Liebe Gemeindemitglieder,
am Gründonnerstag denken wir in besonderer Weise an das Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Er hat das Abendmahl an diesem Abend eingesetzt und uns gesagt, dass wir immer wieder gemeinsam Abendmahl feiern sollen, um uns an ihn zu erinnern. Deshalb feiern wir am Gründonnerstag als Erinnerung an die Einsetzung des Abendmahls durch Jesus das Abendmahl oft in einer besonderen Form: dem Tischabendmahl. Dieses Jahr dürfen wir
das Tischabendmahl nicht in unseren Kirchen feiern, deshalb lade ich Sie ein zu Hause ein Tischabendmahl zu feiern.

Hier können Sie sich das Begleitheft als PDF-Herunterladen.

Unser Palmsonntag Jugendgottesdienst ist heute um 18 Uhr Online.

 


Der Gottesdienst wurde zusammengestellt von Kevin Stuckenschnieder
© 2021 Evangelische Mirjam-Kirchengemeinde Ascheberg Drensteinfurt

Wir können unsere Kar- und Ostergottesdienste wie geplant durchführen: Open-Air-Gottesdiente, dank einer Leihgabe haben wir nun einige wenige Stühle.

Karfreitag:
10.00 Uhr vor der Gnadenkirche Ascheberg
15.00 Uhr vor der Martinskirche Drensteinfurt

Ostersonntag: FAMILIENGOTTESDIENST
10.00 Uhr vor der Gnadenkirche Ascheberg
11.15 Uhr vor der Martinskirche Drensteinfurt
Für die Ostergottesdienste muss man sich telefonisch anmelden unter 02508-1239 und dort seinen Namen angeben und an welchem Ort man zum Gottesdienst gehen möchte.

Um die Tage von Gründonnerstag bis Ostersonntag zu Hause zu gestalten sind noch einige Ostertüten für Erwachsene und Ostertüten für Familien vorhanden. Sie können zu den üblichen Bürozeiten in Drensteinfurt und Ascheberg abgeholt werden.
Darüber hinaus gibt es Angebote für Jugendliche, Kinder und Erwachsene auf unserer Internetseite, z.B. auch eine digitale Ostereiersuche.

Pfarrerin
Angelika Ludwig

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie ganz herzlich zum Gottesdienst am 5. Sonntag der Passionszeit.
Dieser Gottesdienst ist in ganz Westfalen traditionell „Frauenhilfssonntag“. Das heißt, dass die Frauenhilfen unserer Kirchengemeinden diesen Gottesdienst gestalten. Dafür bekommen Sie Material vom Verband der evangelischen Frauenhilfe in Soest.

Für den heutigen Sonntag hat den Gottesdienst Anne Losinzky mit Frauen der Frauenhilfe erarbeitet und die Predigt hat Diakon Hellmund geschrieben. Vielen Dank dafür!

Hier noch ein kleiner Hinweis von mir:
‚Für alle, die die Karwoche und das Osterfest zu Hause gestalten und feiern wollen habe ich eine Ostertüte für Erwachsene mit Texten, Materialien und Anregungen von Palmsonntag bis Ostern.
Sie können die Tüten ab 23.03.2021 zu den üblichen Büroöffnungszeiten abholen.

Es gibt auch Ostertüten für Familien mit Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter, die das ich mit Unterstützung aus dem Ki-Go-Team erstellen konnte. Sie sind ebenfalls in den Gemeindebüros erhältlich.

Für unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden kommt das Material per Mail, einige Materialien für Jugendliche werden ab Palmsonntag auf unserer Homepage zu finden sein.

Ostergottesdienste am Ostersonntag
Open-Air Familiengottesdienste
10.00 Uhr Gnadenkirche
11.15 Uhr Ascheberg

Wichtig! Dafür müssen Sie sich telefonisch anmelden.
Anmeldung:        Ab 22.03.2021 unter der Telefonnummer 02508-1239.
Bitte unbedingt den Namen, die eigene Telefonnummer und die Kirche angeben, zu der Ihr / Sie kommen möchtet/möchten.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Gottesdienst.

Ihre Pfarrerin Angelika Ludwig


Herzlich willkommen zum Gottesdienst am heutigen Sonntag Judika!

Leider wieder ohne persönliche Kontakte!
Übersetzt bedeutet Judika: „Schaffe mir Recht“! – nach den ersten Worten des Wochenpsalms, Psalm 43.
Diesen Gottesdienst haben wir Frauen der Frauenhilfe aus unserer Gemeinde vorbereitet.
In diesem Jahr verbinden wir die Worte ‚Schaffe mir Recht‘ mit einem Thema, dass für die Frauenhilfe wichtig ist: es geht um die Pflege. Seit Corona unseren Alltag beherrscht, ist die Pflege und sind die Pflegenden ganz besonders in den Mittelpunkt gerückt.
Das Jahr 2020 war von der Weltgesundheitsorganisation als ‚Internationales Jahr der Pflegenden und Hebammen‘ ausgerufen worden, und wenn es ums Kümmern und Fürsorgen geht, dann ist die Frauenhilfe eine Partnerin, die erfahren und kompetent mitreden kann: Als Trägerin mehrerer diakonischer Einrichtungen und als Frauenverband steht sie ein für Menschen, die andere pflegen und für Menschen, die gepflegt werden.
Mit diesem Gottesdienst wollen wir alle würdigen, die in der Pflege beschäftigt sind, beruflich und privat. Und wir wollen aufmerksam machen auf die Reform der Pflegeberufe und uns den Forderungen für bessere Arbeitsbedingungen anschließen. Dieses große soziale Berufsfeld muss aufgewertet werden- auch für alle, die zu Hause ihre Angehörigen versorgen.
Uns allen einen gesegneten Gottesdienst, online am Computer oder mit ihren Blättern in der Hand. Wir denken aneinander.

Wir feiern Gottesdienst im Namen Gottes, des Vaters,
der die Schöpfung für uns Menschen ins Leben gerufen hat.
Im Namen Jesu Christi,
der Kranke geheilt und sich den Menschen liebevoll zugewandt hat.
Im Namen des Heiligen Geistes,
der uns ermächtigt, fürsorglich in der Welt zu leben und zu handeln.
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat.

Lied: EG 673, 1+2 – Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt

Psalm 43 – EG Nr. 723
1        Schaffe mir Recht, Gott,
          und führe meine Sache wider das treulose Volk
          und errette mich von den falschen und bösen Leuten!
2        Denn du bist der Gott meiner Stärke:
          Warum hast du mich verstoßen?
          Warum muss ich so traurig gehen,
          wenn mein Feind mich drängt?
3        Sende dein Licht und deine Wahrheit,
          dass sie mich leiten und bringen zu deinem heiligen Berg
          und zu deiner Wohnung,
4        dass ich hineingehe zum Altar Gottes,
          zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist,
          und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott.
5        Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir?
          Harre auf Gott;
          denn ich werde ihm noch danken,
          dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

Lobsingt, ihr Völker alle, lobsingt und preist den Herrn. Amen!

EG 181.6 – Laudate omnes gentes – Lobsingt, ihr Völker alle

Gebet zum Kyrie
Kurz sind die Augenblicke des Guten, anderes prägt sich so lange ein:
die Mühen und Krankheiten,
eigenes und fremdes Versagen,
die Schreckensmeldungen eines jeden Tages,
die zweifelnden Fragen nach dir und deiner Macht.
So oft haben wir gebetet, um Gesundheit, um Heilung,
um Verschonung und Gelingen.
Die Kriege sind nicht weniger geworden,
die Unglücksfälle nicht. So wenig ist heil.
Sehen wir die Zeichen deiner Nähe nicht?
Hören wir deine Antwort nicht?
Oder verstehen wir die Wege nicht, die du mit uns gehst?
Öffne uns Augen, Ohren und Herzen.
Kyrie eleison! Herr, erbarme dich unser!

Herr, erbarme dich.
Christus, erbarme dich.
Herr, erbarme dich über uns.

Gnadenzusage
Gott spricht: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten
und du sollst mich preisen. (Psalm 50, Vers 15)

Lied: Meine Hoffnung und meine Freude

Text:
Meine Hoffnung und meine Freude,
meine Stärke, mein Licht.
Christus, meine Zuversicht,
auf dich vertrau ich
und fürcht’ mich nicht.


Gebet
Lasst uns beten!
Gott, Tröster der Untröstlichen,
Heiland derer, denen das Leben heillos erscheint,
Gewissen der Welt, die nicht weiß, was sie hoffen soll-
Wir sind es, die deinen Trost, deine Heilung und deine Hoffnung suchen.
Tröste uns, wirke in uns
und befähige uns, so zu leben, wie du es für deine Schöpfung gedacht hast
und wie unserer Herr und Bruder Jesus es uns vorgelebt hat.
Amen.

Lesung aus dem Brief des Jakobus im 5. Kapitel, die Verse 13-16

Wenn jemand von euch Schweres erleidet, soll er beten. Ist jemand von euch voller Zuversicht, soll er Loblieder singen.14Wer von euch krank und schwach ist, soll die Ältesten der Gemeinde zu sich rufen. Sie sollen für ihn beten und ihn im Namen des Herrn mit Öl salben.15Das Gebet, das im Glauben gesprochen wird, wird den Kranken retten. Der Herr wird ihn wieder aufstehen lassen und ihm vergeben, wenn er Sünden begangen hat.16Darum sollt ihr einander eure Sünden bekennen und füreinander beten, damit ihr geheilt werdet. Das Gebet eines Menschen, der nach dem Willen Gottes lebt, hat große Kraft und bewirkt viel.
Amen!

Lesung – frei nach dem Matthäusevangelium

Hinführung:
Ist es nicht so, dass wir oft denken: Dafür habe ich keine Zeit? Mich um alles und jeden zu kümmern? Ich habe eine Geschichte gefunden, angelehnt an das Matthäus-Evangelium, Kapitel 14:

Die wundersame Zeitvermehrung (von Jörg Zink)
Und Jesus sah eine große Menge Volkes.
Die Menschen taten ihm leid, und er redete zu ihnen von der unwiderstehlichen Liebe Gottes.

Als es dann Abend wurde, sagten seine Jünger:
Herr, schicke diese Leute fort, es ist schon spät, und sie haben keine Zeit.
Gebt ihnen doch davon, so sagte er, gebt ihnen doch von eurer Zeit!
Wir haben selbst keine, fanden sie,
und was wir haben, dieses Wenige, wie soll das reichen für so viele?
Doch war da einer unter ihnen, der hatte wohl noch fünf Termine frei,
mehr nicht, zur Not, dazu zwei Viertelstunden.
Und Jesus nahm mit einem Lächeln die fünf Termine, die sie hatten und die beiden Viertelstunden in die Hand.
Er blickte auf zum Himmel, sprach das Dankgebet und Lob.
Dann ließ er austeilen die kostbare Zeit durch seine Jünger an die vielen Menschen.
Und siehe da: es reichte nun das Wenige für alle.
Am Ende füllten sie sogar zwölf Tage voll mit dem, was übrig war an Zeit, das war nicht wenig.
Es wird berichtet, dass sie staunten.
Denn möglich ist, das sahen sie, Unmögliches bei ihm.


Lied: Wo Menschen sich vergessen

Wo Menschen sich vergessen, die Wege verlassen
und neu beginnen, ganz neu,
da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns.

Wo Menschen sich verschenken, die Liebe bedenken
und neu beginnen, ganz neu,
da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns.

Wo Menschen sich verbünden, den Hass überwinden
und neu beginnen, ganz neu,
da berühren sich Himmel und Erde, dass Friede werde unter uns.


Glaubensbekenntnis: EG Nr. 816

Wir glauben an Gott,
den Ursprung von allem, was geschaffen ist,
die Quelle des Lebens, aus der alles fließt,
das Ziel der Schöpfung, die auf Erlösung hofft.

Wir glauben an Jesus Christus,
den Gesandten der Liebe Gottes, von Maria geboren.
Ein Mensch, der Kinder segnete,
Frauen und Männer bewegte,
Leben heilte und Grenzen überwand.

Er wurde gekreuzigt.
In seinem Tod hat Gott die Macht des Bösen gebrochen
und uns zur Liebe befreit.
Mitten unter uns ist er gegenwärtig
und ruft uns auf seinen Weg.

Wir glauben an Gottes Geist,
Weisheit von Gott, die wirkt, wo sie will.
Sie gibt Kraft zur Versöhnung und schenkt Hoffnung,
die auch der Tod nicht zerstört.
In der Gemeinschaft der Glaubenden
werden wir zu Schwestern und Brüdern,
die nach Gerechtigkeit suchen.
Wir erwarten Gottes Reich. Amen.


EG 432, 1+3 –
Gott gab uns Atem


Predigt zu „Der barmherzige Samariter“
Aus dem Lukasevangelium im 10. Kapitel:

25 Und siehe, da stand ein Schriftgelehrter auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muss ich tun, dass ich das ewige Leben ererbe?  …

30 Da antwortete Jesus und sprach: Es war ein Mensch, der ging von Jerusalem hinab nach Jericho und fiel unter die Räuber; die zogen ihn aus und schlugen ihn und machten sich davon und ließen ihn halb tot liegen.  31 Es traf sich aber, dass ein Priester dieselbe Straße hinabzog; und als er ihn sah, ging er vorüber.  32 Desgleichen auch ein Levit: Als er zu der Stelle kam und ihn sah, ging er vorüber.  33 Ein Samariter aber, der auf der Reise war, kam dahin; und als er ihn sah, jammerte er ihn;  34 und er ging zu ihm, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie ihm, hob ihn auf sein Tier und brachte ihn in eine Herberge und pflegte ihn.  35 Am nächsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt und sprach: Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich dir’s bezahlen, wenn ich wiederkomme.  36 Wer von diesen dreien, meinst du, ist der Nächste gewesen dem, der unter die Räuber gefallen war?  37 Er sprach: Der die Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen! 
Amen!

Predigt

(27) Er antwortete und sprach: »Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst« …
(35) Am nächsten Tag zog er zwei Silbergroschen heraus, gab sie dem Wirt und sprach: Pflege ihn; und wenn du mehr ausgibst, will ich dir’s bezahlen, wenn ich wiederkomme.“ …
(37) Er sprach: Der Barmherzigkeit an ihm tat. Da sprach Jesus zu ihm: So geh hin und tu desgleichen!

(Lukas 10, 27,35,37)

Friede sei mit Euch von dem der da ist, der da war und der da kommt. Amen.

Liebe Lesegemeinde!
Wir befinden uns zurzeit in einer besonderen Situation: In der Corona Pandemie.
Am 14. Mai eines jeden Jahres feiern die frommen Katholiken den Tag der heiligen Corona. Sie ist eine frühchristliche Märtyrerin aus Ägypten des 2. Jahrhunderts. Das bedauernswerte Mädchen wurde nur 16 Jahre alt. Weil sie einen gefolterten Soldaten trösten wollte, wurde sie verhaftet. Ihre Peiniger banden sie zwischen zwei herabgezogene Palmen. Als sie die Bäume hochschnellen ließen, wurde Corona zerrissen. Die schreckliche Szene ist sogar im Pilgerzeichen festgehalten. Zu den bekanntesten Verehrern der heiligen Corona gehörte Kaiser Otto III. Er ließ ihre Reliquien nach Aachen überführen, wo sie heute noch im Dom aufbewahrt werden. Für gläubige Katholiken ist ihre Verehrung wichtig und wegen der Corona-Pandemie zurzeit besonders aktuell. Sie gilt als zuständig für Seuchenschutz und Geldangelegenheiten. In manchen Darstellungen trägt sie ein Geldkästchen in der rechten Hand.
Wie können wir also den Dreiklang der Forderung Jesu in einer solchen Corona-pandemie gerecht werden? Wie können wir Gott, unseren Nächsten und uns selbst lieben?
Gottesliebe – Gottesdienst ist zum Beispiel möglich, indem wir eine solche liturgische Feier anlässlich des Judika-Sonntags feiern. Gottesliebe -Gottesdienst ist aber auch durch aktives Tun und Handeln möglich.
Wie Sie wissen bin ich tätig als Regionalseelsorger im Evangelischen Johanneswerk und dort verantwortlich für drei Altenpflegeheime. Dort versorge ich Bewohnerinnen und Bewohner, Mitarbeitende und Familienangehörige seelsorgerlich.
Wer ist also in einer solchen Zeit der Pandemie mein Nächster bzw. der Hilfebedürftige? Ganz offensichtlich ist es die alte Bewohnerin oder der alte Bewohner, der einsam, krank und sterbend in einer solchen Altenpflegeeinrichtung unter Pandemiebedingungen und all ihren Folgen dort seinen Lebensabend verbringt!
Wer übernimmt denn dann die Rolle des Samariters? Es sind da doch wohl die Pflegerinnen und Pfleger, die Hauswirtschaftskräfte, die Mitarbeiter des begleitenden und sozialen Dienstes, die Hilfskräfte und die Verwaltungs- und Leitungskräfte. Sie sind also „Christi Mitarbeiter“. Dietrich Bonhoeffer beschreibt Christi Mitarbeiter mit folgenden Worten:
„Christi Mitarbeiter und Gehilfen sollen Christus gleich sein in allen Stücken; so sollen sie auch für die Menschen, zu denen sie gehen, „wie Christus“ sein. Mit ihnen betritt Jesus Christus selbst das Haus, das sie aufnimmt. Sie sind Träger seiner Gegenwart. Sie bringen den Menschen das kostbarste Geschenk, Jesus Christus, und mit ihm Gott, den Vater, und das heißt ja Vergebung, Heil, Leben, Seligkeit. Jeder Dienst, den man ihnen tun wird, ist an Jesus Christus selbst getan.“
Die Bevölkerung würdigte ihr Tun und Handeln durch starkes Händeklatschen und die Bundesregierung versprach neben finanziellen Sonderleistungen mehr berufliche Anerkennung und höhere, angemessene Vergütungen und die Träger der Allgemeinen-Wohlfahrtspflege von einem bundeseinheitlichen-Tarifvertrag. So wollten Sie in der Rolle des Samariters unserer Zeit die Rolle in der aktuellen Hilfesituation übernehmen. Im Predigttext heißt es: „Am nächsten Tag zog der Samariter zwei Silbergroschen heraus und sprach: „… und wenn du mehr ausgibst, will ich dir´s bezahlen, …“
Einig sind sich jedoch die Tarifpartner der Allgemeinen- Wohlfahrtspflege: Diakonie, Kirche, Caritas und die freien Träger nicht geworden.
Wollen wir heute, liebe Lesegemeinde, dafür beten, dass die Verantwortlichen in Kirche und Staat dafür sorgen, dass sie dem Anspruch Jesu gerecht werden und den Nächsten und Dienenden erkennen und zur Wohlfahrt aller beitragen.
Und „Der Friede Gottes, welcher größer ist als alle Vernunft, bewahre Eure Sinne und Herzen. Amen.“

Lied: Liebe ist nicht nur ein Wort

Liebe ist nicht nur ein Wort,
Liebe das sind Worte und Taten.
Als Zeichen der Liebe ist Jesus geboren
Als Zeichen der Liebe für diese Welt.

Freiheit ist nicht nur ein Wort,
Freiheit das sind Worte und Taten.
Als Zeichen der Freiheit ist Jesus gestorben
Als Zeichen der Freiheit für diese Welt.

Hoffnung ist nicht nur ein Wort, Hoffnung das sind Worte und Taten
Als Zeichen der Hoffnung ist Jesus lebendig, als Zeichen der Hoffnung für diese Welt.


Abkündigungen
Judika – Frauenhilfe-Sonntag.
Die Kollekte ist heute für den Verband Ev. Frauenhilfe in Westfalen e.V.
Die Arbeit des Verbandes ist vielfältig, Projekte und Einrichtungen werden unterstützt: Pflegeeinrichtungen, Frauenhäuser und vieles mehr.
Mit ihrer heutigen Kollekte unterstützen Sie die Arbeit von engagierten und qualifizierten Frauen.
Sie sind bereit, viel Zeit und Kraft einzusetzen, oft unsichtbar im Hintergrund.
Dafür brauchen sie Fortbildungen, Arbeitshilfen, Materialien, Erfahrungsaustausch und verlässliche Begleitung. Sie benötigen Anregungen für Gottesdienste und Andachten, für Bibelarbeiten, für die Gesprächsführung am Krankenbett, Besuchsdienste und Angebote im Altenheim.
Auch aus unserer Gruppe nehmen Mitarbeiterinnen an Seminaren und Fortbildungen teil. Wir möchten uns informieren, am Ball bleiben, andere Frauenhilfefrauen kennenlernen und aus deren Gemeindealltag hören. Wir nehmen gerne Anregungen mit für unsere Arbeit hier in unserer Gemeinde.
So legen wir Ihnen diese Kollekte ans Herz.

Unsere FH-Gruppe hat ein Projekt, das wir seit Jahren unterstützen und das inzwischen wohl den meisten bekannt ist: Nadeschda in Herford. Praktische Hilfe für Frauen, die hierher gelockt wurden mit dem Versprechen auf gute Arbeit und Verdienstmöglichkeiten und die dann in der Prostitution gelandet sind.

Eine kleine Anekdote zum Thema: Pflegen und Nächstenliebe:
Als Mutter Teresa, Engel der Ärmsten, am Straßenrand in Kalkutta bei einem schmutzigen, sterbenden Mann kniete und ihn pflegte, sagte ein amerikanischer Reporter zu ihr: „Das würde ich nicht für 1000 Dollar tun.“ Sie erwiderte: „Ich auch nicht.“
…ja, Liebe ist unbezahlbar.

 

Hier die Kontonummer für die heutige Kollekte:
Verband der Frauenhilfe
Sparkasse Soest/Werl
IBAN: DE27 4145 0075 0003 0296 00 – Stichwort ‚JUDIKA‘
 
 (Der Betrag kann nach dem Scannen natürlich noch geändert werden)

Fürbitten
Gott, du sorgst dich um uns, um unseren Leib und um unsere Seele,
dass beides ernährt wird und unsere Sehnsucht nach Heilung und Heil gestillt wird.
Wir vertrauen dir an, was uns bewegt.

Wir bitten dich für alle Menschen, die an Krankheiten leiden,
heilbaren und unheilbaren, am Körper und an der Seele.
Lass sie nicht daran zerbrechen,
richte sie auf, schenke ihnen Kraft und Geduld.

Wir bitten dich für alle, die in pflegenden und heilenden Berufen arbeiten;
für alle, die zu Hause pflegen und sich um Menschen sorgen.
Schenke ihnen ein feines Gespür für das, was die Not wenden kann: Mitgefühl, Wahrheit, Fürsorge.
Sorge für sie, damit sie in der Sorge um andere sich selbst nicht verlieren.

Wir bitten dich für alle, die aus ihrer heillosen Welt fliehen,
um Heimat bei uns in Europa zu suchen und dafür alles riskieren,
sogar ihr Leben.
Hilf uns, in ihnen unsere Nächsten zu sehen, die sich – genau wie wir-
nach Frieden und Gerechtigkeit, nach Heil und Heilung sehnen.
Wir bitten dich für alle, die sich um deine gute Schöpfung sorgen.
Hilf uns und allen Verantwortlichen, so zu leben, dass die Erde auch für die
Generationen nach uns Leben in Fülle und Frieden bereithält.
Gott, du bist bei uns und verlässt uns nicht.
Darauf wollen wir vertrauen.             
Amen.


Vater unser
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung;
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft,
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Lied: EG 171, 1,2,4 – Bewahre uns, Gott

Segen:
Der Herr segne und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden.

Und bis wir uns wiedersehen halte Gott dich fest in seiner Hand.


Der Gottesdienst zum „Frauenhilfssonntag“ wurde zusammengestellt
von Anne Losinzky mit Frauen der Frauenhilfe
Predigt Diakon Hellmund, Einleitung Pfarrerin Angelika Ludwig
© 2021 Evangelische Mirjam-Kirchengemeinde Ascheberg Drensteinfurt

Aufgrund der wieder steigenden Corona-Zahlen gibt es in der Evangelischen Mirjam-Kirchengemeinde verschiedene Angebote für die Zeit von Palmsonntag bis Ostersonntag.

Ostertüten
Für alle, die die Zeit von Palmsonntag bis Ostersonntag lieber zu Hause gestalten möchten gibt es Ostertüten mit Texten und Material, um diese Zeit zu gestalten.
Es gibt Ostertüten für Familien mit Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter und Ostertüten für Erwachsene und Senioren. Beide Tüten sind reichlich gepackt.

Die Tüten können zu den üblichen Bürozeiten abgeholt werden.
Gemeindebüro Martinskirche Drensteinfurt:
Dienstags 09.00 – 11.30 h
Freitags 16.00-18.30 Uhr

Gemeindebüro Gnadenkirche Ascheberg
Montags 10.00 – 12.00 Uhr
Dienstags 16.00 – 18.00 Uhr
Freitags 15.00 – 17.00 Uhr

Angebote für Jugendliche sind ab Palmsonntag auf unserer Homepage zu finden.


Gottesdienste
Wir feiern auch in der Karwoche und am Osterfest Open-Air Gottesdienste für alle, die zwar in sicherem Abstand, aber doch gerne in Gemeinschaft an Jesu Passion und Auferstehung gedenken möchten.

Palmsonntag:
10.00 h Ascheberg LP Riemann
11.15 h Drensteinfurt LP Riemann

Karfreitag:
10.00 h Ascheberg Pfr’in Ludwig
15.00 h Drensteinfurt Pfr’in Ludwig

Ostersonntag Familiengottesdienst:
10.00 h Ascheberg Pfr’in Ludwig + Team
11.15 h Drensteinfurt Pfr’in Ludwig + Team

Wichtig!
Für Ostersonntag ist eine telefonische Anmeldung notwendig.
Ab 22.03.2021 unter der Telefonnummer 02508-1239.
Bitte unbedingt den Namen, die eigene Telefonnummer und die Kirche angeben, zu der Ihr / Sie kommen möchtet/möchten.

„Mose, Mirjam und ich“
Biblische Personen im Dialog mit mir selbst.

Beginn: Donnerstag, 25.März 2021
Uhrzeit: 19.30 -21.00 Uhr
Leitung: Pfarrerin Angelika Ludwig

Veranstaltungsformat:
Videokonferenz*
falls die Pandemie im Mai / Juni es zulässt findet in Absprache mit den Teilnehmer/-innen ein Wechsel in Präsenzveranstaltung statt Mose, Mirjam, Elia, Ruth, Noah, Sarah u.v.a.m. Was haben sie erlebt, was haben sie ertragen müssen? Was hat sie gefreut und begeistert? Im Mittelpunkt dieser Reihe wird die Begegnung mit verschiedenen ausgewählten biblischen Personen des Alten Testamentes stehen.
Dabei geht es darum persönliche Anknüpfungspunkte zu finden und so in den Dialog mit einer dieser Personen zu treten. Mit verschiedenen kreativen Methoden aus dem Bereich der Spiel- und Theaterpädagogik,
dem Schreiben und Gestalten in vielfältigster Art und Weise werden wir diesen Dialog darstellen. Es werden verschiedene kreative Methoden
vorgestellt, von denen Sie dann ausgewählte Methoden umsetzen.
Auch eigene Ideen dürfen gerne einfließen. Auch wir bleiben dabei
miteinander im Dialog. Ursprünglich sollte die Reihe „Kreative Zugänge
zur Bibel“ im Rahmen der Erwachsenenbildung der Evangelischen Mirjam-Kirchengemeinde im vergangenen Jahr starten.
Dieses Jahr startet sie per Videokonferenz. Mit den weiteren Terminen gehen wir kreativ um. Manche Materialien werden per Mail nach
Hause zugesandt, manche kreative Erarbeitung wird unter Anleitung zu Hause stattfinden. Spätere Termine werden dann vielleicht auch mit Abstand stattfinden können, manche vielleicht sogar im Gemeindegarten.
Für das erste Treffen bekommen Sie kurz vor Beginn einen Link für eine Zoom Videokonferenz zugemailt.
Falls später Termine in Präsenz stattfinden, dann im oder am evangelischen Gemeindehaus Hoveloh 1, Ascheberg. Alle weiteren Informationen und die Termine entnehmen Sie dem angefügten Flyer.

Download: Flyer Kreative Zugänge zur Bibel 2021

 

Einstimmung

Okuli: Meine Augen. Der Name des Sonntags leitet sich ab von dem Psalmvers: „Meine Augen sehen stets auf den Herrn.“ (Psalm 25,15) In der Mitte der Passionszeit erinnert dieser Satz daran, den Blick zu heben, ihn auf Gott zu richten und darauf zu vertrauen, dass er uns nahe ist und immer wieder berührt, weil der Weg, den wir gehen, mühsam ist und beschwerlich, wenn wir ihm, Gott, zu folgen versuchen.

Lied: EG 455 Morgenlicht leuchtet

oder

Wochenspruch

Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück,
der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.

(Lukas 9,62)

Votum

Der Herr sei mit euch
            und mit deinem Geist.
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Amen!
Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
der Himmel und Erde gemacht hat.

 

Wochenpsalm

Die Augen des Herrn merken auf die Gerechten
und seine Ohren auf ihr Schreien.
Das Antlitz des Herrn steht wieder alle, die Böses tun,
dass er ihren Namen ausrotte von der Erde.
Wenn die Gerechten schreien, so hört der Herr
und errettet sie aus all ihrer Not.
Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind,
und hilft denen, die ein zerschlagenes Gemüt haben.
Der Gerechte muss viel leiden,
aber aus alledem hilft ihm der Herr.
Er bewahrt ihm alle seine Gebeine,
dass nicht eines von ihnen zerbrochen wird.
Den Frevler wird das Unglück töten,
und die den Gerechten hassen, fallen in Schuld.
Der Herr erlöst das Leben seiner Knechte,
und alle, die auf ihn trauen, werden frei von Schuld.

(Psalm 34,16-23)

Wir wollen Gott loben, indem wir sprechen:
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und alle Zeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen

 

Sündenbekenntnis

Lasst uns vor Gott treten und daran denken, was uns bedrückt und belastet und wofür wir Verantwortung tragen:
Gott,
wir kommen zu Dir mit all unserer Müdigkeit und Erschöpfung.
Müde macht der Zustand dieser Welt,
Müde macht uns unsere Schuld.

Wir bitten Dich:
Richte uns auf,
dass wir trotz allem Eintreten für deine Welt,
deine Geschöpfe,
für unsere Schwestern und Brüder.
Erbarme dich unser!

Wir rufen zu Dir:
Kyrie eleison                       Herr, erbarme dich
Christe eleison                    Christe, erbarme dich
Kyrie eleison                       Herr, erbarme dich über uns

 

Gnadenspruch

Jesus Christus sagt: Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.                                                                                Matthäus 11,28

Gebet zum Tage

Lasst uns beten:
Guter Gott,
du siehst uns an,
du siehst, was uns gelingt,
du siehst, wo wir scheitern.
Wir bitten dich,
öffne uns Augen, Ohren und Herzen für deine oft alltägliche Nähe,
in einer Berührung, in einem aufbauenden Wort.
Im Vertrauen auf deinen Sohn Jesus Christus,
unserem Bruder
Amen.

 

Evangeliumslesung

Wir schwer es ist, dem Weg zu folgen, den Christus gegangen ist, selbst für die, die guten Willes sind, erzählt der folgende Text:

Und als sie auf dem Wege waren, sprach einer zu ihm: Ich will dir folgen, wohin du gehst. Und Jesus sprach zu ihm: Die Füchse haben Gruben und die Vögel unter dem Himmel haben Nester; aber der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege. Und er sprach zu einem andern: Folge mir nach! Der sprach aber: Herr, erlaube mir, dass ich zuvor hingehe und meinen Vater begrabe. Er aber sprach zu ihm: Lass die Toten ihre Toten begraben; du aber geh hin und verkündige das Reich Gottes! Und ein andrer sprach: Herr, ich will dir nachfolgen; aber erlaube mir zuvor, dass ich Abschied nehme von denen, die in meinem Hause sind. Jesus aber sprach zu ihm: Wer die Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.

(Lukas 9,57-62)

Apostolisches Glaubensbekenntnis

Wir bekennen unseren christlichen Glauben und sind somit verbunden mit den Christen vor Ort und auch weltweit:

Ich glaube an Gott, den Vater,
den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Lied: EG 391 Jesu geh voran

 

Predigt zu 1. Könige 19,1-12

„Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus.“ (1. Kor. 1,3)

1.

Es ist genug! Es reicht! In den letzten Wochen kann man diese Sätze immer wieder hören und lesen. Eine lange, für manche zu lange Strecke liegt hinter uns: viele Wochen im sogenannten „Lockdown“. Nun ist dieser noch einmal um mehrere Wochen verlängert worden, wenn auch mit einigen Lockerungen. So denken und sagen manche: Mir reicht’s. Es ist genug.

Es ist genug… Diese drei Worte soll, so erzählt der Predigttext, Elia, der Prophet, gesagt haben. Elia, der erste namentlich bekannte Prophet im alten Israel, der vor fast 3000 Jahren mit unbedingter Konsequenz für den Glauben an den einen Gott eingetreten ist. Viel liegt hinter ihm. Die Geschichte erzählt von der Müdigkeit des Elia. Und sie erzählt davon, wie Gott Elia in seiner Müdigkeit berührt. Elia geht weiter und gewinnt neue Perspektiven.

  1. Textlesung

„Und Ahab sagte Isebel alles, was Elia getan hatte und wie er alle Propheten Baals mit dem Schwert umgebracht hatte. Da sandte Isebel einen Boten zu Elia und ließ ihm sagen: Die Götter sollen mir dies und das tun, wenn ich nicht morgen um diese Zeit dir tue, wie du diesen getan hast! Da fürchtete er sich, machte sich auf und lief um sein Leben und kam nach Beerscheba in Juda und ließ seinen Diener dort. Er aber ging hin in die Wüste eine Tagereise weit und kam und setzte sich unter einen Wacholder und wünschte sich zu sterben und sprach: Es ist genug, so nimm nun, HERR, meine Seele; ich bin nicht besser als meine Väter.

Und er legte sich hin und schlief unter dem Wacholder. Und siehe, ein Engel rührte ihn an und sprach zu ihm: Steh auf und iss! Und er sah sich um, und siehe, zu seinen Häupten lag ein geröstetes Brot und ein Krug mit Wasser. Und als er gegessen und getrunken hatte, legte er sich wieder schlafen. Und der Engel des HERRN kam zum zweiten Mal wieder und rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir. Und er stand auf und aß und trank und ging durch die Kraft der Speise vierzig Tage und vierzig Nächte bis zum Berg Gottes, dem Horeb.

Und er kam dort in eine Höhle und blieb dort über Nacht. Und siehe, das Wort des HERRN kam zu ihm: Was machst du hier, Elia? Er sprach: Ich habe geeifert für den HERRN, den Gott Zebaoth; denn Israel hat deinen Bund verlassen und deine Altäre zerbrochen und deine Propheten mit dem Schwert getötet und ich bin allein übrig geblieben, und sie trachten danach, dass sie mir mein Leben nehmen. Der Herr sprach: Geh heraus und tritt hin auf den Berg vor den HERRN! Und siehe, der HERR wird vorübergehen. Und ein großer, starker Wind, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, kam vor dem HERRN her; der HERR aber war nicht im Winde. Nach dem Wind aber kam ein Erdbeben; aber der HERR war nicht im Erdbeben. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer; aber der HERR war nicht im Feuer. Und nach dem Feuer kam ein stilles, sanftes Sausen. Als das Elia hörte, verhüllte er sein Antlitz mit seinem Mantel und ging hinaus und trat in den Eingang der Höhle.“

(1. Könige 19,1-13)

  1.  

Elia – sein Name ist Programm: Jahwe ist Gott. Damit soll gesagt sein: Es gibt keinen anderen Gott! Es soll keine anderen Götter geben neben dem einen Gott Israels. Mit Feuereifer – im wahren Sinne des Wortes – kämpft Elia für die Verehrung seines Gottes, dem Gott des Volkes Israel: Jahwe.

Elia kämpft und er gerät in Konflikt mit der politischen Führung, dem König Ahab und dessen Frau Isebel. Ahab scheint mit seiner Politik einen Ausgleich zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen, der kanaanäischen Bevölkerung und den Angehörigen des Volkes Israel, gesucht zu haben. So gab es neben der Verehrung Jahwes auch Heiligtümer für den „Baal“. Politik war damals – wie auch heute – auf Kompromisse angelegt und angewiesen, auf Ausgleich von Interessen und von Macht. Das vertrug sich offenbar nicht mit der kompromisslosen Haltung des Elia, dieses Experten in religiösen Fragen.

Nicht immer verlaufen Konflikte zwischen Politikerinnen, Politikern und Expertinnen, Experten in solcher Schärfe wie in diesem Fall. Elia wurde mit dem Leben bedroht. Er flieht. Fast 200 Kilometer in den Süden bis zu dem Ort Beerscheba am Rande der Wüste Sinai. Wenn er zu Fuß geflohen sein sollte, dann dürfte seine Flucht ein bis zwei Wochen gedauert haben. Ein langer Weg…

Von Beerscheba geht Elia allein weiter in die Wüste, müde vom Kampf, müde, davon, wie diese Welt ist, müde vor Enttäuschung und Angst. „Es ist genug.“, mit diesen Worten lässt er sich unter einen Wacholder sinken. Elia bittet: „So nimm nun, HERR, meine Seele.“ Diese Geschichte erzählt von Elias Welt- und Lebensmüdigkeit.

Manchmal ist es notwendig, mit einem Seufzer, mit den Worten „Es ist genug!“, niederzusinken, in einen Sessel oder auf ein Sofa. Das Leben kann müde machen. Und es kann Not tun, sich dieses einzugestehen. Müde können wir sein angesichts der Wochen des Lockdowns. Müde angesichts des Hin und Her von Schließung und Öffnung. Müde angesichts immer wieder veränderter und manchmal unklarer Vorgaben.

4.

Müde werde ich, wenn ich sehe, was auf dieser Welt geschieht. Müde werde ich angesichts dessen, was ich in der Zeitung lese, in den Nachrichten höre oder im Fernsehen sehe.

„Ich fühle mich hoffnungslos.“, sagt eine Birmanesin, Mitarbeiterin der ARD, angesichts der Gewalt des Militärs gegen Demonstranten. Es ist genug des Leides, der Gewalt, des Hungers in dieser Welt. Es ist genug an Unrecht, das Menschen zugefügt wird. Es reicht, dass Menschen unter unwürdigen, gesundheitsgefährdenden, lebensbedrohlichen Bedingungen arbeiten, nicht nur weit weg in anderen Ländern, sondern hier, mitten unter uns, in der Nachbarschaft.

Manchmal sinke ich nieder mit den Worten und Gedanken: Es ist genug. Es reicht.

Es gibt nicht nur diese eine Seite, die sich gegen das richtet, was in dieser Welt nicht richtig ist. Es gibt noch eine andere Seite, eine nicht weniger schmerzhafte. Elia spricht sie aus: „Es ist genug, so nimm nun, HERR, meine Seele; ich bin nicht besser als meine Väter.“  Ich bin nicht besser als meine Väter. Was für ein niederschmetternder Gedanke. Ich wollte es doch besser machen als meine Vorfahren, als meine Eltern. Und was ist von diesem Vorhaben geblieben? Wo sind meine Ideale, meine Wünsche, meine Hoffnungen geblieben?

Ich schaue verzweifelt auf die Veränderungen in unserer Umwelt. Ich bin groß geworden mit den Erkenntnissen des Club of Rome über die „Grenzen des Wachstums“ (1972). Ich bin hineingewachsen in die Auseinandersetzungen um die Atomkraft. Ich lebe mit dem Bewusstsein, dass wir etwas tun müssen für den Schutz unserer Mitwelt, um unserer selbst und um der Schöpfung willen. Doch mit Elia erkenne ich verzweifelt: „Ich bin nicht besser als meine Väter.“ Ich mache es nicht besser, im Gegenteil, manches ist schlimmer und ich trage daran meinen Teil der Verantwortung. Mit Paulus könnte ich sagen: „Das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.“ (Römer 7,19)

Die Angst vor dem, was mich, was uns bedroht, ist das eine, das müde macht. So wie Elia zu Tode erschrocken ist und flieht vor König und Königin. Das andere ist die Erkenntnis in die eigenen Fehler, das eigene Ungenügen. Mag sein, dies wiegt noch schwerer. So sinkt Elia unter den Wacholder und möchte dort liegen bleiben. Elia, der Perfektionist in Glaubensfragen, sagt von sich: ich bin nicht besser als meine Väter. Der Weg, den ich bisher mit kompromissloser Härte gegangen bin, hat mich in die Wüste, in eine Sackgasse geführt. Elia braucht eine neue Perspektive.

5.

In diesem Augenblick, so erzählt die Geschichte, ist da ein Engel. Er berührt ihn, „rührte ihn an“, wie es heißt. Und spricht: „Steh auf!“ Elia kann sich nicht selbst aus seiner Enttäuschung und Erschöpfung, aus seiner Müdigkeit befreien. Es braucht, er braucht eine Berührung von jemand anderem. Und ein aufbauendes Wort. Die Kraft kehrt nicht gleich zurück. Es braucht Zeit, solche Welt- und Lebensmüdigkeit hinter sich zu lassen. Wie die Geschichte erzählt: „Und als er (Elia) gegessen und getrunken hatte, legte er sich wieder schlafen. Und der Engel des HERRN kam zum zweiten Mal wieder und rührte ihn an und sprach: Steh auf und iss!“ Immerhin, Elia gelang es schon im zweiten Anlauf, wieder auf die Beine zu kommen und sich wieder auf den Weg zu machen. Doch damit hat er noch keine neue Perspektive. Er hat nur die Kraft, sich auf den Weg zu machen. Er ist damit noch lange nicht am Ziel. Oder wie der Engel sagt: „Du hast einen weiten Weg vor dir.“

Elia muss tiefer und tiefer in die Wüste hinein, um Gott zu begegnen, am Berg Horeb. Vierzig Tage und Nächte wird seine Reise dauern. Diese biblische Zahl, die auch in den vierzig Tagen der Passionszeit wiederkehrt.  

6.

Es braucht jemanden, der mich berührt und der mit mir spricht, um wieder zu Kräften zu kommen. Mitten in meiner Müdigkeit haben mich Worte von jemandem erreicht, der von sich sagt: „Ich weiß nicht, ob ich an einen Gott glaube – und Fromme werden mir diesen Satz nicht verzeihen, aber ich kann in dieser Sache nicht lügen – das ist schon sehr eigenartig, dass ich es in dieser Sache nicht kann, und vielleicht ist das schon ein Teil eines Gottesbeweises – aber ich kann wirklich beim besten Willen nicht wissen, ob ich an ihn glaube.“ Das schreibt der Schweizer Autor Peter Bichsel in einem Text mit dem Titel: „Der Herr ist mein Trotz!“[1] 

Hier beschreibt einer die Unsicherheit, über seinen Glauben zu sprechen. Er schreibt in tastenden Versuchen – mag sein, das weckt den Widerstand der einen oder anderen Frommen. Vielleicht auch von denen, die nicht erwartet haben, dass einer wie Peter Bichsel überhaupt von so etwas wie dem Glauben- oder Nichtglaubenkönnen spricht und schreibt. Denn sein Text ist beides: geschriebenes Wort und als Predigt gesprochenes Wort.

In einer Welt, zumindest in unserem Teil der Welt, in der das Reden über den eigenen Glauben fast verstummt ist, berühren mich solche Worte. Oder anders gesagt: Sie rühren mich an.

Peter Bichsel schreibt bzw. sagt weiter (in: Über Gott und die Welt, S. 13): „Trotzdem, trotzdem – ich brauche ihn […] ich brauche ihn, damit das alles, was ist, nicht sinnlos ist – und damit das alles, was ist, nicht alles ist. ‚Der Herr ist mein Trotzdem!‘ Und wenn einer kommt, der schlüssig und endgültig beweist, dass es ihn nicht gibt – ich brauche ihn trotzdem.

Ich brauche ihn nicht, um zu überleben. Ich brauche ihn nur, um leben zu können. […] Ich brauche ihn, damit es sinnvoll ist, dass diese Welt mich überlebt. Und sie wird uns nur überleben, wenn uns der Trotz gelingt, wenn uns der Widerstand gelingt.“

Solche Worte sind mir geistige Nahrung, sie stärken mich, um weiter zu gehen, nicht sitzen oder liegen zu bleiben. „Der Herr ist mein Trotzdem.“ Er ist der Widerstand gegen eine Welt, die müde macht. Hier klingt etwas an von dem Widerstand eines Elia, aber auf mich berührende, feinsinnige, persönliche Weise.

7.

Ein Engel rührt Elia an. Und er spricht zu ihm. Es sind Engel, die uns anrühren, für uns die richtigen Worte finden und uns weitergehen lassen.

Es ist dann ein weiter Weg, bis Elia das Neue erkennen kann, bis er eine neue Perspektive gewinnt. Wie radikal anders diese Perspektive ist, erzählt das Ende der Geschichte. Gott begegnet Elia schließlich in einem stillen, sanften Sausen, wie Luther es übersetzt. Nicht im Sturm, nicht im Erdbeben, nicht im Feuer, nein, in jenem stillen, sanften Sausen. Oder wie andere übersetzt haben: in einer Stimme verschwebenden Schweigens.

Dieses stille sanfte Sausen ist ein Gegenbild zu der kompromisslosen Härte, mit der Elia bis dahin für den Glauben an Gott gekämpft hat. Sie hat ihn in eine Sackgasse geführt. Gott will berühren, nicht überrumpeln oder überwältigen.

Am Ende dieser Geschichte von Elia erkenne ich Gott, wie er sich später in einem anderen, in Jesus von Nazareth, zeigen wird. Und ich höre dessen Worte: „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.“ (Matthäus 11,28-30) Darauf will ich meine Augen richten.

Amen.

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus.

(Philipper 4,7)

 

Lied: EG 395 Vertraut den neuen Wegen

 

Fürbittengebet

Lasst uns beten:
Guter Gott,

dein Sohn Jesus Christus spricht: „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.“ (Mt 11,28) Im Vertrauen darauf kommen wir zu dir mit allem, was wir für andere, für uns, für diese Welt erbitten.

Wir bitten für alle, die müde und mutlos geworden sind. Lass ihnen Menschen begegnen, die sie berühren, die sie aufrichten und sagen: Steh auf.

Wir bitten für die, die einen Menschen verloren haben. Lass sie Trost finden, lass sie das Gute bewahren. Das Schwere legen wir zurück in deine Hand.

Wir bitten für alle, die in diesen Monaten in besonderer Weise die Last der Corona-Pandemie tragen, insbesondere für das Personal in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen: Gib ihnen Kraft, ihre Arbeit zu tun. Sie brauchen unser aller Anerkennung und Unterstützung.

Wir bitten für die, die unter unwürdigen, krankmachenden und gesundheitsgefährdenden Bedingungen arbeiten. Wir bitten um menschenwürdige Arbeitsbedingungen und einen gerechten Lohn.

Wir bitten für uns selbst: Lass uns einander Menschen sein, die sich berühren, die sich aufrichten. Lass uns zu solchen werden, die anderen die Hand reichen und berühren.

„Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.“ (Mt 11,28) Im Vertrauen darauf kommen wir zu dir mit allem, was wir für andere, für uns, für diese Welt erbitten und nehmen es mit in das Gebet deines Sohnes Jesus Christus:


Vater unser

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name,
dein Reich komme,
dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft
Und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Lied: 171 Bewahre uns Gott, behüte uns Gott

Segen

Der HERR segne dich und behüte dich; der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig; der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden.

(4.Mose 6, 24-26)


[1] Alle Zitate aus: Bichsel, Peter (2009): Über Gott und die Welt. Herausgegeben von Andreas Mauz. 1. Aufl., Frankfurt am Main, S. 12-13.


Der Gottesdienst wurde zusammengestellt von Pfarrer Thomas Böhme
© 2021 Evangelische Mirjam-Kirchengemeinde Ascheberg Drensteinfurt

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ab 07. März 2021 finden in der Evangelischen Mirjam-Kirchengemeinde wieder Präsenzgottesdienste statt.
Diese werden zunächst als Open-Air-Kurzgottesdienste ohne Sitzplätze stattfinden.
10.00 Uhr vor der Gnadenkirche Ascheberg
11.15 Uhr vor der Martinskirche Drensteinfurt

Es gelten die üblichen Schutzregeln im öffentlichen Raum.

Das Tragen einer medizinischen Nase-Mund-Maske ist Pflicht, der Abstand von 1,5 Metern wird eingehalten werden und eine Teilnehmerliste für die Rückverfolgung wird erstellt.

Mit freundlichen Grüßen,
Angelika Ludwig

Der Weltgebetstag in diesem Jahr ist von Frauen aus Vanuatu erarbeitet worden. Am ersten Freitag im März, am 5. März, heißt das Motto: „Worauf bauen wir?“ Zu dieser Frage laden die Organisationen verschiedener christlicher Konfessionen in ganz Deutschland rund um den 5. März 2021 zu ökumenischen Gebeten ein. In diesem Jahr sind wir mit den Frauen in Vanuatu besonders verbunden. Weltweit erleben wir durch die Corona-Pandemie schwerste Herausforderungen, gleichzeitig zeigt sich der Klimawandel verstärkt in Naturkatastrophen und führt vor allem im globalen Süden zu Tod, Verwüstung und Existenznot. Gerade in diesen Zeiten dürfen wir die dramatische Situation von Frauen und ihren Familien weltweit nicht aus den Augen zu verlieren.

Wie feiern wir in diesem Jahr diesen Tag, der traditionell von ökumenischen Teams in Ascheberg und in Drensteinfurt vorbereitet wird? Leider ohne die beliebten Zusammenkünfte bei landestypischen Speisen und dennoch gemeinsam in Verbundenheit mit den Frauen der Welt.

In Ascheberg beginnt um 15 Uhr in der katholischen St. Lambertus-Kirche ein Präsenzgottesdienst, selbstverständlich unter Beachtung der geltenden Hygienevorschriften.

In Drensteinfurt hat das Vorbereitungsteam die Entscheidung getroffen, den Weltgebetstag dieses Jahr zuhause zu feiern. Die Heftchen zum Gottesdienst sowie Spendentütchen liegen für Sie in der Kirche St. Regina und in der Lesepredigt-Box vor der Martinskirche bereit.

Wir empfehlen für alle, die gern vom Wohnzimmer aus an einem Gottesdienst zum Weltgebetstag teilhaben möchten, die folgenden Alternativen: Der Fernsehsender Bibel TV zeigt am Freitag, den 5. März 2021 um 19 Uhr einen Gottesdienst zum Weltgebetstag, und ebenfalls um 19 Uhr geht die Premiere des Gottesdienstes online: auf https://weltgebetstag.de/aktuelles/news/mitfeiern-vor-dem-fernseher/ und dem YouTube-Kanal „Weltgebetstag der Frauen Deutsches Komitee e.V.“.

In Drensteinfurt in der Kirche St. Regina und in der Lesepredigt-Box vor der Martinskirche finden Sie auch Spendentütchen, die Sie gefüllt bitte in den Kollektenkorb legen oder in den Gemeindebüros abgeben. Bitte nicht in die Lesepredigtbox legen! Damit oder auch mit einer Überweisung einer Spende auf das Spendenkonto des Weltgebetstages unterstützen Sie die zahlreichen Projekte des Weltgebetstagskomitees für Frauen und Familien weltweit.

Die Bankverbindung:
Weltgebetstag der Frauen e.V., Evangelische Bank EG, Kassel
IBAN: DE60 5206 0410 0004 0045 40
BIC/SWIFT: GENODEF1EK1

Online: https://em.altruja.de/neues-spendenformular-2691/spende

Liebe Gemeinde,
ich begrüße Sie ganz herzlich zu diesem Gottesdienst.
Den Gottesdienst hat Laienprediger Joachim Riemann für Sie zusammengestellt.
Dafür ganz herzlichen Dank.

Bevor der Gottesdienst beginnt kurz eine Information zu unseren Gottesdiensten ab März 2021.

Es gibt einen 3 Phasen-Plan der Landeskirche Gottesdienste, Konfirmandenarbeit und Gemeindearbeit wieder aufzunehmen. Grundlage sind die Inzidenzzahlen. Auf unserem Gemeindegebiet sind die Zahlen aber noch sehr schwankend. In den Kreisen Coesfeld und Warendorf sind sie unterschiedlich. Kreise und Kommunen liegen manchmal sehr weit auseinander.
Aufgrund der noch immer unsicheren und instabilen Lage haben wir deshalb in unserer Presbyteriumssitzung am 25.02.2021 beschlossen, dass wir in kleinen Schritten versuchen Präsenzgottesdienste wieder möglich zu machen, da doch etliche Gemeindemitglieder sie sehr vermissen.

Ab 07. März werden wir mit kurzen Open-Air-Andachten vor den jeweiligen Kirchen beginnen. 10.00 Uhr Gnadenkirche Ascheberg, 11.15 Uhr Martinskirche Drensteinfurt. Das Tragen medizinischer Masken ist Pflicht und die Abstandsregel gilt ebenfalls. Sitzplätze wird es vorerst nicht geben.

Lesegottesdienste zum Mitnehmen und auf der Webseite wird es weiterhin geben, nicht jeden Sonntag, aber so oft wie möglich.

Ich wünsche Ihnen einen gesegneten Sonntag,
Ihre Pfarrerin Angelika Ludwig


 

Begrüßung

Reminiszere erinnert an die Früchte des Todes Jesu und damit an den Sinn der Passionszeit. Wir leben aus der Gnade – und das heißt auch: Wir brauchen uns nicht zu fürchten. Unser Heil steht nicht auf dem Spiel. Das kann uns frei machen, uns nüchtern um unser Wohl zu kümmern. Der Gottesdienst lobt Gott für diese Gnade und dankt ihm dafür, dass er mit dem Menschen als Menschen rechnet. Im Guten wie im Bösen. Das ist der Realismus des Glaubens. Dazu gehört auch, den Menschen zu loben, dort, wo er stark ist. Das wird gerne mal vergessen.
Ich wünsche Ihnen allen einen guten Sonntag.

Wir beginnen diesen Gottesdienst im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes. Unsere Hilfe steht im Namen des Herrn,
…der Himmel und Erde gemacht hat.

Lied: 90 Ich grüße dich am Kreuzesstamm

Ich grüße dich am Kreuzesstamm,
du hochgelobtes Gotteslamm,
mit andachtsvollem Herzen.
Hier hängst du zwar in lauter Not
und bist gehorsam bis zum Tod,
vergehst in tausend Schmerzen;
doch sieht mein Glaube wohl an dir,
dass Gottes Majestät und Zier in diesem
Leibe wohne und dass du hier so
würdig seist, dass man dich Herr und König
heißt, als auf dem Ehrenthrone.
Valentin Ernst Löscher 1722


Psalm
Wir beten mit Worten aus Psalm 25

Nach die, Herr, verlangt mich.
Mein Gott, ich hoffe auf dich;
         lass mich nicht zuschanden werden,
         dass meine Feinde nicht frohlocken über mich.
Denn keiner wird zuschanden, der auf dich harret;
aber zuschanden werden die leichtfertigen Verächter.
         Herr, zeige mir deine Wege
         und lehre mich deine Steige!
Leite mich in deiner Wahrheit und lehre mich!
Denn du bist der Gott, der mir hilt;
täglich harre ich auf dich.
         Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit
         und an deine Güte,
         die von Ewigkeit her gewesen sind.
Gedenke nicht der Sünden meiner Jugend
und meiner Übertretungen,
         gedenke aber meiner nach deiner Barmherzigkeit,
         Herr, um deiner Güte willen!
Der Herr ist gut und gerecht;
darum weist er Sündern den Weg.
         Er leitet die Elenden recht
         und lehrt die Elenden seinen Weg.
(Psalm 25, 1-9)


Kyriegebet:
Gott, unser Vater,
du redest zu uns in der Sprache der Liebe,
du leidest und stirbst
an unserem Stolz,
unserer Härte,
unserem Eigensinn,
unserem Misstrauen.
Wir hören nicht auf dein Wort
und gehen unsere eigenen Wege.

Es ist gut, dass wir jetzt sagen können:

Kyrie eleison -Herr, erbarme dich.
Christi eleison Christus, erbarme dich.
Kyrie eleison Herr, erbarme dich über uns. .


Gnadenzuspruch:
So fern der Morgen ist vom Abend,
lässt er unsere Übertretungen von uns sein.
Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt,
so erbarmt sich der Herr über die,
die ihn fürchten.
(Psalm 103, 12+13)


Tagesgebet:
Heiliger Gott,
du hörst nach Gerechtigkeit schreien,
die Unrecht leiden.
Du kennst die Verzweiflung derer,‘
die keinen Ausweg finden.
Erneuere die Welt durch dein Recht.
Erneuere uns durch dein Erbarmen.
Das bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn,
unseren Herrn und Bruder.
Amen.

Lied: 366 Wenn wir in höchsten Nöten sein

Wenn wir in höchsten Nöten sein und wissen nicht, wo aus noch ein,
und finden weder Hilf noch Rat, ob wir gleich sorgen früh und spat,
so ist dies unser Trost allein, dass wir zusammen insgemein dich anrufen,
treuer Gott, um Rettung aus der Angst und Not…
Paul Eber 1566


Evangelium

Lesen wir das Evangelium für den heutigen Sonntag Reminiszere.
Es steht bei Johannes im 3. Kapitel, Verse 14-21.

Jesus sprach zu Nikodemus:
Wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat,
so muss der Menschensohn erhöht werden,
auf, dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.
Denn also hat Gott die Welt geliebt,
dass er seinen eingeborenen Sohn gab,
auf, dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden,
sondern das ewige Leben haben.
Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt,
dass er die Welt richte,
sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.
Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet;
wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet,
denn er hat nicht geglaubt
an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.
Das ist aber das Gericht,
dass das Licht in die Welt gekommen ist,
und die Menschen liebten die Finsternis
mehr als das Licht,
denn ihre Werke waren böse.
Wer Böses tut,
der hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht,
damit seine Werke nicht aufgedeckt werden.
Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht,
damit offenbar wird, dass seine Werke in Gott getan sind.
(Johannes 3, 14-21)


Apostolisches Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung von den Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Lied: 81, Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen

Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen,
dass man ein solch scharf Urteil hat
gesprochen? Was ist die Schuld, in was für
Missetaten bist du geraten?
Johann Heermann 1630


PREDIGT
Predigttext:  Jesaja 5, 1-7

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater und unserem Herrn Jesus Christus.

Wohlan, ich will von meinem lieben Freunde singen, ein Lied von meinem Freund und seinem Weinberg. Mein Freund hatte einen Weinberg auf einer fetten Höhe. Und er grub ihn um und entsteinte ihn und pflanzte darin edle Reben. Er baute auch einen Turm darin und grub eine Kelter und wartete darauf, dass er gute Trauben brächte; aber er brachte schlechte. Nun richtet, ihr Bürger zu Jerusalem und ihr Männer Judas, zwischen mir und meinem Weinberg! Was sollte man noch mehr tun an meinem Weinberg, das ich nicht getan habe an ihm? Warum hat er denn schlechte Trauben gebracht, während ich darauf wartete, dass er gute brächte? Wohlan, ich will euch zeigen, was ich mit meinem Weinberg tun will! Sein Zaun soll weggenommen werden, dass er kahlgefressen werde, und seine Mauer soll eingerissen werden, dass er zertreten werde. Ich will ihn wüst liegen lassen, dass er nicht beschnitten noch gehackt werde, sondern Disteln und Dornen darauf wachsen, und will den Wolken gebieten, dass sie nicht darauf regnen. Des Herrn Zebaoth Weinberg aber ist das Haus Israel und die Männer Judas seine Pflanzung, an der sein Herz hing. Er wartete auf Rechtsspruch, siehe, da war Rechtsbruch, auf Gerechtigkeit, siehe, da war Geschrei über Schlechtigkeit.

Liebe Gemeinde!
Es ist eine der größten wissenschaftlichen und logistischen Leistung der Menschheit seit der Mondlandung. In gut einem Jahr wurden mehrere hochwirksame Impfstoffe gegen das Corona-Virus entwickelt und zur Produktionsreife gebracht, es wurden Vertriebswege festgelegt, Impfzentren eingerichtet und nicht zuletzt ungeheure Geldmengen dafür zur Verfügung gestellt. Es besteht, nach dem, was wir jetzt wissen können, die Aussicht, dass binnen Jahresfrist der größte Teil der Bevölkerung geimpft ist, und in einer absehbaren Zeit – man muss es sich auf der Zunge zergehen lassen – die gesamte Menschheit.

Ein paar Zahlenspielereien mögen helfen, sich das ganze Ausmaß dieser Leistung zu begreifen. Es geht um 140 Millionen Impfdosen allein für Deutschland. Wenn ein Impfdöschen 2 cm groß ist, dann ergibt das hintereinander gelegt in Luftlinie ungefähr die Strecke von Moskau nach Brüssel. 80 Millionen Menschen müssen zweimal geimpft werden. Rechnen wir für jede Impfung 5 Minuten, dann sind das 13 Millionen Stunden. Da kann einem schon schwindelig werden. Und selbst wenn diese Zahlen nur grobe und etwas gegriffene Schätzungen sind, ist klar: Das dauert, und die Wahrscheinlichkeit, dass hier einiges schiefläuft, ist doch ziemlich hoch – eigentlich ist es erstaunlich, wie gut es dann doch läuft. Und klar ist auch: Es gibt Versorgungsengpässe. Der Impfstoff fällt nicht vom Himmel, er muss produziert, kompliziert gelagert, versendet, wieder gelagert und schließlich für die einzelne Impfung aufbereitet werden. Es braucht Menschen, Material, Räume und Zeit.

Und diese Knappheit trifft auf unsere Ungeduld und auf unser Empfinden für Gerechtigkeit. Dabei lassen wir jetzt einmal die Frage nach der Gefährlichkeit der Impfung, die in vielem eine Scheindebatte ist und bei der es um ganz andere Themen geht, außen vor.

Das stellt uns auch vor ethische Fragen, für die es keine fertigen Antworten gibt. Die einen wollen die Risikogruppen zuerst geimpft sehen, und das ist ja auch die momentane Strategie. Die anderen sagen: Wir müssen auch die Lehrerinnen und Lehrer impfen, damit der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden kann. Das hält z.B. die Vorsitzende des deutschen Ethikrates, Alena Buyx, für falsch und schlägt für diese Gruppe verstärkte Tests vor. Und so weiter, möchte man fast sagen. Wie umgehen mit dieser fatalen Mischung aus Zeitdruck, hohen Erwartungen, technischen und logistischen Möglichkeiten und vor allem mit der Ungewissheit, ob und wie das alles wirklich so funktionieren wird? Wie umgehen mit der Hysterie, die sich hier gerade bemerkbar macht und das Klima vergiftet und nach Auskünften schreit, die eigentlich niemand geben kann?

Kann der Glaube uns darauf eine Antwort geben? Ist er für solche Fragen zuständig? Nicht direkt. Es gibt kein Gebot über Impfungen. Aber indirekt kann uns der Glaube eine Hilfe sein, weil er uns dabei unterstützt, mit unseren Erwartungen umzugehen.

Denn hier liegt eines der Hauptprobleme der gegenwärtigen Debatte: Die Nerven liegen ziemlich blank, und man hat gelegentlich schon den Eindruck, hier herrsche ein ziemliches Geschrei und wenig Besonnenheit. Und Besonnenheit hat etwas mit Vertrauen zu tun. Ein Grund für den aggressiven Ton der Debatte liegt in verlorenem Vertrauen – und das wiederum mit verlorenem Realitätssinn und falschen Erwartungen. Ein Teufelskreis. Wie da rauskommen? Jedenfalls nicht mit Gewalt, sogenanntem harten Durchgreifen und einfachen Lösungen. Sondern mit Geduld, Besonnenheit und Realismus.

Auf dieser Spur setzt uns das schöne und derbe Lied des Propheten Jesaja. Schon die Schlusszeile geht ja darauf ein: „Er wartete auf Rechtsspruch, siehe, da war Rechtsbruch, auf Gerechtigkeit, siehe, da war Geschrei über Schlechtigkeit.“ Er: Das ist Gott. Jesaja singt ein Lied davon, wie es Gott mit seinem Volk erging. Er ist ein Lied über enttäuschte Erwartungen, enttäuschte Erwartungen bei Gott. Das ist ein ungeheures Lied! Jesaja greift mit diesem Lied seine Landsleute an. Das Volk Israel steht mitten in einer Katastrophe, der Untergang durch die Truppen der Babylonier naht. Und die Menschen fragen sich: Woran liegt das? Was ist schiefgelaufen? Und Jesaja singt sein Lied vom Weinberg. Ein Freund hatte einen Weinberg gepflanzt nach allen Regeln der Kunst. All seine Kraft und Aufmerksamkeit hat er ihm gewidmet. Und was geschieht: Der Weinberg bringt keine Frucht! Die ganze Arbeit war umsonst, der Weinberg ist eine Enttäuschung. Was soll der Besitzer tun, was meint ihr, Volk von Jerusalem? Denn die haben längst begriffen, dass von ihnen die Rede ist, dass hier das Volk, das sich doch das Volk Gottes nennt, gemeint ist. Was soll er tun? Er sagt es selber: Er wird den Weinberg vernichten und verwüsten. Denn der Weinberg – also das Volk – hat es nicht geschafft, Gerechtigkeit aufzurichten, sondern es gibt nur Geschrei über Schlechtigkeit: Weg damit! Gott ist zutiefst enttäuscht. Das Geschrei macht ihn wütend.

Das ist ein schreckliches Lied. Gott wird aus enttäuschter Erwartung geradezu zu einem Rächer, der keine Gnade walten lässt. Wenn ihr nicht auf mich hört, dann werde ich es beenden.

Das klingt furchtbar. Und es ist nicht nur deswegen furchtbar, weil es so gnadenlos konsequent ist, sondern weil dahinter enttäuschte Erwartungen stehen. Reden wir so von Gott? Ist das Gott? Alles kurz und klein schlagen aus enttäuschter Erwartung?

Zwischen dem Lied des Jesaja und uns liegt noch eine andere Geschichte. Eine Geschichte davon, wie Gott gelernt hat, seine Erwartungen an die Menschen zu verändern. Wie er gelernt hat, gnädig mit den Menschen zu sein, wie er gelernt hat, ihre Möglichkeiten und Fähigkeiten zum Guten wie zum Bösen neu einzuschätzen. Zwischen dem harten Lied des Jesaja und uns liegt die Geschichte des Jesus von Nazareth. Durch ihn hat Gott ganz neu erfahren, was es heißt, ein Mensch zu sein. Hat unsere Not mit eigenen Augen gesehen, hat unseren Schmerz gelitten, unsere Grenzen erfahren – Gott hat Geduld gelernt. Er hat gelernt, dass man Menschen mit Gesetzen und Regeln und mit der Androhung von Strafe allein nicht begegnen kann, dass es noch etwas anderes braucht: Zuwendung, Nähe, und vor allem Verständnis, Geduld und Besonnenheit. Gott hat gelernt, auf die Liebe zu setzen, die ein Vorschuss an Vertrauen ist, eine veränderte Erwartung an seine geliebten Menschen. Das Kreuz Jesu, auf das wir ja in diesen Wochen der Passionszeit besonders intensiv schauen, ist ein Zeichen dafür, dass Gott ein realistisches Bild vom Menschen bekommt – von seiner Verletzlichkeit, von seiner Angst, von seinen Grenzen und Möglichkeiten. Das Kreuz ist das Realitätsprinzip des Glaubens.

Das ist die Geschichte, die wir von Gott erzählen, und das ist die Geschichte, die auch uns helfen kann, die Realität nicht aus den Augen zu verlieren. Es weist uns darauf hin, mit unserer Angst, unserer Hysterie, unserer Fehlbarkeit und Begrenztheit zu rechnen und gnädig miteinander zu sein. Das bedeutet nicht, dass wir unseren kritischen Verstand ablegen sollen, nach dem Motto: „Wird schon gut gehen!“ Indem man genau hinschaut und mit Fehlern, ja sogar mit Gemeinheit rechnet, wird man dem Menschen gerechter als mit Beschwichtigungen oder Vorwürfen. Den ganzen Weinberg zu vernichten, weil er keine Frucht bringt, ist die falsche Strategie, und Geschrei bringt gar nichts. Wichtiger ist zu fragen: Wie kann es anders gehen? Dafür aber brauchen wir ein Klima der Besonnenheit, des gegenseitigen Zutrauens, der Wachsamkeit und der realistischen Einschätzung des Machbaren. Eine Kultur der ständigen Forderung, die auf billigen Applaus zielt, eine Kultur der Bedrohung und der Aggression, die auf einfache Lösungen zielt, wird dem wenig förderlich sein.

Es wäre ein guter Anfang, sich über die ungeheure Leistung der Menschheit in der Entwicklung des Impfstoffes erst einmal von Herzen zu freuen. Dieser Weinberg bringt nämlich Frucht! Jetzt gilt es, guten Wein daraus zu machen und ein anderes, besseres Lied zu singen:

Wohlan, ich will singen von meinem Weinberg
der so gute Frucht bringt!
Was soll ich tun?
Ich sage euch, was ich tun werde:
Ich werde die Trauben verteilen, so gut es geht,
und wir sollten rechten miteinander, wie es geht,
und wir werden die Schwachen und Armen zuerst bedenken
und werden feiern am Ende, feiern mit dem Wein der Freiheit,
es wird nur eine kleine Weile dauern, wie es dauert, bis eine Frucht wächst und Wein gewonnen wird für alle:
Aus Freude wachsen Geduld und Besonnenheit,
anstatt Gemeinheit herrscht nun Gemeinschaft,
anstatt Geschrei sind wir dann frei!

Dazu kann uns der Glaube helfen: der Anfang allen Vertrauens und der Anfang aller Erwartung auf Gutes, der Anfang der Besonnenheit, die allein uns helfen kann, aus der Krise zu kommen. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, er bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Lied: 97 Holz auf Jesu Schulter

Holz auf Jesu Schulter,von der
Welt verflucht, ward zum Baum des Lebens
und bringt gute Frucht, Kyrie eleison,
sieh, wohin wir gehen. Ruf uns
aus den Toten, lass uns auferstehn.
Jürgen Henkys 1975


Fürbittengebet

Lieber himmlischer Vater,
sorge für Gerechtigkeit! Lenke unseren Blick auf die, die leiden in der Welt und Hilfe brauchen. Lenke unseren Blick auf die, die reich sind in dieser Welt und Güte zeigen können. Gib uns Besonnenheit und Geduld in der Krise, schenke uns Vertrauen auf die Kraft des Menschen und Wachsamkeit gegen seine Boshaftigkeit. Lass uns nicht Gedanken der Vernichtung und der Gewalt denken, sondern des Friedens und der Gerechtigkeit. Nimm dich der Armen an, tröste die Kranken, begleite die Trauernden, stehe den Sterbenden bei. Suche die Verlorenen, stärke die Mutigen. Lass uns mutig und kritisch sein, wehre Vermessenheit und Gejammer. Lass uns in deinem Kreuz unser Kreuz erkennen, damit es uns klug macht. Lass deinen Weinberg blühen und ihn gute Trauben bringen, schenke uns die Kraft zum Wachsen. Amen.
Zusammen beten wir mit den Worten Jesu:

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gebe uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung;
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft,
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Segen
Der Friede Gottes, der alles Begreifen übersteigt, bewahre eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus.
Das gewähre euch der dreieinige Gott: der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

 Lied: 79, Wir danken dir, Herr Jesu Christ

Wir danken dir, Herr Jesu Christ,
dass du für uns gestorben bist
und hast uns durch dein treues Blut
gemacht vor Gott gerecht und gut…
Christoph Fischer, vor 1568


Der Gottesdienst wurde zusammengestellt von LP Joachim Riemann
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