auch. Sie riskierten und riskieren bis heute alles für diese Botschaft, um andere zu überzeugen, mit ihnen an den auferstandenen Christus zu glauben. Ihre Botschaft an uns heute ist dieselbe wie damals: „Der Tod ist besiegt. Nicht er hat das letzte Wort, sondern das Leben.“
Das ist die Hoffnung, die sie uns weitergeben und die wir weitersagen und bezeugen sollen.
Das schenkt uns Hoffnung, dass die Menschen, die wir lieben, die aber schon sterben mussten, jetzt bei Gott geborgen sind.
Wir dürfen hoffen, dass wir sie dort einmal wiedersehen.
Deshalb dürfen wir uns in unserer Trauer auch wieder über viele schöne Dinge freuen.
Auch über das Osterfest, das in diesem Jahr irgendwie anders wird als sonst.

Amen!

 

Wir singen oder hören:
Heizmann: Trau dich ran

 

Fürbittengebet      

Guter Gott, wir danken dir für das Wunder des Ostermorgens:
Für die wärmende Sonne, die aufgegangen ist nach einer langen Nacht.
Wir danken dir, dass du Jesus Christus auferweckt hast von den Toten.

Darum bitten wir dich:
Lass den Morgen der großen Verwandlung auch in uns aufgehen und mit uns weitergehen.

Richte uns auf.
Trockne unsere Tränen.
Verwandle unsere Ängste in Zuversicht.
Stärke den Glauben.
Hilf, dass der Glaube mit uns weitergeht.
Hilf uns, aufzustehen gegen Kälte, Gleichgültigkeit und Gewalt.
Hilf uns, denen beizustehen, die Not leiden.
Hilf uns und steh uns bei in unseren Leiden.
Lass Hass und Krieg ein Ende finden.
Lass Gewalt und Verletzungen ein Ende finden.
Lass Verleumdungen und Gerüchte ein Ende finden.
Zeige uns den Weg der Verwandlungen: der Vergebung, der Versöhnung, des Friedens.
Du, Gott, kannst neues Leben schaffen.
Jesus Christus lebt, und wir mit ihm.
Dafür loben und preisen wir dich – heute und in Ewigkeit,

mit den Worten die alle Christinnen und Christen auf der ganzen Welt verbinden:

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung;
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft,
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Segensbitte
Herr, wir bitten dich:
Segne uns.
Halte deine schützenden Hände über uns
Und gib uns deinen Frieden.
Amen!

Eine/r:    Der Herr ist auferstanden.
Alle:        Er ist wahrhaftig auferstanden!

Wir singen oder hören:
EG 171 / Kindergesangbuch Nr. 213: Bewahre uns Gott

 

Der Gottesdienst wurde zusammengestellt von Pfarrerin A. Ludwig.
© Evangelische Mirjam-Kirchengemeinde Ascheberg Drensteinfurt; A. Ludwig


Am Ostersonntag bietet der Evangelische Kirchenkreis Münster jeweils einen zentralen Online-Gottesdienst an.

https://kirchenkreis-muenster.ekvw.de/

2 Kommentare

  1. Frohe & gesegnete Ostern!

    https://www.ekd.de/glockenlaeuten-gemeinsame-zeiten-54602.htm

    In Stewwert, St. Martin, n i c h t vernommen ;-(,
    außer – hingegen – Ostersonntag ab 9:33 h.

    Soweit synchron mit r.-k. St. Regina, wird dieses von hier weitgehend akustisch ‚überlagert‘ / übertönt, so dass sich sowieso eher zeitversetzt empfehle!?
    Aber besser überhaupt. Ließe sich doch sicher ebenfalls (vor)programmieren, gell?

    Recht herzl. Dank & gued goah´n weiterhin….!


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