Lesegottesdienst für den Sonntag 31.05.2020 (Pfingsten)

Begrüßung

Ich begrüße Sie und Euch ganz herzlich zum Gottesdienst für zu Hause.

Vielleicht habt Ihr / haben Sie schon Ostern zu Hause den Lesegottesdienst aus unserer Kirchengemeinde gefeiert.
Dann wisst Ihr / wissen Sie schon, wie das geht.

In der Kirche würden wir für das Pfingstfest ein rotes Tuch auf oder vor den Altar hängen.
Vielleicht habt Ihr eine rote Tischdecke für den Tisch.
Stellt gerne eine Kerze auf den Tisch. Dazu einige Blumen. Vielleicht noch ein Kreuz oder eine Bibel.

Rot ist die Farbe des Feuers, der Liebe, der Kraft Gottes und des Heiligen Geistes.
Es steht aber auch für die Gemeinschaft der Christen, die Gemeinschaft in unseren Kirchengemeinden, die durch den Heiligen Geist verbunden sind.
Deshalb wird das rote Tuch, wir nennen es Parament, an Festen aufgehängt, in denen die feiernde Gemeinde im Zentrum steht, wie zum Beispiel an Pfingsten, zur Konfirmation, oder am Reformationsfest.

Wer ist aber nun der Heilige Geist? Und was hat es damit auf sich?
Warum ist Pfingsten ein wichtiges Fest für die christliche Gemeinde?
Und was bedeutet das Wort eigentlich?
Darum geht es heute im Gottesdienst.

Viele Christen feiern heute zu Hause Gottesdienst.
Wir wissen uns trotzdem miteinander verbunden.
Besonders mit den Menschen in unserer Kirchengemeinde.
Wir lesen die gleichen Geschichten.
Wir sprechen die gleichen Gebete.

So wissen wir uns auch in der Unruhe und Belastung dieser Zeit verbunden
im Namen Gottes,
des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen!
 

Wir singen oder hören:
Kindergesangbuch Nr. 189 / Evangelisches Gesangbuch Nr. 645: Lasst und miteinander

 Eingangspsalm

Psalmen sind Gebete aus der Bibel, die schon vor über 2000 Jahren gesungen wurden.
Heute wollen wir mit einem Psalm aus der Bibel beten.
Damit wir den Psalm, den wir jetzt beten, auch heute noch verstehen, hat ein Mensch diesen Psalm in moderne Worte übertragen.


Wir beten mit Worten nach Psalm 27 (EG 778):

Gott ist uns Licht und Heil,
vor wem sollten wir uns fürchten?
Gott gibt uns Kraft und Mut,
wovor sollten wir Angst haben?
Wenn etwas auf uns zukommt,
drohend und gefährlich,
dann verlieren wir nicht den Mut.
Wenn wir meinen, wir schaffen es nicht,
dann denken wir daran,
dass Gott uns hilft.
Gott, sei du immer bei uns,
dann sind wir nicht allein.
Lass uns den Weg deiner Güte gehen,
denn wo Güte ist, da verschwindet die Angst,
und das Leben kehrt wieder, das wir suchen.
Amen!
 

Wir singen oder hören:
Kindergesangbuch Nr. 146: Gottes Liebe ist so wunderbar groß

oder

Wir singen oder hören: Psalmen sind Lieder

Gebet

Gott,
wir feiern heute das Pfingstfest.
Schenke du auch uns heute deinen Heiligen Geist.
Öffne unsere Augen und Ohren,
um auf dein Wort zu hören.
Erleuchte unser Herz und unseren Geist,
um für die Menschen, die uns brauchen da zu sein.
Amen.


Eine Predigt zum Lesen oder Vorlesen – Teil I

Wir feiern heute Pfingsten!
Pfingsten ist ein ungewöhnliches Wort. Wir benutzen es eigentlich nie, wenn wir sprechen.
Was bedeutet Pfingsten?
Der Name „Pfingsten“ ist aus einem griechischen Wort entstanden.
Das griechische Wort heißt: „pentekosté“.  Man kann das Wort mit „am fünfzigsten Tag“ übersetzen. Am 50. Tag nach Ostern feiern wir Pfingsten.
Deshalb sagt uns schon der Name des heutigen Festes, dass es irgendwie mit Ostern zu tun hat.

Erinnern wir uns kurz.
Vor 50 Tagen haben wir Ostern gefeiert.
Wir haben gefeiert, dass Jesus nach seinem Tod auferstanden ist.
Das Grab war plötzlich leer. Jesus war nicht mehr da und Maria und Salome und viele andere Frauen und Männer haben begriffen, dass Jesus immer noch bei uns ist, auch wenn wir ihn nicht mehr sehen können. Er ist auferstanden.

Und was ist nun in den 50 Tagen zwischen Ostern und Pfingsten vor ungefähr 2000 Jahren geschehen?

Ich will es Euch erzählen:
Nach dem Tod Jesu und auch noch nach seiner Auferstehung waren die Jünger zunächst traurig und hoffnungslos.
Sie wussten zwar, dass Jesus sie nicht allein gelassen hatte, aber sie konnten ihn nicht mehr sehen. Er war nicht mehr jeden Tag bei Ihnen.
Sie zogen sich ängstlich zurück.
Sie saßen hinter verschlossenen Türen.
Sie hatten Angst verfolgt zu werden.
Sie hatten keinen Mut mehr.
Keinen Mut den Menschen selbstbewusst gegenüberzutreten und von Gott und ihren Erlebnissen mit Jesus zu erzählen.
Wer sollte ihnen so beistehen wie Jesus?
Wer sollte ihnen sagen, wo es langgeht; jetzt wo Jesus nicht mehr bei ihnen ist.

Sie trauerten um Jesus. Ihr Freund war nicht mehr mitten unter ihnen.
Sie redeten miteinander und erinnerten einander an die Zeit, als er noch bei ihnen war.
Sie erinnerten sich an all das, was sie mit ihm erlebt hatten, was er sie gelehrt hatte.
Aber sie hatten auch Angst. Würden sie den Mut haben, von Gott und von Jesus öffentlich zu erzählen? Die Römer, die damals in Israel die Herrschaft hatten, mochten ihren Glauben nicht. Würden sie verfolgt und verurteilt werden wie Jesus?

Deshalb zogen sie sich zurück.
Sie trafen sich in ihren privaten Häusern. Sie aßen zusammen, tauschten ihre Erinnerungen und Gedanken aus, die sie beschäftigten. Sie feierten Gottesdienste zusammen und erinnerten sich an das letzte gemeinsame Abendessen mit Jesus, wenn auch sie zusammen Abendessen hatten.

Dieser Rückzug, dieses Innehalten, das Besinnen auf das, was ihnen wichtig war, das Erinnern an die gemeinsame Zeit mit Jesus, all das war wichtig, um neue Kräfte zu sammeln.
All das war notwendig für einen neuen Anfang.

Sie brauchten viel Zeit, um wieder Mut zu fassen, um wieder unter Menschen zu gehen.

Und dann kam Pfingsten.
An diesem Fest geschah etwas ganz Besonderes.

Zunächst einmal singen oder hören wir aber noch ein Lied:

Wir singen oder hören:
Evangelisches Gesangbuch 571: Unser Leben sei ein Fest

Und jetzt folgt die Geschichte, die am Pfingstfest vor fast 2000 Jahren geschehen ist:


Die Pfingstgeschichte für Kinder
(Quelle: https://www.ekhn.de/glaube/kirchenjahr/pfingsten/pfingsten-fuer-kinder.html)

An diesem Tag war viel los in Jerusalem, zum jüdischen Erntefest reisten die Menschen aus Nordafrika, Griechenland und Rom an. Auch die Freunde Jesu hielten sich in Jerusalem auf, sie trafen sich regelmäßig in einem Haus. Die Apostel, so nannte man auch die Freunde Jesu, hörten die fröhlichen Stimmen und das Lachen der Leute gedämpft durch die kleinen Fenster dringen. Doch die Apostel waren traurig, denn sie vermissten Jesus. Denn Jesus war nicht mehr bei ihnen, sondern bei Gott im Himmel. Seine Freunde dachten an ihn und erzählten sich gegenseitig Geschichten, die sie mit ihm erlebt hatten.

Die Apostel waren ratlos. Wie sollte es jetzt mit ihnen weitergehen – ohne Jesus? Was sollten sie tun?

Plötzlich heulte und brauste ein Sturm durch das Haus. Erschrocken blickten die Männer und Frauen sich an. Dann erschienen leuchtende Flammen, die auf jedem von ihnen flackerten. In diesen feurigen Zungen steckte der Geist Gottes, der ihnen plötzlich gute Ideen, viel Kraft und Mut schenkte. Den Freunden Jesu ging buchstäblich ein Licht auf!  Nun wussten Sie, was ihre neue Aufgabe war: Sie wollten den Menschen von Jesus erzählen. Sie sprangen auf und gingen hinaus auf die Straße.

Viele kleine und große Besucher des Erntefestes blieben stehen und lauschten gespannt ihren Worten. Immer mehr Menschen kamen hinzu. Die weit gereisten Zuhörer waren verblüfft, denn sie hörten die Geschichten in ihrer Muttersprache! Dabei hatten die Freunde Jesu doch bis vor kurzem nur in ihrem aramäischen Dialekt gesprochen. Aber jetzt hörten arabische Besucher die Geschichten auf Arabisch, Griechen auf Griechisch und Römer auf Latein. So verstanden sie, was die Apostel über Gott und Jesus erzählten. Ein ganz Vorwitziger machte sich allerdings über die Anhänger Jesu lustig: „Habt ihr etwa zu viel Wein getrunken?“

Sind die Jünger etwa betrunken?

Das ließ Petrus, einer der Freude Jesu, natürlich nicht auf sich sitzen! Er erklärte: „Nein, keiner von uns ist betrunken. Gott hat uns durch seinen Geist das Talent gegeben, in vielen Sprachen von Gott zu reden. Bereits vor vielen hundert Jahren sagte dies der Prophet Joel voraus. Jeder soll wissen, dass Gott die Menschen liebt und dass der Tod nicht das Ende bedeutet, weil Jesus wieder auferstanden ist.“

3.000 Menschen lassen sich taufen

Vielen gefiel diese Botschaft. Eine Frau fragte: „Wir glauben, was du gesagt hast. Was sollen wir tun?“ Petrus riet ihnen, dass sie sich taufen lassen sollten.

3.000 Männer und Frauen befolgten seinen Ratschlag. Damals tauchten die Jünger die erwachsenen Täuflinge noch vollständig unter Wasser. Von nun an lebten sie mit den Freunden Jesu zusammen. Es machte ihnen Spaß, mit den anderen gemeinsam zu essen und zu beten. Die erste christliche Gemeinschaft war entstanden. Aus diesem Grund feiert die Kirche an diesem Tag ihren Geburtstag.

 

Wir singen oder hören:
Kindergesangbuch Nr.74  Zu Ostern / Pfingsten in Jerusalem


Eine Predigt zum Lesen oder Vorlesen – Teil II

So war das damals vor fast 2000 Jahren.
Durch den Heiligen Geist haben die Jünger wieder Kraft bekommen.
Sie haben innere Stärke und Mut bekommen.
So konnte sich das Feuer – wie es in der Bibel heißt – ausbreiten. Heute würden wir eher Begeisterung sagen.

Sie waren vom Heiligen Geist be-geist-ert, die Angst schmolz dahin und verwandelte sich in neue Energie.
Diese Energie war wie ein starker Wind, der um ihre Köpfe wirbelt.
„Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt”, schreibt Lukas in der Apostelgeschichte.
Dieser Heilige Geist hatte so viel Kraft, dass die Jünger sich wieder daran erinnerten, was sie besonders gut konnten.
Jeder etwas anderes.
Jeder hatte so eine kleine Flamme der Begeisterung in sich.
Eine Begeisterung für Dinge, die er gut kann.
Genauso haben wir heute so eine kleine Flamme der Begeisterung in uns.
Jede und jeder von Euch hat bestimmt eine besondere Fähigkeit, die Dich und auch andere begeistert.

Und jeder der Jünger ging mit seiner Fähigkeit hinaus in die Welt, um von Jesus zu erzählen und Gott zu loben.
Sie lebten in der Gemeinschaft miteinander.
Denn eine einzelne kleine Flamme kann schnell gelöscht werden, aber zusammen ergeben die kleinen Flammen, ein großes Feuer, das kann so schnell keiner mehr ausmachen.
Dieses Feuer der Begeisterung brennt bis heute.
Deshalb freue ich mich immer wieder, wenn ich sehe, wie viele unterschiedliche Menschen zu unserer Kirchengemeinde gehören.
Ich freue mich, wenn ich höre und sehe, wofür sie sich begeistern und wie unterschiedlich ihre Fähigkeiten sind.
Eine Kirchengemeinde ist dann eine lebendige Gemeinschaft, wenn jede und jeder seine ganz unterschiedlichen Fähigkeiten in diese Gemeinschaft einbringt.
Deshalb feiern wir am Pfingstfest den Geburtstag der Kirche, jedes Jahr neu.
Amen!

Überlegt doch mal welches Eure besonderen Fähigkeiten sind und schreibt sie in die Flamme, die Ihr hier seht.

Kleines Glaubensbekenntnis (Kindergesangbuch S. 331)

Wir singen oder hören:
Kindergesangbuch Nr. 193, Hallelu, hallelu, halleluja, Preiset den Herrn


Fürbittengebet

Gott, wir bitten dich um deinen Heiligen Geist.
Wir bitten dich um den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.
Wir bitten dich, tröste und stärke uns und die Menschen in der Welt.

Wir bitten dich:
Für die Menschen, die traurig sind.
Sende ihnen deinen Geist des Trostes.

Für die Menschen, die krank sind.
Sende ihnen deinen Geist der neuen Kraft.

Für die Menschen, die im Streit mit anderen Menschen leben.
Sende ihnen deinen Geist der Versöhnung.

Für die Menschen, die dort leben, wo Krieg ist.
Sende ihnen deinen Geist des Friedens.

Für die Menschen, die einsam sind.
Sende ihnen deinen Geist der Liebe und des Mitgefühls.

Für die Menschen, die mutlos sind.
Sende ihnen deinen Geist neuer Hoffnung.

Für die Menschen, die Angst haben.
Sende ihnen deinen Geist voll Mutes.

Gott, Du machst alles neu
In der Kraft deines Geistes.

Dafür loben wir dich,
und beten gemeinsam:

 

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung;
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft,
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

­

 

Wir singen oder hören:
EG 171 / Kindergesangbuch Nr. 213: Bewahre uns Gott


Segensbitte

Herr, wir bitten dich:
Segne uns.
Halte deine schützenden Hände über uns
Und gib uns deinen Frieden.
Amen!

Der Gottesdienst wurde zusammengestellt von Pfarrerin Angelika Ludwig
© Evangelische Mirjam-Kirchengemeinde Ascheberg Drensteinfurt

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