Lesegottesdienst für den Sonntag 03.05.2020 (Jubilate)

Liebe Gemeinde,

für den heutigen Sonntag hat meine Pfarrerin Annika Hilker den Lesegottesdienst geschrieben. Vielen Dank dafür.
In den Abkündigungen werde ich Sie über die nächsten Schritte zur Wiederaufnahme der Gottesdienste in unseren Kirchen informieren.
Und nun wünsche ich Ihnen eine gesegnete Zeit mit dem Lesegottesdienst.

Herzlichst,
Ihre Pfarrerin Angelika Ludwig

 

Hören Sie:

oder Singen Sie: EG 165 Gott ist gegenwärtig

Begrüßung
Liebe Gemeinde in Ottmarsbocholt, Davensberg, Ascheberg, Drensteinfurt, Rinkerode und auch sonst überall!

Ein weiterer Lesegottesdienst erwartet Sie und euch hier!
Schauen Sie rein, sucht euch einen schönen Gedanken, hören Sie die Lieder, singt mit – so können wir gemeinsam und doch zuhause miteinander Gottesdienst feiern!

Der heutige Sonntag Jubilate soll uns einladen zum Jubel über Gott und seine Werke.
Nur fällt uns jubeln derzeit nicht unbedingt leicht….
Der große lobenswerte Gott ist in Krisen entweder besonders nah oder besonders fern.

Dennoch lohnt es sich heute an Gott zu denken, der immer wieder neu anfängt, mit dem es immer wieder einen neuen Anfang gibt und größer ist als alles, was wir uns vorstellen können!
So wie es im Wochenspruch heißt: Ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, Neues ist geworden!

 

Lassen Sie uns dazu ein Lied schauen/hören/mitsingen, das uns zeigt, dass Gott immer wieder der Anfang und das Ende ist:

Hören oder Singen Sie:        Du bist da (aus: Wortlaute Nr. 65)

Text:
Refrain: Du bist da, du bist da, bist am Anfang der Zeit,
1.am Grund aller Fragen bist du.
2. Im Arm einer Mutter bist du.
3. Das Rätsel im Leben bist du.
4. Auch jenseits der Sterne bist du
:|Bist am lichten Tag, im Dunkel der Nacht hast du für mich schon gewacht 😐
1. Nähme ich Flügel der Morgenröte, bliebe am äußersten Meer.
Schliefe ich ein im Reich der Toten, würde statt Nacht Licht um mich sein.
2. Sitze ich da oder leg mich nieder, mache mich auf und ich steh.
Meine Gedanken kennst du von ferne, weißt ganz genau, wohin ich geh.
3. Stehe ich staunend am Strand und träume, zähle die Körner im Sand.
Lote ich aus die Meerestiefe, sehe hinaus ins Sternenhaus.

 

Psalm
Schon vor uns haben die Menschen ihre Erfahrungen mit Gott gemacht, haben ihn in Leid und Schmerz gespürt, in Angst und Hoffnungslosigkeit, aber auch in Freude und Jubel.
Lassen Sie uns Worte des Jubels aus Psalm 66 hören:

Jubelt Gott zu, Menschen aller Länder!
Singt von der Herrlichkeit seines Namens!
Stimmt an den Lobgesang auf seine Herrlichkeit!
Sagt zu Gott: „Wie gewaltig sind deine Taten!
Wie groß und mächtig bist du doch!
Sogar deine Feinde schmeicheln dir!“
Menschen aller Länder sollen vor dir niederfallen,
sollen dich preisen, deinen Namen preisen.
Kommt und schaut die Taten Gottes!
Gewaltige Werke tut er für die Menschenkinder.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist,

wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

 

Kyriegebet

Guter Gott,
wir kommen zu dir, so wie wir heute sind.
Besorgt, frustriert, gereizt, ängstlich, zuversichtlich…
Wir kommen zu dir, suchen deine Nähe, suchen Halt, suchen Trost, suchen Geborgenheit, suchen dich, den großen Gott, der uns so nah ist.
Aber so vieles drängt sich immer wieder zwischen uns: egal ob es die Einsamkeit ist, die Sorge um die Zukunft oder auch nur der veränderte Alltag.
So oft spielst du nicht die Rolle, die dir zusteht.
So oft kommst du nicht vor.
Nimm weg alles, was zwischen uns steht
und nimm weg von uns alles, was uns von dir abhält:
Das Schlechte, alles, was wir nicht getan haben,
das Gesagte und das Ungesagte.
Gib uns die Momente, in denen wir dich spüren können,
in denen wir dir nahe sind,
die Momente, die uns ein Lächeln aufs Gesicht zaubern.
Amen

Kyriegesang      Herr ich komme zu dir

oder sprechen sie:

Kyrie eleison
Christe eleison
Kyrie eleison

Gnadenspruch
Wir können sicher sein: Unser Gott ist ein gütiger Gott, wir können immer zu ihm kommen, denn:
Barmherzig und gnädig ist der Herr, geduldig und von großer Güte!
(Ps 103)

Lied           Dankbarkeit

Text:
Du bist der Vater, der mich sieht, der jedes Haar gezählt hat.
Du bist der Vater, der mich liebt, der mich für sich erwählt hat.
Ich will das schätzen, was du gibst, mich nicht daran gewöhnen.
In allem Guten find ich dich, im Wahren und im Schönen.

Du füllst mich mit Dankbarkeit, du machst meine Seele weit, Vater im Himmel, alles verdank ich dir.
Du füllst mich mit Dankbarkeit, schenkst mir meine Lebenszeit.
Vater im Himmel, für alles dank ich dir.

Wenn mir das Leben etwas nimmt, die Sicherheit im Wanken, dann gilt auch deine Güte bleibt, auch dann will ich dir danken.
Wenn mir das Leben etwas gibt, mich überrascht mit Freude, dann weiß ich, ich habs nicht verdient, doch ich genieß es heute.

Du füllst mich mit Dankbarkeit, du machst meine Seele weit, Vater im Himmel, alles verdank ich dir.
Du füllst mich mit Dankbarkeit, schenkst mir meine Lebenszeit.
Vater im Himmel, für alles dank ich dir.
Ich dank dir, ja ich dank dir, für alles dank ich dir….
Du füllst mich mit Dankbarkeit, du machst meine Seele weit, Vater im Himmel, alles verdank ich dir.
Du füllst mich mit Dankbarkeit, schenkst mir meine Lebenszeit.
Vater im Himmel, für alles dank ich dir.


Der Lesungstext steht im Johannesevangelium
und handelt von dem berühmten Wort Jesu:
Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben.
Jesus spricht zu seinen Jüngern:

„Ich bin der wahre Weinstock. Mein Vater ist der Weinbauer. Er entfernt jede Reben an mir, die keine Frucht trägt. Und er reinigt jede Rebe, die Frucht trägt, damit sie noch mehr Frucht bringt.
Ihr seid schon rein geworden durch das Wort, das ich euch verkündet habe.
Bleibt mit mir verbunden, dann bleibe auch ich mit euch verbunden.

Eine Rebe kann aus sich selbst heraus keine Frucht tragen. Dazu muss sie mit dem Weinstock verbunden bleiben. So könnt auch ihr keine Frucht tragen, wenn ihr nicht mit mir verbunden bleibt.

Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer mit mir verbunden bleibt so wie ich mit ihm, bringt reiche Frucht. Denn ohne mich könnt ihr nichts erreichen. Wer nicht mit mir verbunden bleibt, wird weggeworfen wie eine abgeschnittene Rebe und vertrocknet.
Wenn ihr mit mir verbunden bleibt und meine Worte im Innersten bewahrt, dann gilt: Was immer ihr wollt, darum bittet – und eure Bitte wird erfüllt werden.
Die Herrlichkeit meines Vaters wird darin sichtbar, dass ihr viel Frucht bringt und euch als meine Jünger erweist.“

Halleluja.
Lobet Gott in seinem Heiligtum.
Alles, was Odem hat, lobe den Herrn!
Halleluja.
Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden.
Halleluja.

Predigt zu Johannes 15,1-8

„Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Mein Vater ist der Weinbauer. Er entfernt jede Reben an mir, die keine Frucht trägt. Wer mit mir verbunden bleibt so wie ich mit ihm, bringt reiche Frucht. Denn ohne mich könnt ihr nichts erreichen.“
Wir können nicht anders als mit Jesus. Sonst bestehen wir nicht vor Gott, der sortiert uns aus.
Wie Beunruhigend!
Was ist, wenn ich nicht genug Frucht bringe?
Muss ich Angst haben vor einem sortierenden Gott? Der nach Leistung/Frucht unterscheidet?
Wie unevangelisch.
Aber auch: wie beruhigend!
Warum? Weiter im Text heißt es:
„Eine Rebe kann aus sich selbst heraus keine Frucht tragen. Dazu muss sie mit dem Weinstock verbunden bleiben.“
Das finde ich ungeheuer entlastend! Ich bin nicht bis ins Letzte verantwortlich. Aus mir heraus werde ich nie alles leisten können. Nie alles leisten müssen.
Es gibt jemanden, er mich zum Blühen bringt. Mich Frucht tragen lässt. Mir Kraft gibt.
Ich muss die Kraft nicht in mir selbst finden.
Nein mehr noch: Ich KANN sie gar nicht in mir selbst finden!
Ich brauche Jesus, um wirklich aufblühen zu können. Um zu erfüllen, wofür ich bestimmt bin.
Um Frucht zu tragen.
Das gilt für alle Bereiche in meinem Leben. Besonders aber gilt es für meine Beziehung zu Gott. Zum Weinbauer.

Wenn ich mit diesem Jesus verbunden bleibe, dann wird es gut gehen. Dann bleibt er mit mir verbunden. Eigentlich ist es aber andersrum: Er ist mit mir verbunden. Wie ein Ast mit seinen Blättern. Und wenn ich verbunden bleibe, dann trage ich Früchte. Wie das Blatt, das am Ast bleibt und dass sich dann entwickelt, etwa Blüten bildet. Oder eben abfällt. Dann wird es vergehen, zu Erde.

Diese Verbindung von Jesus zu mir, die ist schon da. Die besteht und ich kann darauf antworten: Ich kann mich von diesem Ast, von diesem Weinstock, trennen.
Aber dann werde ich nie Frucht tragen. Nie so gut sein, wie mit ihm. Dann bin ich allein.
Wie das einzelne Blatt, wie das einzelne Ästchen, an dem die Weintrauben sind, die Rebe eben.
Wenn ich mit ihm verbunden bleibe, dann habe ich auch eine Verbindung zum Weinbauer

Wie beruhigend also, dass es jemanden gibt, der mir verbunden ist und mit dem ich verbunden bin.
Ich kann und muss nicht alles alleine schaffen. Nicht alles kommt aus mir heraus.
Meine Stärke, meine Kraft, mein Lebenswillen, alles das kommt von jemand anderem.
Wie beruhigend, dass ich Teil von etwas bin und nicht allein.
Wie beruhigend, dass ich versorgt bin.

Aber wie bleib ich nun bei meinem Weinstock?
Indem ich Jesu Wort höre und bewahre.
Das heißt nicht, dass wir jetzt tägliche Bibelstudien betreiben müssen – können wir aber.
Wichtig ist, dass wir uns diesem Jesus zuwenden. Erfahren, was er gesagt hat, was er getan hat, was er uns über Gott erzählt hat.

Alles das, was er uns sagt, das sollen wir im Innersten bewahren.
Das soll heißen: es soll uns ganz tief im Herzen wichtig sein. Da, wo wir alle Menschen, die uns lieb sind aufbewahren, da, wo unsere Leidenschaften verankert sind, da wo alles das ist, was uns wichtig ist.
Da gehört Gottes Wort hin. Die Erzählungen über ihn. Jesus.
Dann sind wir bei ihm und er ist bei uns und wir können gestärkt erblühen und Frucht tragen.
Amen

Singen oder hören Sie: Ins Wasser fällt ein Stein  EG 659

Abkündigungen

Liebe Gemeinde,

bis wir wieder Gottesdienste in unseren Kirchen feiern können, wird es noch ein wenig dauern.

Am vergangenen Mittwoch habe ich die Informationen unserer Landeskirche bekommen, was alles zu beachten ist, um wieder Gottesdienste in unseren Kirchen feiern zu können.

Da gibt es eine Menge zu beachten.

Zunächst einmal müssen wir Hand- und Flächendesinfektionsmittel in größeren Mengen anschaffen. Das wird zentral über den Kirchenkreis organisiert und wird nächste oder übernächste Woche geliefert.

Sitzplätze müssen nach der vorgegebenen Abstandsregel vermessen und gekennzeichnet werden.

Wir müssen Ehrenamtliche gewinnen und schulen, die die Sicherheitsvorschriften an den jeweiligen Sonntagen umsetzen ohne die Würde unserer Gottesdienste zu stören.

Bisher haben sich noch nicht genug Ehrenamtliche gemeldet. Auch das kann die Wiederaufnahme unserer Gottesdienste verzögern.

Wir müssen Informationsschilder und Tafeln erstellen.

Das sind nur einige Vorbereitungen, die in den nächsten Wochen getan werden müssen.

Deshalb bitte ich um Verständnis, dass alles noch etwas dauert. Die evangelische Landeskirche setzt auf Sicherheit statt auf Schnelligkeit.

In der kommenden Woche folgt ein Informationsschreiben zu Gemeindeveranstaltungen. Darüber informiere ich am kommenden Sonntag.

 

Am kommenden Sonntag ist der Sonntag „Kantate – Singet“ ich versuche, mit einigen Chor- und Gemeindemitgliedern einen besonderen Gottesdienst zu gestalten. Ich hoffe, technisch klappt alles.

Und noch etwas in eigener Sache:
Durch die Corona-Krise sind viele Menschen auch in finanzielle Nöte geraten. Die Tafeln dürfen kein Essen ausgeben. Mehr Menschen als sonst, sind auf unsere Unterstützung angewiesen. Aber uns fehlen die Kollekten für die diakonischen Zwecke in unserer Gemeinde.

Falls Sie können und möchten, dann unterstützen Sie unsere Gemeindediakonie bitte durch eine Spende:

Spendenkonto der Kirchengemeinde:
KD-Bank / Bank für Kirche und Diakonie
IBAN: DE34350601900000959596
BIC: GENODED1DKD
Verwendungszweck: Diakonische Aufgaben

Und nun wollen wir in der Verbundenheit mit unserer Gemeinde und den Christen in der Welt still werden und Gott bitten:

 Fürbitten
Guter Gott,
ich komme vor dich mit all den Wünschen und Bitten, die mir auf dem Herzen liegen, für mich und für andere:
ich bitte dich  für alle, die dich in diesen besonderen Zeiten nicht als großen Gott erleben können.
ich bitte dich für alle, die dringend Hilfe benötigen, Zuwendung und Hoffnung.
ich bitte dich für alle, die Angst um ihr wirtschaftliches Überleben haben.
ich bitte dich für alle, die dich suchen und immer wieder verlieren.
ich bitte dich für unsere Gemeinde, lass uns ein Ort der Gottsuche und des Jubels sein, aber auch der Zuwendung und Hoffnung.
ich bitte dich für alles Ungesagte, das doch so wichtig ist.

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung;
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft,
und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen!

 

Gehen Sie in kommende Woche, in die weitere Zeit mit einem Segenswort aus dem 5. Buch Mose:
Seid mutig und stark!
Habt keine Angst, und lasst euch nicht von ihnen einschüchtern!
Der Herr, euer Gott, geht mit euch.
Er hält immer zu euch und lässt euch nicht im Stich!

Und so segne und behüte euch der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der heilige Geist.

Amen

Segenslied: The Lord bless you and keep you

The Lord bless you and keep you:
The Lord make His face to shine upon you,
To shine upon you and be gracious, and be gracious unto you

The Lord lift up the light
Of His countenance upon you,

And give you peace,

Amen

(Der Herr segne und behüte dich, der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir, und sei dir gnädig. Der Herr erhebe das Licht seines Antlitzes auf dich und gebe dir Frieden. Amen)

Der Gottesdienst wurde zusammengestellt von Pfarrerin A. Ludwig und Pfarrerin A. Hilker
© Evangelische Mirjam-Kirchengemeinde Ascheberg Drensteinfurt

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